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Messe„Schon wieder zu klein“

Mehr Besucher, mehr Fläche, mehr Internationalität – alles zum Besten bei der Neuen Messe in Stuttgart, die vor kurzem eröffnet wurde? Chefredakteur Hajo Stotz hakt nach bei Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Stuttgarter Messe- und Kongress gesellschaft.

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Messe: „Schon  wieder zu klein“

SCOPE: Herr Kromer, die Fildermesse, die Ende Oktober offiziell eröffnet wurde und mit der Motek im September bereits ihre erste größere Bewährungsprobe bestand, hat über 800 Mio. Euro Steuergelder gekostet – nun zeigt sich bei den Voranmeldungen zur AMB 2008, dass die Hallenkapazitäten eventuell nicht ausreichen. Die Neue Messe – gerade eröffnet und schon zu klein?

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Kromer: Ob sie wirklich schon wieder zu klein ist, muss sich erst zeigen. Aber in der Tat verzeichnen wir eine riesengroße Nachfrage bei einer stattlichen Anzahl von Messethemen – die AMB gehört dazu und ist im Grunde jetzt schon für September 2008 ausgebucht. Auch andere Veranstaltungen im nächsten Jahr verzeichnen hervorragende Buchungsstände; es gibt praktisch keine freien Zeitfenster mehr für Zusätzliches. Aber eine Erweiterung des Messegeländes wird erst dann ein Thema, wenn wir über mehrere Jahre hinweg so ausgebucht sind. Theoretisch wären etwa 30 – 40. 000 Quadratmeter mehr noch möglich auf dem Gelände.

SCOPE: Auch die Motek und Bondexpo Ihres Messepartners Schall belegen mit über 1.100 Ausstellern bereits rund 65.000 qm, die Neue Messe wird insgesamt rund 100.000qm Fläche bieten. Neue Projekte, wie etwa eine kleine IAA oder eine kleine Cebit, also aussteller- und besucherstarke Publikumsmessen, könnten daher auf dem neuen Messegelände nicht stattfinden. Wo positionieren Sie die Stuttgarter Messe? Zwischen Spezialmessen wie den Stamping-Days in Pforzheim und Publikumsmagneten wie einer IAA in Frankfurt? Oder als wichtigsten und größten Messeplatz im Südwesten?

„Wichtigster Platz für High-Tech“

Kromer: Unsere Vision ist klar: Wir wollen Deutschlands wichtigster Standort für Hightech-Messen werden. Die Zukunft der Messewirtschaft liegt nach unserer festen Überzeugung nicht in den großen Mammut-Shows, sondern in klar strukturierten und fokussierten Branchen-Events höchstmöglicher Qualität und Internationalität – Zielgruppenansprache ohne Streuverluste. Wir werden auch in Zukunft nicht die IAA in Stuttgart haben, weil sie schlicht zu groß ist für unser Gelände mit seinen 105.200 Quadratmetern. Aber wir arbeiten an anderen, gleichfalls spannenden Themen im Bereich Mobilität.

SCOPE: Sie arbeiten mit der Schall-Gruppe – Stichwort Motek und Blechexpo – zusammen und kooperieren mit der Hannover und der Leipziger Messe. Werden Sie weitere Kooperationen eingehen?

Kromer: Wir kooperieren im Bereich Auslandsvertretungen auch mit Hamburg. Ansonsten wird es in nächster Zeit keine weitere direkte Zusammenarbeit mit Veranstaltern im Inland geben. Die steigende Zahl von Gastveranstaltern, die es an den starken Standort Stuttgart zieht, sehe ich hier als eigenes Kapitel.

„30 Prozent mehr Besucher in 2008“

SCOPE: Die deutsche Industrie wächst vor allem im Ausland. Wie sieht es bei der Messe Stuttgart aus? Kromer: Die Messe Stuttgart ist heute schon mit einer Reihe von Veranstaltungen im Ausland präsent: in China, aber auch – mit der Intervitis Interfructa – in Südafrika und Chile, in Österreich und demnächst auch in Indien und Russland. Weitere interessante Märkte prüfen wir. Wir sind ins Auslandsgeschäft aufgrund der schwierigen Verhältnisse im alten Messegelände Killesberg sicher später gestartet als andere. Aber jetzt gilt: Stuttgart kommt mit Macht.
SCOPE: Welche Erwartungen haben Sie an das Besucheraufkommen in 2007 – und in 2008, dem ersten vollen Messejahr auf dem neuen Gelände?

Kromer: 2007 haken wir als „Zwischenjahr“ ab, als Jahr des Umbruches und des Umzuges ins neue Gelände. 2006 hatten wir rund 10.700 Aussteller und etwa eine Million Besucher auf dem Killesberg. Das damit vergleichbare „gerade“ Jahr 2008 dürfte wohl 30 Prozent mehr Besucher bringen – fast alle Messen, die bisher im neuen Gelände statt gefunden haben, wiesen solch erfreulichen Zuwachsraten auf, und wir haben elf neue Themen im nächsten Jahr. Das wird richtig spannend werden!

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