Anwenderbericht

Modernisierung in 4 Tagen

Durch die Modernisierung eines 17 Jahre alten Langgutlagers verkürzt das Unternehmen August Dreckshag die Zugriffszeiten auf das eingelagerte Material um 40 Prozent und sichert sich eine langfristige Ersatzteilliefergarantie. Innerhalb von nur vier Tagen tauschte der Lagerlogistikexperte Remmert die Antriebs- und Steuerungstechnik, die Zieheinrichtung des Regalbediengeräts sowie diverse Verschleißteile aus und integrierte das Warehouse-Management-System PRO WMS Professional. Darüber hinaus übernimmt Remmert zukünftig die Wartung und den Service für die Fremdanlage.
Herzstück der Anlage ist ein manngeführtes Regalbediengerät (RBG), das neben dem Arbeitsplatz für den Fahrer auch einen großen Ablagetisch für die kommissionierte Ware besitzt.

Das Unternehmen August Dreckshage ist ein Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Werkstoffe, Lineartechnik und Systemlösungen aus Aluminiumprofilen. Zur platzsparenden Bevorratung von knapp 2.500 Tonnen Langgut betreibt das Unternehmen an seinem Stammsitz in Bielefeld seit 17 Jahren ein automatisches Wabenlager eines Fremdanbieters mit insgesamt 816 Kassetten. Herzstück der Anlage ist ein manngeführtes Regalbediengerät (RBG), das neben dem Arbeitsplatz für den Fahrer auch einen großen Ablagetisch für die kommissionierte Ware besitzt. Der Kommissionierablauf ist einfach: Der Bediener fährt innerhalb des Wabenlagers auf dem RBG an das betreffende Lagerfach heran, zieht die Kassette aus dem Wabenlager und positioniert sie zur Entnahme des Materials auf dem RBG. Dort entnimmt er das benötigte Material händisch oder mithilfe eines integrierten Krans. Nach der Rücklagerung der Kassette fährt der Bediener zum nächsten Lagerort. Die vollständig kommissionierten Aufträge werden vom RBG an einen vorgelagerten Kettenförderer übergeben, dort gebündelt, etikettiert und mittels eines Brückenkranes an die Versandzonen transportiert.

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In die Jahre gekommen

17 Jahre nach der Inbetriebnahme war die Anlage in die Jahre gekommen. Um sich auch in Zukunft eine zuverlässige Ersatzteilverfügbarkeit und damit eine hohe Prozesssicherheit zu erhalten, gab das Bielefelder Unternehmen die Modernisierung der Anlage in Auftrag. "Mechanische Bauteile können noch relativ einfach nachproduziert werden, bei den elektronischen Komponenten sieht das ganz anders aus. Schließlich hat sich die Antriebs- und Steuerungstechnik innerhalb der vergangenen Jahrzehnte grundlegend verändert", führt Werner Schäper, Prokurist bei Dreckshage, aus. "Natürlich kann man auch Glück haben und das benötigte Teil ist im Fall der Fälle noch erhältlich, wir setzen in unserem Business jedoch auf 100-prozentige Sicherheit."

Lagermodernisierung

Eine große Herausforderung des Restrukturierungsprojekts bestand in dem engen Zeitfenster für die Umsetzung: Maximal fünf Tage durfte die Anlage stillstehen. "Das Vertrauen in den Modernisierungspartner ist das Allerwichtigste bei der Vergabe eines solchen Projekts", berichtet Schäper. "Schließlich schaltet man ein System ab, von dem man abhängig ist. Daher ist es umso wichtiger, einen wirklich zuverlässigen und kompetenten Dienstleister für das Retrofit zu finden. In unserem Fall konnten sich die Experten von Remmert sogar gegen den Anlagenhersteller durchsetzen. Die Gründe dafür waren überzeugend: Remmert präsentierte uns eine technisch gleichwertige Lösung und lieferte mit seiner ausgeklügelten Ziehtechnik für das Regalbediengerät einen wichtigen Zusatznutzen, den uns sonst keiner bieten konnte." Um das Risiko technischer Probleme bei der späteren Montage zu reduzieren, baute Remmert alle relevanten neuen Lagerelemente für Dreckshage vorab in der eigenen Produktionshalle auf und testete die Komponenten auf ihre Funktionstüchtigkeit. Darüber hinaus begleitete Remmert seinen Kunden bei den Vorbereitungen der Lagermodernisierung. "Oftmals sind es Kleinigkeiten, die während der Umsetzung eines solchen Projekts zu immens zeitraubenden Störfaktoren mutieren. Um dies zu verhindern, unterstützte uns Remmert auch hervorragend in Details wie beispielsweise bei der Planung des Platzbedarfs für den Autokran in unserer Halle", lobt Prokurist Schäper die Projektumsetzung.

Nur vier Tage

Die Modernisierungsmaßnahmen verliefen dann auch planmäßig: Die Remmert-Experten erneuerten zum einen die Antriebs- und Steuerungstechnik des Wabenlagers. Dabei wurden neue Drehstrom-Servomotoren integriert und alle Hard- und Softwarekomponenten der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) auf S7 umgerüstet. Darüber hinaus tauschte der Modernisierungsexperte die Ziehtechnik des RBGs aus und integrierte das Warehouse-Management-System PRO WMS Professional. Für die Wegstreckenmessung wurde ein neues Lasermesssystem montiert. Weiterhin ersetzte Remmert zahlreiche Verschleißteile. Insgesamt benötigte der Modernisierungsexperte nur vier von fünf für die Projektumsetzung veranschlagten Tagen.

Projektbesonderheiten

Das Herzstück des überholten Wabenlagers ist die neue elektromechanische Ziehtechnik - eine eigenentwickelte Produktneuheit von Remmert. Im Gegensatz zu den sonst üblichen hydraulischen Zieheinrichtungen bietet die mechanische Variante eine sehr hohe Verfügbarkeit und ermöglicht eine einfache Wartung. "Unser System arbeitet extrem schnell und zuverlässig und ist besonders robust", berichtet Matthias Remmert, Geschäftsführer der Friedrich Remmert GmbH. "Im Servicefall ist die Ziehtechnik innerhalb von zwei Stunden ausgebaut und neu montiert. Außerdem besteht bei dieser Variante nicht das Risiko einer Materialverschmutzung." Last, but not least ist die neue Zieheinrichtung deutlich schneller: Die Greifwerkzeuge, die die Kassetten aus den Fächern ziehen, werden bereits während der RBG-Fahrt in die richtige Position gefahren, um eine zeitsparende Entnahme der auszulagernden Kassette zu ermöglichen. Die sonst übliche Wartezeit wird so auf null reduziert.

Zeiten um 40 Prozent reduziert

Außer mit der Zieheinrichtung ist das Wabenlager mit einem weiteren innovativen Remmert-System ausgestattet: der Lagerverwaltungssoftware PRO WMS Professional. Die Lösung ist sowohl an das übergeordnete ERP-System Abas EKS als auch an die RBG-Steuerung angeschlossen. Die Logistiksoftware überträgt alle im ERP-System hinterlegten Aufträge auf den neu am RBG integrierten Touchscreen und meldet diese später als bearbeitet zurück. Gleichzeitig werden auch die Koordinaten der Lagerplätze übermittelt, so dass das RBG heute zur Ein- oder Auslagerung punktgenau an die Entnahmeposition des entsprechenden Lagerplatzes fährt. "Früher ist der Lagermitarbeiter auf Sicht gefahren und hat natürlich dementsprechend deutlich mehr Zeit für die Positionierung des RBGs benötigt. Aufgrund der durchgängigen Datenflüsse sowie der neuen Antriebs- und Ziehtechnik haben wir die Zeiten pro Lastspiel um 40 Prozent reduziert. Damit bewegen wir uns bereits am oberen Geschwindigkeitslimit für manngeführte RBGs", kommentiert Prokurist Schäper die neue Anlagenleistung. "Die Remmert-Geräte sind sogar auf eine noch höhere Leistung ausgelegt, schließlich kommen sie meist in mannlos bedienten Systemen zum Einsatz."

Überzeugende Ergebnisse

Nach Abschluss des Retrofits übernahm Remmert ebenfalls die Wartung und den Service für das Wabenlager. Für die Fernwartung wurde eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen Remmert und dem Schaltschrank des Lagersystems geschaffen. Zusammengefasst erzielt Dreckshage durch die Lagermodernisierung folgende Verbesserungen:

- umfassende Ersatzteilliefergarantie für alle mechanischen und elektronischen Komponenten

- Anlagenverfügbarkeit von 99 Prozent

- um über 40 Prozent verkürzte Zugriffszeiten

- durchgängiger Informations- und Datenfluss

- elektromechanische Zieheinrichtung

- robuste und wartungsfreundliche Antriebs- und Steuertechnik.

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