Büstenhersteller gehört jetzt zu Koti

Dieter Kullen geht in den Ruhestand

Dieter Kullen, seit über dreißig Jahren am Ruder des Reutlinger Bürstenherstellers Kullen-Koti geht nach fast 40 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Wie es sich für einen ordentlichen Kapitän gehört, hat er seinen Abschied lange vorbereitet.

Ehemaliger Inhaber Dieter Kullen mit dem neuen Geschäfsführer Andreas Bruhn (links).

Innerhalb der Familie Kullen war kein geeigneter Nachfolger vorhanden, so begann Kullen bereits 2011 mit Verhandlungen zum Verkauf der Firma, um die Arbeitsplätze am Standort Reutlingen zu sichern. Im Sommer 2012 war es dann soweit, seither liegt das Schicksal der ehemaligen Kullen GmbH & Co. KG in den Händen der niederländischen Koti b.v. Koti ist ebenfalls ein familiengeführtes Unternehmen der Bürstenbranche. Die gesamte Gruppe ist jetzt in Europa der wohl größte Firmenverbund im Bereich der Technischen Bürsten.

Bereits Mitte der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts trat Dieter Kullen als Verkaufs-Sachbearbeiter ins elterliche Unternehmen ein. Schnell erarbeitete er sich seine Stellung in der Firma, so dass er bereits 1983 zum Geschäftsführer bestellt wurde. Geschickt lenkte er das Unternehmen durch die raue See der Weltwirtschaft. Er scheute sich nicht fremdes Fahrwasser anzusteuern. So wurde stetig der Umsatz gesteigert. Dies wiederum ermöglichte es weitere Unternehmen erwerben zu können. Ein weiteres High-Light seiner Karriere ist sicherlich die Gründung des Deutsch-Chinesischen Joint-Venture mit "Beilun-Futuo". Von da an konnte man auf über 30.000 qm Technische Bürsten für viele Aufgaben sämtlicher Branchen der weltweiten Industrie fertigen.

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Auch der größte Platz wird irgendwann zu eng. So entschied er ein Logistikzentrum mit vollautomatischem Hochregallager zu bauen. Seit 1989 steht so am Firmensitz noch mehr Platz zur Verfügung. Dadurch konnte die Produktion in Reutlingen noch weiter zentralisiert werden. Mit der so gesteigerten Effizienz startete Dieter Kullen mit seiner Belegschaft ins neue Jahrtausend. Gutes Marketing war ihm immer ein Anliegen. Die 2001 aufgelegte CD-ROM setzte neue Maßstäbe in Puncto Usability und Inhalt. Bereits 2 Jahre später erschien der erste Online-Katalog. Wo andere Bürstenhersteller nur ein 1:1 - Abbild ihrer Kataloge auf CD brannten, konnte man bei Kullen bereits Werkzeugbürsten via Internet konfigurieren. 2007 wurde die Homepage dann grundlegend renoviert und erhielt ein noch moderneres Erscheinungsbild. Fast schon legendär ist die wohl erfolgreichste Anzeigenkampagne in der Firmengeschichte. Die "Bürstenköpfe" erzielten vom Start weg beste Werte und gewannen etliche Preise bei Wettbewerben.

Die Strukturen des inzwischen stark gewachsenen Unternehmens machten die Einführung einer modernen Unternehmensplanungs-Software notwendig. (Die alte stammte in ihren Grundzügen aus den frühen 70ern). So wurde 2006 SAP eingeführt. Das Wachstum ging weiter, und so wurde beim chinesischen J.V.-Partner Beilun Futuo Mechanical Tools Ltd. 2007 ein Neubau eingeweiht. Der Transfer von Know-how nach Asien ermöglichte neue Produktionsbedingungen und erhöhte die weltweiten Wettbewerbschancen. Deshalb wurde dann auch 2010 in Shanghai ein weiteres Verkaufsbüro eröffnet.

Im Frühjahr 2013 wurde das Unternehmen 100 Jahre alt. Den vorausschauenden Entscheidungen des scheidenden Kapitäns ist es zu verdanken, dass das Unternehmen in ruhigen Gewässern einer positiven Zukunft entgegensteuert. Mit dem neuen Inhaber John van Kouwen ist nun ein außerordentlich erfahrener Eigner an Bord. Neuer Geschäftsführer der Firma Kullen-Koti wird Andreas Bruhn, langjähriger Assistent von Dieter Kullen. Ein Großes "Danke" an Dieter Kullen, möge der (Un-)Ruhestand lange und bei bester Gesundheit währen. kf

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