Berufskleider-Leasing

„Aus einigen Branchen einfach raushalten“

Der Textil-Dienstleister Mewa hat seit 1.Januar 2014 einen neuen, vierköpfigen Vorstand. Als Leiter des Geschäftsbereichs Kunden und Organisation gehört ihm auch Jürgen Gerdum an. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker wollte von ihm wissen, wie es nun weitergeht mit der inzwischen international tätigen Unternehmensgruppe.

SCOPE: Herr Gerdum, welche strategischen Zielsetzungen werden das unternehmerische Handeln des neuen Mewa-Vorstands in den nächsten Jahren bestimmen?

Gerdum: Nun, meine drei Vorstandskollegen und ich werden die Strategie im Sinne der Inhaber fortführen: eine behutsame, aber zielstrebige und international ausgerichtete Expansion der Unternehmensgruppe, die auf hoher Produkt- und Servicequalität und technischer Kompetenz beruht. Das ist unsere oberste Prämisse. Unsere Vorgänger in der Vorstandsposition, die Enkelin des Firmengründers Gabriele Gebauer und ihr Mann, haben in den 1980er-Jahren die Leitung des damals stark inlandsorientierten Unternehmens übernommen und es kontinuierlich zu einem europaweit tätigen Marktführer in der Branche textile Dienstleistungen ausgebaut. Dieses Vorgehen hat sich bewährt. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Mewa Gruppe von 528 Millionen auf 556 Millionen Euro.

SCOPE: Im Marktsegment Berufs- und Schutzkleidung hat die textile Dienstleistung gegenüber der Kaufkleidung in den letzten Jahren stetig Marktanteile hinzugewonnen. Erwarten Sie, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt?

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Gerdum: Davon bin ich überzeugt. 2012 wuchs die Zahl der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen, die Kleidung von Textil-Dienstleistern trugen, um drei Prozent. 2013 war der Zuwachs ähnlich hoch. Das zeigt mir, dass die Vorteile der textilen Dienstleistung – das sind im Wesentlichen zeitliche und logistische Entlastung und Versorgungssicherheit – zunehmend überzeugen. Zusätzlich steigen die Erwartungen an Qualität, Arbeitsschutz und Hygiene am Arbeitsplatz seitens Mitarbeiter sowie Kunden seit Jahren an.

SCOPE: Auf internationaler Ebene begegnet Ihnen ein immer schärferer Preiskampf. Mit welchen Mitteln versuchen Sie, die Gruppe in diesem Wettbewerbsfeld zu behaupten?

Gerdum: Wir sind mit unserem Mehrweg-Putztuchsystem mit Abstand die Nummer 1 in Europa. Das ist uns gelungen, weil wir uns als Anbieter positionieren, auf dessen Qualität man sich verlassen kann. Außerdem halten wir uns aus einigen Branchen einfach raus. Während zum Beispiel für den Bereich Berufskleidung in der Industrie nach wie vor große, noch längst nicht ausgeschöpfte Potenziale vorhanden sind und Wert auf qualitativ hochwertige Servicepakete gelegt wird, sind im Bereich Krankenhaus/Pflegeeinrichtungen Aufträge fast nur noch über Ausschreibungen zu erhalten, bei denen der niedrigste Preis als Zuschlagskriterium gilt. Hier machen wir nicht mit.

SCOPE: Welche neuen Produktideen im Bereich des Textil-Managements dürfen die Kunden in diesem Jahr von Mewa erwarten?

Gerdum: Die Anforderungen an passende Arbeitskleidung für Mitarbeiter in der produzierenden Industrie und im Handwerk unterscheiden sich inzwischen deutlich. Früher trug man in beiden Bereichen gleiche oder ähnliche Modelle. Das ist heute anders. Heute legen unsere Kunden viel Wert auf sportlich aussehende, multifunktionale Kleidung. Wir haben unsere Berufskleidungslinien in den vergangenen Jahren daran angepasst. Das führen wir 2014 fort.

SCOPE: Werden Sie in nächster Zeit weitere Geschäftsbereiche entwickeln?

Gerdum: Unser Stammgeschäft bleibt das Putztuch und die Berufs- und Schutzkleidung in der textilen Dienstleistung. Hier werden wir das Angebot kontinuierlich weiter entwickeln, den Markttrends und Kundenanforderungen entsprechend. Grundsätzliche Erweiterungen unseres Portfolios sind derzeit nicht geplant. Allerdings intensivieren wir die internationale Präsenz unseres Geschäftsbereichs für Kaufartikel im Bereich Arbeitsschutz. Die Mewa Tochter Korsing bietet Arbeitsschutzartikel im Kataloggeschäft an. Derzeit vergrößern wir deshalb unser Zentrallager in der Nähe von Kassel.

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