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"Technologieklau wird unterschätzt"

Die Produktion stieg um 4,4 Prozent, das Produktionsvolumen belief sich auf knapp 145 Mrd. Euro, der Umsatz der Branche erreichte mehr als 151 Mrd. Euro. Die positive Entwicklung des Maschinenbaus beruhte dabei vor allem auf den Exporterfolgen: Sie stiegen um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und mit 107 Milliarden Euro erstmals über die 100 Milliarden Euro Marke. ¿Nahezu alle Regionen lieferten einen Wachstumsbeitrag. Lediglich die Maschinenausfuhr nach Ost und Südostasien verfehlte ihr hohes Vorjahresniveau. Die Lieferungen nach China, die fast die Hälfte der gesamten Exporte ausmachen, fielen um knapp ein Prozent.¿, sagt VDMA-Präsident Dieter Brucklacher. Auch für dieses Jahr erwartet Burklacher weitere Exporterfolge, gefüllte Auftragsbücher und einen neuen Produktionsrekord.
Als wahrer ¿shooting star¿ unter den Exportmärkten erwies sich Indien. Binnen eines Jahres wuchsen die deutschen Maschinenlieferungen um fast 50 Prozent. Indien schob sich so im Ranking der wichtigsten Kundenländer um vier Plätze nach vorn auf Rang 20.
Doch nach drei Rekordjahren in Folge für die Branche befürchtet Brucklacher: ¿Die Luft droht zunehmend dünner zu werden.¿ Zudem birgt die starke Exportabhängigkeit für die Maschinenbauer höhere Risiken: Grosse Sorgen machen dem Verband etwa die Unruhen im arabischen Raum. Auch die Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurs beobachtet die Branche mit Sorgenfalten auf der Stirn.
Auf technologischer Seite sieht Präsident Brucklacher, der im Hauptberuf Chef des Präzisionswerkzeugherstellers Leitz in Oberkochen ist, Gefahren durch unlauteren Wettbewerb und vor allem den ¿Technologie-Klau¿ in Fernost. ¿Das Problem wird bei uns unterschätzt¿, klagt Brucklacher. Für die Unternehmen sei es schwierig, in China Schutzrechte durchzusetzen. ¿Auf dem Papier ist der Rechtsschutz in China und Indien sehr schön¿, ergänzt VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. ¿Faktisch aber ist er schlecht.¿ Deutsche Konzerne hätten sich mit ihrem Technologietransfer ihre Konkurrenz dort selbst herangezogen, räumt er ein. ¿Zum Teil sind die Firmen zu blauäugig.¿ Rund drei Prozent des Umsatzes gehe heute bereits den deutschen Unternehmen durch Plagiate verloren, so eine Studie des VDMA.
Nach Jahren des Investitionsstatus sendet auch das Inlandsgeschäft seit dem Herbst 2005 wieder positive Signale. ¿Unterm Strich reichte es im Vorjahresvergleich zwar noch nicht für ein Auftragsplus, doch der Trend stimmt und lässt auf Wachstum hoffen.¿, betont Brucklacher. Er rechnet damit, dass in Deutschland die Flaute der vergangenen Jahre zu Ende ist. Das anziehende Inlandsgeschäft werde im zweiten Halbjahr die schwächere Weltnachfrage ausgleichen.
Der höhere Produktionsausstoß und auch Arbeitseinsatz der Branche spiegeln sich jedoch nicht in der Zahl der Beschäftigten wider ¿ im Gegenteil: Im Dezember 2005 arbeiteten rund 864.000 Personen im Maschinenbau. Das sind zweitausend Stellen weniger als ein Jahr zuvor.
hs

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