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AKsys-Gruppe: Restrukturierung und Sanierung vor erfolgreichem Abschluss

Die beiden Werke Ziemetshausen und Köngen des Geschäftsbereichs Kunststoffe der AKsys GmbH haben seit dem 1. Juli 2010 jeweils neue Eigentümer. Insolvenzverwalter Tobias Hoefer von der bundesweit tätigen Kanzlei Hack | Hoefer hat den Standort Ziemetshausen an die Geiger Automotive GmbH mit Sitz im oberbayerischen Murnau und den Standort Köngen an die Minda Schenk Plastic Solutions GmbH mit Sitz in Esslingen übergeben. Beide Übernehmer haben sich in ihren Erwerberkonzepten klar zu den Werken bekannt und werden die Produktion fortführen. Durch die Übernahme bleiben in Ziemetshausen rund 95 Arbeitsplätze und in Köngen 184 Arbeitsplätze erhalten.

"Wir sind sicher, dass wir durch den Verkauf an Minda Schenk Plastic Solutions und Geiger Automotive und für die beiden Standorte eine langfristige Fortführung erreicht haben", sagt Insolvenzverwalter Tobias Hoefer. "Beide Unternehmen kommen aus der Branche, sind Spezialisten für Kunststoffe und sowohl für Geiger als auch für Minda Schenk stellt die Übernahme eine wertvolle Ergänzung dar."

Das sehen auch die Geschäftsführer der beiden Erwerber so. Paul Dominik Czarnecki von Minda Schenk Plastic Solutions und Wolfgang Speck von Geiger Automotive sind sich einig: "Für unsere Unternehmen hat die Übernahme vor allem strategische Vorteile. Die Fertigungstechnologien, die Produkte und die Kunden passen genau zu unseren Portfolios. So können wir zusätzliche Marktpotenziale erschließen."

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Mit der Übernahme der Standorte Ziemetshausen und Köngen steht die AKsys und die Entflechtung der international tätigen AKsys-Gruppe und die Überführung in eigenständige Geschäftsbereiche sowie die damit verbundene Restrukturierung und Sanierung kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Für das Werk Peine führt Tobias Hoefer Verhandlungen mit potenziellen Investoren, die bereits weit fortgeschritten sind. Er sieht gute Chancen, dass er auch diesen Standort in den kommenden Wochen an einen neuen Eigentümer übergeben kann.

Zum 1. Mai 2010 hatte Hoefer die Werke Krumbach und Ellzee des Geschäftsbereichs Isolation der AKsys an den international tätigen Automobilzulieferer Borgers AG verkauft. Den Standort Bielefeld übernahm die Dr. Freist Automotive (DFA) mit Sitz in Goslar. Bereits Anfang April konnte Hoefer die Übergabe des Geschäftsbereichs Entdröhnung der AKsys an die Faist ChemTec GmbH und die Hannover Finanz Gruppe vermelden. Insgesamt konnte der Insolvenzverwalter bis jetzt in den drei Geschäftsbereichen Kunststoffe, Isolation und Entdröhnung der ehemaligen AKsys weltweit rund 1.300 Arbeitsplätze erhalten.

Tobias Hoefer hat den Geschäftsbetrieb in den beiden Werken Ziemetshausen und Köngen insgesamt 14 Monate in der Insolvenz fortgeführt und in dieser Zeit zusammen mit seinem Team erfolgreich saniert, wieder zukunftsfähig aufgestellt und damit die notwendigen Voraussetzungen für den Verkauf geschaffen. Dazu zählt auch, dass nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September 2009 der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang weitergeführt werden konnte. "Das wäre aber ohne die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, den Personalvertretern, der IG BCE Augsburg, den Kunden und den Gläubigern nur schwer möglich gewesen", sagt Hoefer.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf sind allerdings Personalmaßnahmen unvermeidbar gewesen. Rund 45 Mitarbeiter aus dem Werk Ziemetshausen und rund zehn Mitarbeiter aus dem Werk Köngen haben das Angebot erhalten, in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) zu wechseln. In der BQG werden die Mitarbeiter auf neue berufliche Herausforderungen vorbereitet. "Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter hat das Angebot angenommen", sagt Insolvenzverwalter Hoefer. Für die Mitarbeiter aus der zentralen Verwaltung sollen außerdem nach Möglichkeit neue Stellen an den Standorten in Ziemetshausen und Köngen geschaffen werden.

Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf bereits zugestimmt, die Übernahme bedarf allerdings noch der kartellrechtlichen Genehmigung.

Die Geschäftsführung der AKsys GmbH hatte am 26. Mai 2009 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Dieser Schritt war notwendig geworden, da durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, die besonders die Automobilindustrie mit voller Wucht getroffen hat, der Umsatz stark zurückgegangen war. Bereits Mitte März 2009 hatte das Unternehmen daher gemeinsam mit seinen Gläubigerbanken bei der KfW um einen Kredit über 22 Millionen Euro aus dem ¿Wirtschaftsfonds Deutschland" nachgefragt. Dieser Antrag war am 20. Mai 2009 abgelehnt worden.

Zum 1. September 2009 hatte das Amtsgericht Worms das Insolvenzverfahren über das Vermögen der AKsys GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Tobias
Hoefer von der Kanzlei Hack | Hoefer bestellt. Er war bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter in dem Unternehmen tätig. lg

 

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