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4. NRW Nano-Konferenz in Dortmund ist Plattform für Zukunftsgestaltung

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der völlig neue Werkstoffe spektakuläre Eigenschaften entwickeln. Ein weltweiter Schlüsselmarkt würde sich in Deutschland etablieren, Raum für bestausgebildete Physiker und Chemiker schaffen, Innovationen für Industrie und Gesellschaft anstoßen. Das ist die Welt von Dr. Péter Krüger, Leiter der Arbeitsgruppe Nanotechnologie in der Bayer MaterialScience AG und Vorsitzender hochrangiger Nano-Projektgruppen. Sein Credo: "Damit diese Welt Wirklichkeit wird, muss Nano sicher sein."

"Wir schaffen Sicherheitsstandards, damit die Nanotechnologie ihre Versprechen erfüllen kann", so Dr. Péter Krüger, Leiter der Arbeitsgruppe Nanotechnologie in der Bayer MaterialScience AG und Vorsitzender hochrangiger Nano-Projektgruppen.

Deshalb steht er gleich hinter NRW-Innovationsministerin Svenja Schulze auf dem Programm der 4. NRW Nano-Konferenz am 17. und 18. Oktober 2011 im Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund und stellt die Ergebnisse aus zehn Jahren Sicherheitsforschung zu Nanomaterialien vor.

Nanopartikel sind faszinierend klein: Ein Nanometer ist das Milliardstel eines Meters, schon der Durch­messer eines menschlichen Haares ist 1000 mal größer. Ihre Struktur erlaubt in vielen Bereichen das Überschreiten bisher angenommener Grenzen - Forscher arbeiten fieberhaft an der Entwicklung bislang ungekannter Krankheitstherapien, neuer Energiespeicher, leichterer Fahrzeuge.

"All das wollen wir nicht auf's Spiel setzen. Nur durch verantwortungsvolle Behandlung können die Versprechen und Möglichkeiten, die wir sehen, auch umgesetzt werden", betont Dr. Péter Krüger. Dafür engagiert er sich u.a. als Vorsitzender der Fachgruppe Nanotechnologie in Dechema (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) und VCI (Verband der Chemischen Industrie), deren Arbeitskreis "Responsible Production and Use of Nano­materials" jetzt das Statuspapier zur Sicherheitsforschung vorlegt.

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Allem voran fordert er standardisierte Methoden, "damit Forschungs- und Untersuchungsergebnisse vergleichbar und zur Produktbewertung einsetzbar sind." Vor hunderten von Experten wird er bei der 4. NRW Nano-Konferenz feststellen können: "In diesem Punkt sind wir uns deutschlandweit weitgehend einig. Jetzt befassen wir uns mit der Frage: Wie sicher ist sicher genug?"

Das Statuspapier schildert daher zuerst die Methoden, die gewählt wurden, um Wissenslücken zu füllen, und stellt dann fest: "Nano ist nicht unbedingt neu und ist nicht per se gefährlich. Einige nano­technologiebasierte Produkte sind bereits seit Jahren etabliert, so etwa Industrieruß in Autoreifen oder amorphes Siliziumdioxid in Kosmetika, Tabletten oder Lacken."

Tatsächlich wird Ruß - ein Nanomaterial - seit nahezu hundert Jahren in kaugummiartige Polymere eingemengt zu Autoreifen verarbeitet. "Jeder weiß, dass wir den Umgang beherrschen. Nano an sich ist also kein Risikofaktor", erläutert Krüger. lg

 

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