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Distributor für Elektronik und AutomationAkzeptanz weltweit

Das Portfolio des Distributors RS Components in den Bereichen Elektronik und Automation ist vielfältig. Angefangen von Produkten für die Forschung und Entwicklung, über die Vor- und Kleinserienfertigung bis hin zur Wartung und Instandhaltung. Dr. Peter Stipp sprach mit Jürgen Lampert, Vice President Sales Nothern Europe, über die Stellung im Markt, den Nutzen neuester Tools und seine Vision für die nächsten Jahre.
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Distributor für Elektronik und Automation: Akzeptanz weltweit

SCOPE: Herr Lampert, nach eigenen Angaben befindet sich RS auf dem Weg zum führenden Distributor im Bereich Elektronik und Elektrotechnik. Worin unterscheiden Sie sich hauptsächlich vom Wettbewerb und welches sind Ihre Zielgruppen?

Lampert: RS fokussiert als High Service Level-Distributor den kleinen und mittleren Mengenbedarf in der Elektronik und Automation. Wir bieten mit einem umfassenden Angebot von mehr als 500.000 Produkten ein sehr breit gefächertes Kundenspektrum und wenden uns an drei Haupt-Zielgruppen in den Unternehmen. Zunächst sind es die Ingenieure in der Entwicklung; für sie zählt Innovation. Hinzu kommen Instandhalter. Sie erwarten die schnelle und zuverlässige Lieferung einer großen Anzahl bewährter Produkte und eine umfassende technische Beratung. Das bedeutet für uns, stets die neusten Technologien auf Lager zu haben und auch auf Ad Hoc-Anforderungen sofort reagieren zu können. Schließlich wenden wir uns an Einkäufer, die einen flexiblen Partner suchen, um langfristig den Einkauf zu optimieren und Prozesskosten zu senken.

SCOPE: Warum arbeiten Lieferanten hauptsächlich mit Ihnen zusammen?

Lampert: Für Hersteller, deren Produkte wir vertreiben, macht uns die Ansprache eines stark differenzierten Kundensegmentes zu einem zentralen Partner bei der Einführung von Neuprodukten. Für die genannten Zielgruppen ist aus Sicht der Hersteller der RS Webshop wie auch unser Katalog der beste Vertriebskanal. Für diese Unternehmen ist es nicht wirtschaftlich, ein derart kleinteiliges Kundensegment anzusprechen. Für unsere Lieferanten bieten wir somit den idealen Weg, um solche Kunden anzusprechen und sie mit ihren Produkten zu versorgen.

SCOPE: Für Hersteller hat die Verfügbarkeit in der Fertigung eine hohe Priorität. Wie gewährleisten Sie die Qualität der von Ihnen vertriebenen Produkte?

Lampert: Ein ganz wichtiger Grund, der die Kunden immer wieder zu RS führt, sind die Qualitätsansprüche des Hauses. Wir sind gemäß ISO 9001:2000 sowie ISO 14001 zertifiziert. Um die Produkt-Qualität stets auf dem gewohnt hohem Stand zu halten, finden außerdem umfangreiche Qualitätskontrollen im Vorfeld der Einführung von Produkten statt. Zur langfristigen Qualitätssicherung werden Lieferanten regelmäßig überprüft und laufende Produktstichproben genommen. Außerdem bürgen renommierte Hersteller im RS Angebot für Qualität.

SCOPE: Ab sofort bietet RS auch eine vollständige eCommercelösung in Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn an. Wie schätzen Sie das Volumen dieses Marktes ein und welche Ziele haben Sie sich dort Jahr gesteckt?

Lampert: Die schnelle Entwicklung unserer Aktivitäten in Osteuropa ist der nächste Schritt unserer regionalen Wachstumsstrategie. Unsere Absicht ist es, ein solides Geschäft mit Verkaufserlösen in nennenswertem Umfang zu etablieren. Gleichzeitig wollen wir in fünf Jahren der führende High Service Level (HSL)-Partner in diesen Märkten sein. In unserem Auftrag durchgeführte Marktanalysen zeigen, dass der Markt für die High Service-Distribution in Zentral- und Osteuropa einen Umfang von mehr als 1,5 Milliarden Euro hat.

SCOPE: Sie bieten für den Mittelstand spezielle eProcurement Tools an. Können Sie deren Nutzen etwas näher ausführen?

Lampert: Als Pionier im eCommerce kann RS auf langjährige Erfahrungen bei der Integration elektronischer Kataloge in bestehende elektronische Einkaufssysteme von Unternehmen verweisen. Wir beraten als Dienstleister, wie Bedarfe gebündelt und Einkaufsvorgänge optimiert werden können. So entstehen individuelle Lösungen für das eProcurement, die exakt die Kundenbedürfnisse erfüllen. Mit Ihrer Hilfe lassen sich Kosten beim Einkauf deutlich senken, denn besonders die Möglichkeiten zur Reduzierung von Prozesskosten sind hier beeindruckend. Unser Angebot reicht vom Einstieg durch die Nutzung des RS Webshops, über die Einkaufslösung Purchasingmanager und die Bereitstellung von Content für bestehende elektronische Einkaufssysteme bis zur direkten Anbindung per Punchout/OCI und Verfahren zur elektronischen Rechnungsabwicklung (eInvoicing).

SCOPE: Im vergangenen Jahr haben Sie den ersten pan-europäischen Katalog vorgestellt. Wie wichtig ist für Sie eine Printversion neben ihrem Webshop?

Lampert: Trotz des wachsenden eCommerce-Anteils wird der gedruckte Katalog noch lange parallel weiter existieren. Wir haben einen nicht zu unterschätzenden Kundenstamm, der auf den gedruckten Sortimentsüberblick schwört. Nach wie vor ist ein Zugang zum Internet, speziell in Werkstattbereichen, keine Selbstverständlichkeit. Unser jährlich erscheinender Hauptkatalog bietet einen umfassenden Überblick über das gesamte Sortiment.

SCOPE: RS ist zertifizierter Lieferant für das so genannte Punch-Out Verfahren. Welche Vorteile bietet dies dem Kunden?

Lampert: Bei eProcurement-Lösungen wird grundsätzlich zwischen Punch-Out- und Content-Varianten unterschieden. Beim sogenannten PunchOut greift der Besteller direkt auf unseren Online-Katalog zu. Der gefüllte Warenkorb gelangt dann als Bedarfsanforderung zum eigenen eProcurement-System des Bestellers zurück. Der Kunde kommt in den Genuss von aktuellen Informationen; beispielsweise über die aktuelle Produktverfügbarkeit. Zusätzlich profitiert er von umfassenden technischen Zusatzinformationen. Wir können eine Integration mit allen wesentlichen eProcurement-Anbietern realisieren. Bei Content-Lösungen liefert RS liefert Katalogdaten in Form einer Datei, die in das bestehende eProcurement-System geladen und die in bestimmten Zyklen aktualisiert werden.

SCOPE: Am April 2011 feiert RS Deutschland sein 20-jähriges Jubiläum. Haben Sie ein Vision, die Sie innerhalb der nächsten Jahre umsetzen möchten?

Lampert: Wir streben den Platz der unangefochtenen Nummer eins in Europa an und verfolgen die Vision, Schritt für Schritt zum völlig web-basierten Unternehmen zu werden. Bereits 1998 hat RS eine eCommerce-fähige Website eingerichtet. Seitdem spielt das Internet gerade in Deutschland eine Schlüsselrolle. Wir möchten Kunden das bestmögliche Online-Einkaufserlebnis und den einfachsten und schnellsten Weg zum gesuchten Produkt bieten. Unser Ziel ist es, mittelfristig einen eCommerce-Anteil von 70 Prozent des Gesamtumsatzes zu erreichen und weiterhin die Rolle einer Speerspitze in der internationalen Wachstumsstrategie unserer Unternehmensgruppe zu übernehmen.

SCOPE: Vor circa einem halben Jahr haben Sie die Online-Plattform DesignSpark vorgestellt. Wie hat sich dieses Instrument entwickelt und welche Unterstützung bietet es dem Designer?

Lampert: Mittlerweile ist DesignSpark zur wachstumsstärksten Online-Plattform der Industrieelektronik geworden. Mehr als 23.000 Entwickler sind DesignSpark beigetreten und die Zahl der Nutzer von DesignSpark PCB, dem weltweit leistungsstärksten kostenlosen Programm für das Leiterplattendesign, liegt bereits bei 19.000 mit starker monatlicher Zuwachsrate. DesignsSpark-Nutzer erkennen den Wert einer Online-Umgebung, der sie vertrauen können, und die ihnen Informationen, Werkzeuge und Services bietet, die den Designprozess vereinfachen und Zeit sparen. Wir haben mit DesignSpark den Trend aufgegriffen, dass Ingenieure ihrer Entwicklungstätigkeit immer häufiger in den Online-Sektor verlegen. Unter http://www.designspark.com sind Design-Informationen, Bewertungen von Benutzern und neue kostenlose Tools versammelt, die den Design-Vorgang beschleunigen. Ein wichtiges Merkmal von DesignSpark ist eine Bibliothek unabhängiger Bewertungen für Development Kits und Testplattformen. Kostenlose Designtools hostet der Spark Store. Er hat die Branche wirklich begeistert und ist zu einer ergiebigen und vielfältigen Quelle frei verfügbarer Designlösungen geworden. Der Kreis der Mitwirkenden reicht von Bauteileherstellern und kommerziellen Softwareentwicklern bis hin zu Einzelpersonen, die ein nützliches Hilfsprogramm gern auch anderen zur Verfügung stellen möchten. Die angebotenen Werkzeuge reichen von einfachen Konvertern zu kompletten FPGA Designtools, Mikroprozessor-Entwicklungskits, Lösungen zur Optimierung des Energieverbrauchs und sogar LED-Designhilfen.

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