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"In Deutschland produzieren muss wieder sexy werden"

Binnen zehn Jahren die Größe einer Batterie um 40 Prozent und den Verbrauch um 16 Prozent reduzieren und parallel die Leistung um 30 Prozent und die Reichweite um 15 Prozent steigern - Ergebnisse, die Mercedes-Entwickler zu leisten vermögen. Beim Göppinger Mechatronik-Workshop weiteten 80 Unternehmer ihren Horizont.

"2012 geht der strombetriebene Smart in den freien Verkauf", kündigt Danny Kreyenberg an. Er und sein Team haben eine Batterie entwickelt, durch die das Auto bei 35 kW Leistung 150 Kilometer Reichweite hat. 1000 e-Smarts sind bundesweit bereits auf der Straße und parallel entwickeln die Daimler-Ingenieure die Brennstoffzelle weiter.

Klar ist für die Referenten beim Cluster-Workshop Mechatronik aber auch, dass Elektromotoren und Batterien in Europa produziert werden müssen, wenn die Produkte serienreif sind. "Produkte nur erfinden, reicht nicht. In Deutschland produzieren muss wieder sexy werden", ruft MAG-Chairman Prof. Dr. Jürgen Fleischer in den Saal. Er gibt zu bedenken, dass die Produktion von Verbrennungsmotoren ein hohes Maß an automatisierter Zerspanungskompetenz erfordert, während die Herstellung von Elektromotoren einen hohen Montageanteil hat. Entsprechend sind Prozesskompetenzen gefordert, die mechanische, elektrotechnische und softwaregesteuerte Entwicklung von Produkten eng verwoben miteinander zu gestalten. "Prozessmanagement und Lösungswissen stiften zehn Jahre Vorsprung, wenn sie Teil des Produktes sind¿, so der MAG-Manager.

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Auch die weiteren Referenten verdeutlichten den Teilnehmern, dass künftige Wachstumsmärkte in Energie, Mobilität, Sicherheit, Umwelt, Kommunikation und Gesundheit liegen. ¿In all diesen Bereichen ist Mechatronik eine Schlüsselkompetenz", so Dr. Björn Sautter vom Steinbeis-Europa-Zentrum in Stuttgart.

Dass man mit intelligenten Lösungen wachsen kann, zeigte eindrucksvoll die Telemotive AG aus Mühlhausen. 2000 mit vier Mitarbeitern gegründet, beschäftigt der Dienstleister mittlerweile nahe 200 Elektroingenieure. Basierend auf Ihren Anfahrungen hat die AG die Internetplattform www.e-mobility-standards.de gegründet, auf der Entwickler und Anwender sich austauschen und Wissen einbringen können.

Bild: Gaben den Teilnehmern wertvolle Impulse (v.l.): Danny Kreyenberg (Daimler AG), Christine Kumpf (Wirtschaftsfördererin Göppingen), Volker Schiek (Mechatronik-Netzwerk), Peter Kersten (Telemotive AG), Lina Albers (frz. Netzwerk), Guido Till (Oberbürgermeister Göppingen), Günther Leßnerkraus (Wirtschaftsministerium) und Prof. Jürgen Fleischer (MAG Europe). FOTO: GÖPPINGEN

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