5G-Frequenzvergabe in Deutschland

Andrea Gillhuber,

VCI, VDA, VDMA und ZVEI veröffentlichen 5G-Positionspapier

Die Fachverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI haben ein gemeinsames Positionspapier zu 5G-Funkfrequenzenvergabe veröffentlicht, in dem sie die lokale Vergabe von Funkfrequenzen im 3,6-MHz-Band an produzierende Gewerbe befürworten.

VCI, VDA, VDMA und ZVEI unterstützen die lokale 5G-Funkfrequenzvergabe der Bundesnetzagentur für industrielle Gewerbe. © Bild: gerald - Pixabay

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) sowie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) befürworten die lokale Vergabe von 5G-Funkfrequenz im Bereich von 3.700 - 3.800 MHz an produzierende Gewerbe. Sie begrüßen daher die Entscheidung der Bundesnetzagentur, lokale und regionale Frequenzen auf Antrag zu versteigern. Preise sind noch nicht bekannt. Durch dieses Vergabeverfahren wird es Unternehmen ermöglicht, an den eigenen Produktionsstandorten lokal begrenzte 5G-Industrienetze zur Kommunikation zwischen Maschinen, Systemen und Anlagen zu betreiben und somit auch über den zeitpunkt des Ausbaus sowie über Qualität und Verfügbarkeit des 5G-Netzes und die Vertraulichkeit und Integrität ihrer Daten zu bestimmen.

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Die 5G-Technologie erlaubt eine Breitbanddatenübertragung erstmal auch für industrielle Anwendungen, da sie die Anforerungen an Zuverlässigkeit und Echtzeitfähigkeit (Latenz) erfüllt.

Hier das Positionspapier im Wortlaut:

Gemeinsame Position von VCI, VDA, VDMA und ZVEI zur lokalen und regionalen Vergabe von Funkfrequenzen für 5G im 3,6 GHz- Band (Juli 2018)
Industrielle Produktion wandelt sich durch die Digitalisierung von statisch und sequentiellen hin zu zeitlich und räumlich flexibel, modular aufgebauten Produktionssystemen. Diese sind auf eine zuverlässige und leistungsfähige digitale Infrastruktur angewiesen. Der neuen Mobilfunkgeneration 5G wird dabei eine entscheidende Rolle als Kommunikationsstandard für Industrie 4.0-Anwendungen und –Prozesse in Produktion und Fertigung zukommen.

Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn die Netze zum einen die Anforderungen der Industrie vollumfänglich erfüllen (Verfügbarkeit, Datensicherheit, Betriebssicherheit, garantierte Dienstgüte u.a.) und zum anderen flächendeckend ausgebaut werden; insbesondere auch dort, wo sie von den Unternehmen in der Produktion benötigt werden.

Für die produzierende Industrie ist von zentraler Bedeutung, dass Unternehmen die Möglichkeit erhalten, flexible, unabhängig von Dritten auf individuelle Anforderungen maßgeschneiderte, lokal begrenzte „eigene“ 5G-Netze zur Kommunikation zwischen Maschinen, Systemen und Anlagen an den Produktionsstandorten betreiben zu können. Nur so ist gewährleistet, dass industrielle Betreiber über Zeitpunkt des Ausbaus und Qualität des 5G-Netzes entscheiden sowie Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität ihrer Daten wahren können.

Der Einsatz von 5G in der digitalisierten, industriellen Produktion wird zwingende Voraussetzung für Deutschland als Industrie 4.0-Leitmarkt und für deutsche Unternehmen als führende Anbieter von Industrie-4.0-Anwendungen sein. VCI, VDA, VDMA und ZVEI befürworten daher ausdrücklich die Entscheidung der Bundesnetzagentur vom 14. Mai 2018, das Frequenzband von 3.400–3.700 MHz bundesweit zu versteigern und den Bereich 3.700–3.800 MHz auf lokaler und regionaler Ebene auf Antrag zuzuweisen.

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