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Robotation Academy„Live in Aktion“

Die Robotation Academy bietet Mitarbeitern aus der Produktion Workshops, Beratung und Kongresse zu Themen der Robotik und Automation. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz sprach mit Thomas Rilke, Geschäftsführer der Akademie, darüber, wie sie sich auf der Hannover Messe 2012 präsentiert.
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Robotation Academy: „Live in Aktion“

SCOPE: Herr Rilke, nach der - nicht nur in Roboterhinsicht - erfolgreichen Hannover Messe 2011 fragt sich die Branche: Kommen die Roboter zurück nach Hannover?

Rilke: Die Besucher der Industrial Automation haben uns in vielen Gesprächen gesagt: sie wünschen sich eine Messe auf der - neben den Robotern - auch roboterbasierte Produktionslösungen gezeigt werden. Auch der Abgleich mit der Elektroautomation ist den Besuchern wichtig. Diese Aufgabe haben wir erfüllt und können den Besuchern der Hannover Messe 2012 einen deutlich größeren Roboterbereich anbieten. Neben mehr Roboterherstellern ist es uns vor allem gelungen, deutlich mehr Systemhäuser zu gewinnen. Wir konnten die Zahl der Aussteller in diesem Bereich auf rund 30 Unternehmen erhöhen. 2010 waren es noch acht. Auf unserem neuen Application Park präsentieren sich Systemhäuser und Anlagenbauer mit Lösungen und Kompetenz. Im neuen Roboterforum stehen Anwendungen für unterschiedliche Branchen im Vordergrund. Neu ist die Robotersprechstunde. Auf der Messe und ganzjährig auf unserer Internestseite http://www.automationsnetzwerk.de bieten wir den Kontakt zu erfahrenen Trainern.

SCOPE: Wie wird sich der Bereich 2012 in Hannover präsentieren?

Rilke: Viele Roboterhersteller waren in den vergangenen Jahren regelmäßig Aussteller der Hannover Messe. Unternehmen wie Kawasaki, Stäubli oder Epson. Tatsächlich ist es so, dass die Anzahl und auch die Fläche der ausstellenden Roboterhersteller und insbesondere der Systemhäuser seit dem letzten Jahr deutlich angestiegen ist. Dieses Jahr stellen acht Roboterhersteller und 22 Systemhäuser in den Hallen 16 und 17 aus. Kawasaki zeigt sein eigenes Systemhauskonzept und stellt gemeinsam mit sechs Systemhaus-Partnern auf einer Fläche von 400 Quadratmetern aus. Mit dabei sind: Mitsubishi, Comau, Epson, Stäubli, inventions, IBG, Akon Robotics und viele andere. Ein besonderes Highlight ist der neue Application Park Robotics & Automation. Hier zeigen Aussteller Lösungen live in Aktion. Zehn unterschiedliche Applikationen werden den Fachbesuchern auf dem Application Park im Detail präsentiert. Jede Anwendung hat einen eigenen Bereich, an jedem Punkt erklären Experten die Besonderheiten des entsprechenden Systems. Das bietet die Möglichkeit, verschiedene Roboter und Systemlösungen direkt im Life-Vergleich zu sehen und einschätzen zu können. Den Application Park finden Sie in Halle 17, Stand C24. Dort bündeln wir fünf Module unseres Roboter-Netzwerks an einem Ort: In der Robotersprechstunde berät der Roboterexperte Christian Teuber von der VW Coaching kostenlos und herstellerunabhängig zu Roboterfragen. Das macht er nicht nur zur Hannover Messe, sondern das ganze Jahr über. Außerdem veranstalten wir für Fachbesucher eine Guided Tour Robotics. Darüber hinaus gibt es ein Matchmaking für den Themenbereich Robotics und mit verschiedenen Herstellern werden Live Demo Robotics gezeigt. Außerdem veranstalten wir in Kooperation mit verschieden Medienhäusern das Forum Robotics Automation & Vision. Ein weiteres Highlight findet am Messe-Dienstag statt. Innerhalb des Forums verleihen wir am 24. April um 16:00 zum zweiten Mal den Robotics Award. Der Preis für angewandte Roboterlösungen wird vom Niedersächsischen Ministerpräsidenten Bode verliehen.

SCOPE: Sie waren auch in Gesprächen mit verschiedenen Roboterherstellern und den Automatica-Veranstaltern wegen der Zukunft der Automatica. Wird die Automatica nach 2012 Bestandteil der Hannover Messe?

Rilke: Wir kümmern uns engagiert um die Wünsche unserer Aussteller - auch der zukünftigen. Das hat in diesem Jahr auf der Hannover Messe zu einem nahezu doppelt so großen Lösungsbereich geführt und das ist im Interesse unserer Besucher.

SCOPE: Die Robotation Academy wird von der Hannover Messe und VW Coaching getragen. Kann die Academy auch auf die speziellen Probleme und Anforderungen von a) kleinen und mittelständischen Firmen und b) die nicht aus dem Automobilbereich kommen, eingehen?

Rilke: Unser Fokus liegt auf kleineren und mittelständischen Unternehmen. In diesen Unternehmen werden Roboter und Automation so variantenreich eingesetzt, dass fast jede Lösung eine Einzelfalllösung darstellt. Aus diesem Grunde kommen gerade Mittelständler zu uns, um sich von unseren Trainern und den beteiligten Partnern über die generelle Machbarkeit ihrer angestrebten Lösung zu informieren. Die Automobilhersteller sind auch unsere Gäste, kommen aber mit sehr speziellen Fragestellungen auf die Partner der Robotation Academy direkt zu und lassen sich im Zusammenspiel der unterschiedlichen Hersteller Lösungsansätze vorschlagen. Die Zusammenarbeit mit Volkswagen Coaching ist für uns in diesem Zusammenhang sehr wichtig, da die Trainer fast jede Herausforderung in der Robotik und Automation schon mal gemeistert haben. Das sie diese Erfahrungen in einem Automobilkonzern gesammelt haben, ist an dieser Stelle nicht wichtig, denn die Bedienbarkeit von Robotern und Automation ist unabhängig davon, in welche Applikation und Branche sie eingesetzt wird. Für unsere Teilnehmer ist es wichtiger, von den Erfahrungen eines der größten Automationsanwender in Kombination mit den Herstellern zu profitieren.

SCOPE: Können Sie das anhand eines konkreten Beispiels festmachen?

Rilke: Die Gespräche, die in unseren Workshops und Veraltungen stattfinden, unterliegen der Vertraulichkeit. Ich kann Ihnen aber einen typischen Verlauf darstellen, der häufig vorkommt: Der Teilnehmer arbeitete in einem zulieferndem Unternehmen und sieht sich steigenden Anforderungen seiner Kunden an Qualität und Kosten ausgesetzt. Für viele Unternehmen ist vor allem die überprüfbare und 100-prozentige Qualität eine Herausforderung, die sie zur Robotik und Automation bringt. Wir bieten dann einen moderierten Prozess an, an deren Ende das Unternehmen einschätzen kann, welche Vorteile die Robotik und Automation bieten. Sollte dann eine Investitionsentscheidung getroffen werden, steht die Fortbildung der Mitarbeiter im Fokus unserer Tätigkeit. Bei der Einführung von Robotern gewinnt ein weiterer Aspekt an Bedeutung: Die Gesundheit der Mitarbeiter zu schonen, um ihre Kompetenz zu steigern und im Produktionsprozess zu erhalten. Gerade vor dem Hintergrund massiver Probleme in Bezug auf Nachwuchskräfte gewinnt die Einführung von Robotern an Bedeutung.

SCOPE: Die Robotation Academy arbeitet mit vielen Roboterherstellern zusammen, die die Hannover Messe - noch - meiden. Hilft die Academy der Messe, als Roboter-Plattform wieder interessanter zu werden? Oder wo liegt die Motivation der Messe für die Finanzierung der Robotation Academy?

Rilke: Die Robotation Academy GmbH ist inzwischen ein profitables Unternehmen und stellt schon aus diesem Grunde einen Wert an sich dar. Ganz wesentlich treibt uns aber eine strategische Zielrichtung: Beim Ausbau oder der Einführung von Robotern und Automationstechnik haben Anwender grundlegende Fragen und Informationsbedürfnisse, die in Workshops und speziellen Veranstaltungen beantwortet werden können. Häufig macht ein Messebesuch nach der Teilnahme an einer solchen Veranstaltung mehr Sinn, da man gezielte Gespräche führen kann. Die Robotation Academy und die Hannover Messe bieten aufeinander aufbauende Informationsangebote und ergänzen sich auf ideale Weise.

SCOPE: Die Robotation Academy gibt es seit Januar 2009 - wie viele Teilnehmer haben das Angebot seither genutzt?

Rilke: Jährlich können wir inzwischen rund 4.000 Teilnehmer begrüßen. Produzierende Unternehmen aus nahezu allen Branchen nutzen mittlerweile die herstellerübergreifenden Angebote der Robotation Academy und die besondere Atmosphäre, inmitten der Technik und Schulungsanlagen an Workshops und Kongressen teilzunehmen. So wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern an den installierten Anlagen auch Praxiserfahrung vermittelt.

SCOPE: Sie sind Geschäftsführer der Robotation Academy und waren bisher auch verantwortlich für die Leitmesse Industrial Automation. Seit Anfang April hat diese Aufgabe Marc Siemering übernommen. Warum diese Aufteilung? Übernehmen Sie künftig andere Themen?

Rilke: Wir werden die Robotation Academy um eine Metropolitan Academy ergänzen, um auch in diesem Markt Messen, Veranstaltungen, Workshops und Kongresse anbieten zu können. Messeseitig werde ich mich zukünftig mit einem neuen Team ganz auf den Ausbau der Metropolitan Solutions konzentrieren. Technische Lösungen für Metropolen und Städte weltweit ist ein großer Markt mit hohen technischen Herausforderungen. Auch für diesen Markt werden wir zukünftig Veranstaltungen, Workshops und Kongresse anbieten.

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