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Atlas Copco: Starkes Jahr in Deutschland

Die elf operativen Gesellschaften unter dem Dach der Atlas Copco Holding GmbH, Essen, haben im vergangenen Jahr 736 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht gegenüber 2010 einem Zuwachs um gut 12 Prozent. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg um fast ein Viertel auf 2268 zum Jahresende; darunter waren über 90 Auszubildende. Das deutliche Umsatzplus ist zum einem der starken Nachfrage der deutschen Industrie nach Kompressoren, Baugeräten und Industriewerkzeugen zu verdanken; zum anderen enthalten die Daten den anteiligen Umsatzbeitrag der jüngsten beiden Akquisitionen SCA Schucker und Kalibrierdienst Stenger: Im Oktober hatte Atlas Copco den Klebetechnik-Spezialisten SCA Schucker GmbH & Co KG in Bretten übernommen, im November kam Stenger in Wetzlar hinzu.

Piet Leys ist seit 1. Januar 2012 Geschäftsführer der Atlas Copco Holding GmbH in Essen.

Konzern weltweit mit Rekordumsatz und Rekordgewinn

Weltweit hat Atlas Copco im Jahr 2011 nach vorläufigen Zahlen einen Rekordumsatz von 81,2 Milliarden Schwedischen Kronen (9 Milliarden Euro) erwirtschaftet, wie der schwedische Industriekonzern in Stockholm mitteilte. Das entspricht einem Zuwachs um 16 %. Der Betriebsgewinn stieg um 26 % ebenfalls auf einen Rekordwert von 17,56 Milliarden SEK (1,9 Mrd. Euro). Der Gewinn vor Steuern legte um 28 % von 13,5 Mrd. SEK auf nun 17,3 Mrd. SEK zu. "Wir hatten ein fantastisches Jahr", sagte Konzernchef Ronnie Leten in Stockholm. "Auch im letzten Quartal war die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen weltweit besser als erwartet." Zum Jahresende waren 37 579 Menschen beschäftigt, fast 5000 mehr als Ende 2010 (32 790). Der Konzern hat Niederlassungen und Vertretungen in über 170 Ländern.

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Deutschland: Hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie

Der Industriekonzern ist in vier Bereiche gegliedert: Kompressoren und Drucklufttechnik, Industrietechnik (dahinter verbergen sich Montagesysteme, Schleifmaschinen und sonstige Industriewerkzeuge), Bautechnik und Bergbautechnik. Den stärksten Zuwachs in Deutschland verzeichnete 2011 der Konzernbereich Industrietechnik. "Wir sehen eine hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie und von ihren Zulieferern nach hochwertiger Montagetechnik und Mehrfach-Schraubsystemen, aber auch nach Klebetechnik", erklärte Piet Leys, anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen. Leys ist seit 1. Januar neuer Geschäftsführer der Atlas Copco Holding. Die Mehrfach-Schraubsysteme werden von der Atlas Copco Application Center Europe GmbH in Essen kundenindividuell konstruiert und gefertigt.

"Der für uns im gesamten Konzern weltweit wichtige Markt in Deutschland und Zentraleuropa hat die jüngste Krise überwunden und zeigt sich deutlich erholt", ergänzte Leys. Die Branche tätige weiterhin umfangreiche Investitionen, wodurch die Gesellschaften dieses Konzernbereichs noch weit in das Jahr 2012 hinein ausgelastet sein würden. Selbst größere Investitionen im Ausland, wo die führenden Automobilhersteller neue Werke errichteten, würden oftmals in Deutschland geplant und mit deutschen Maschinenbauern umgesetzt, betonte Piet Leys. Atlas Copco profitiere davon in besonderem Maße, da man einerseits hierzulande den Standort sichere, durch weltweite Niederlassungen seinen Kunden aber rund um den Globus ein zuverlässiger, strategischer Partner sei.

Umstellung auf energieeffiziente Lösungen treibt Kompressoren-Nachfrage an

Ebenfalls weit überdurchschnittlich entwickelt hat sich das Geschäft mit stationären Kompressoren. Insbesondere die Prozessindustrie hat größere Projekte umgesetzt; aber auch kleine und mittlere Betriebe lösten im vergangenen Jahr ihren Investitionsstau. Die Nachfrage wurde wesentlich angetrieben von der Umstellung auf energieeffiziente Lösungen zur Druckluftversorgung.

Rückläufig war der Umsatz bei der Atlas Copco Energas GmbH mit Sitz in Köln. Piet Leys verbucht dies unter Nachwirkungen der Krise vor drei Jahren, da Energas sehr lange laufende Projekte bearbeitet. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Turbokompressoren und Turbinen für den traditionell in längerfristigen Zyklen agierenden Maschinenbau. Der Auftragsbestand ist jedoch 2011 wieder deutlich gestiegen und liegt um gut die Hälfte über dem des Vorjahres. Ein Aufwärtstrend sei vor allem in den wichtigen Marktsegmenten Luftzerlegung, Öl- und Gasindustrie sowie Erneuerbare Energien zu verzeichnen, sagte Leys. Daher rechnet man in Köln für dieses Jahr wieder mit deutlich steigenden Umsätzen.

Zufrieden mit der Umsatz- und Auftragsentwicklung zeigten sich auch die Gesellschaften der Konzernbereiche Bautechnik und Bergbautechnik. Hier ist insbesondere die Atlas Copco Construction Tools GmbH in Essen zu nennen. Das Unternehmen konstruiert und fertigt hydraulische Aufbrechhämmer und andere Bauwerkzeuge und sah sich 2011 einer sehr festen Nachfrage aus der Bauwirtschaft gegenüber. Den krisenbedingten Rückgang haben die Essener, deren Produkte weltweit vertrieben werden, damit nach zwei starken Jahren wieder wettgemacht. Inzwischen hätten sich die Weltmärkte weitgehend stabilisiert, meinte Leys. Auch die Verkäufe in Deutschland zeigten ein stabiles Wachstum in der Bautechnik. lg

 

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