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Lineartechnik„Viel Druck im Kessel“

Weltweit entwickelt und produziert die Schaeffler Gruppe unter der Marke INA Wälzlager, Gleitlager und Linearführungen für den Maschinenbau sowie Motorenelemente für die Automobil- industrie. Einen Überblick über die Zahlen des Bereichs Linear- technik gibt Dietmar Heinrich, Leiter Geschäftsbereich INA- Lineartechnik der Schaeffler Gruppe Industrie, bei einem Gespräch mit SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz.

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Lineartechnik: „Viel Druck im Kessel“

SCOPE: Herr Heinrich, hat sich die Lineartechniksparte der Schaeffler-Gruppe in der Krisenzeit eingeigelt - oder wie haben Sie die Zeit genutzt?

Heinrich: Letztes Jahr haben wir rund 45 Prozent unseres Geschäftsvolumens gegenüber dem sehr guten Jahr 2008 verloren. Wir haben die Krise genutzt, um uns für die Zukunft neu aufzustellen. An den Standorten Homburg und Haguenau wurden Strukturmaßnahmen eingeleitet um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Im Rahmen unseres gruppenweiten Effizienzsteigerungsprogramms „MOVE“, das für maximale Kundenorientierung steht, haben wir zudem die gesamten Fertigungsprozesse in Haguenau und Homburg neu organisiert.

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SCOPE: Was haben Sie in den Fertigungsprozessen geändert?

Heinrich: Wir haben die Prozesse an unsere Kundenanforderungen angepasst, was mit einem Paradigmenwechsel von auslastungsorientierten hin zu bedarfsorientierten Abläufen verbunden war. Das schnelle Wiederanziehen des Geschäftes ist ein erster Belastungstest für unsere Supply Chain, dem wir uns sehr gerne stellen.

SCOPE: Stichwort Wiederanziehen - wie stellt sich aktuell die Geschäftsentwicklung dar?

Heinrich: Nachdem die Aufträge 2009 massiv eingebrochen sind, verzeichnen wir in den ersten acht Monaten 2010 einen Zuwachs von fast 100 Prozent gegenüber den ersten acht Monaten 2009. Aus meiner Sicht sind wir mit all den Maßnahmen, die wir 2009 ergriffen haben, aus der Krise deutlich gestärkt hervorgegangen.

SCOPE: Sehen Sie den wirtschaftlichen Aufschwung als eine nachhaltige Entwicklung oder ist das mehr eine Lagerbefüllung der Kunden und damit eher eine kurzfristige Blase?

Heinrich: Ein Stück weit ist das im Moment vielleicht überhitzt, aber das ist nicht nur eine Blase. Im Moment ist zwar sehr viel Druck im Kessel, doch die verschiedenen Branchen ziehen alle, wenn auch zeitversetzt, wieder an. Im Bereich der Werkzeugmaschine haben wir erst in den letzten zwei Monaten diesen Auftrieb gespürt, in anderen Bereichen teilweise schon seit Beginn des Jahres. Wir sind daher überzeugt, dass sich diese Entwicklung weiter tragen wird.

SCOPE: Wie entwickeln sich in dieser Phase die Anforderungen der Märkte?

Heinrich: Traditionell sind wir in Deutschland und Europa sehr stark auf den Bereich der Linearführungen für Werkzeugmaschinen ausgerichtet. Hier sehen wir uns vor der Herausforderung, dass diese Branche sehr hart von der Krise getroffen wurde. Die Lineartechnik wird in vielen Bereichen zur Standardkomponente. Wir müssen uns daher von unseren Mitbewerbern abheben und entsprechend mehr bieten. Mit Systemlösungen und innovativen Produkten sind wir gut aufgestellt, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden.

SCOPE: Sie sprachen von der Optimierung der Supply Chain. Was bedeutet das konkret – vor allem für die Kunden?

Heinrich: Das heißt, dass wir die Prinzipien der Synchronisierung zum Kunden, die wir bereits seit längerem betreiben, in unsere Zulieferkette hinein weiterentwickeln: in die Werke der Lineartechnik und die anderen Werke der Schaeffler Gruppe aber auch bis zu unseren Lieferanten. Wir bauen unsere Geschäftsprozesse so um, dass wir in der Lage sind, ganz eng am Kundenbedarf zu produzieren.

SCOPE: Fast 100 Prozent Auftragssteigerung innerhalb weniger Monate – kommen Sie da nicht schon wieder in Lieferschwierigkeiten?

Heinrich: Um die Lieferfähigkeit sicherzustellen, haben wir bereits die Personalkapazität in den Werken angepasst und die Kapazitätserhöhung mit unseren Lieferanten vereinbart. Für das nächste Jahr haben wir sowohl in unseren Werken als auch bei unseren Lieferanten einen weiteren Anstieg vorgesehen. Denn wir sind überzeugt, dass dieser Aufschwung Ausdruck einer nachhaltigen Wirtschaftsbelebung ist.

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