Scope Online - Industriemagazin für Produktion und Technik
Sie befinden sich hier:
Home> Märkte + Unternehmen> Interviews> „Im Markt einzigartig“

Spindel-Service„Im Markt einzigartig“

Im Frühjahr eröffnete SKF seine erste deutsche Solution Factory. Zu deren Leistungsspektrum gehört neben Anwendungsberatung, Maschinendiagnose und Schadensanalayse auch ein Spindel-Service. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker sprach mit dem Leiter der Solution Factory Jürgen Blum über die Schweinfurter Ideenschmiede.
sep
sep
sep
sep
Spindel-Service: „Im Markt einzigartig“

SCOPE: Welche Ziele verfolgt die Solution Factory vorrangig?

Blum: In Kombination mit dem Branchen-Knowhow und unseren Produkten und Dienstleistungen werden Lösungen erarbeitet, die Kunden wettbewerbsfähiger machen sollen. Wir richten uns an industrielle Endverbraucher und Kunden der SKF-Vertragshändler. Sie profitieren von der interdisziplinären Zusammenarbeit und sich daraus ergebenden ganzheitlichen Lösungen. Nicht nur bei komplexen Problemen, sondern auch bei einfach erscheinenden Aufgaben, die, sofern nachhaltig gelöst, großen Kundennutzen liefern. Die Bündelung unserer Kompetenzen ermöglicht ein breites Spektrum von Umsetzungsmöglichkeiten. Das ist im Markt einzigartig. Weltweit hat SKF bereits zehn Solution Factories eingeführt und baut dieses Netzwerk kontinuierlich aus.

Anzeige

SCOPE: Welche Rolle spielt dabei der Spindelservice?

Blum: Er sorgt für leistungs- und einsatzfähige Werkzeugmaschinen. Die Technologie von WZM-Spindeln verändert sich rasant. Wo früher fremdgetriebene Spindeln eingebaut waren, sind heute Hochpräzisionslösungen mit integriertem Antrieb im Einsatz. Bei einem Defekt sind deshalb Experten gefragt. Im Rahmen unserer Solution Factory bieten wir Dienstleistungen nicht nur für die Reparatur, sondern auch für die Optimierung und Verfügbarkeit der heute hochkomplexen Baugruppen.

SCOPE: Was darf der Anwender vom Spindel-Service-Center konkret erwarten?

Blum: Jede Spindel, unabhängig vom Hersteller, wird bei uns zunächst analysiert. So können wir mit dem Kunden die durchzuführenden Arbeiten vereinbaren. Unser Service bringt die Spindel nicht nur in den ursprünglichen Zustand; auf Kundenwunsch besteht die Möglichkeit, das Lagerungs-, Dichtungs- oder Schmierkonzept zu optimieren und Detailverbesserungen in die Konstruktion einfließen zu lassen. Im Sinne unseres Besser als neu-Ansatz, erarbeiten wir aus der vorhandenen Serienspindel unter Berücksichtigung der Betriebsbedingungen eine maßgeschneiderte Lösung. Um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, beachten wir auch die Dringlichkeit der Schadensbehebung: Im Standardservice ist der Auftragseingang maßgebend; im Terminservice erfolgt die Überarbeitung nach vereinbarten Prioritäten. Und wenn überarbeitete Spindeln nicht unmittelbar wieder eingesetzt werden können, und Gefahr laufen, bei der Lagerung Schaden zu nehmen, kommt unser Service für Reservespindeln zum Tragen. Im „Spindelhotel“ werden Spindeln gelagert und gewartet. Daraus sind sie jederzeit für den Kunden abrufbar.

SCOPE: In welchen Fällen sind Spindel-Optimierungen sinnvoll?

Blum: Optimierungen sind erforderlich, wenn sich die Leistungsansprüche und Betriebsbedingungen im Vergleich zur ursprünglichen Auslegung geändert haben. Wird etwa eine für hohe Drehzahlen entwickelte Spindel bei mittlerer Geschwindigkeit und mit höherer Last betrieben, sind die Lager nicht optimal dafür ausgelegt und können ihre Leistungsfähigkeit nicht voll entfalten. Es kommt zu vorzeitigen Ausfällen. Die entsprechende Anpassung der Spindel sorgt dafür, dass die WZM zuverlässig läuft.

SCOPE: Worauf basiert die Kompetenz der Service-Center?

Blum: SKF hat in Schweinfurt seit über 40 Jahren Erfahrungen im Spindelservice – mit Spindeln, die bei unseren Kunden oder auch in unserer eigenen Fertigung im Einsatz sind. Wir sind Dienstleister und Anwender zugleich und kennen die Herausforderungen der Produktion sehr gut. Unsere Techniker sind mit 16 weiteren Spindelservice-Centern in 14 Ländern vernetzt. Dort sind Daten und Informationen von rund 35.000 Spindeln enthalten. Überdies steht ihnen das Fachwissen aus den SKF Kompetenzbereichen Lager und Lagereinheiten, Schmiersysteme, Dichtungen, Mechatronik und Dienstleistungen zur Verfügung.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zu dieser Firma

Roboter in der Industrie

SKF TalkrundeWie verändern "smarte" Roboter die industrielle Fertigung?

Intelligente, autonome Roboter sind dank schnellerer Rechner und höherer Speicherkapazitäten keine Utopie mehr: In der Industrie befinden sie sich längst im Einsatz – und es werden immer mehr. In Zukunft dürften bis zu 60 Prozent unserer Arbeitsaufgaben automatisiert sein. Wie wird diese Entwicklung die Fertigung und Instandhaltung von Maschinen verändern? Diese Frage diskutierte eine Expertenrunde im Rahmen der von SKF initiierten „Let’s Talk“-Veranstaltungsreihe.

…mehr

NewsSKF übernimmt S2M

Übernahme von S2M, einem Hersteller von Magnetlagern ist abgeschlossen.

…mehr

Weitere Beiträge in dieser Rubrik

Helmut Schmid

Helmut Schmid, Geschäftsführer der...„Unsere ‚Do it yourself‘- Strategie schafft Mehrwerte“

Die dänische Roboterschmiede Universal Robots gilt als Pionier für kollaborierende Robotertechnologie. Die Roboterarme können ohne Schutzbehausung direkt neben den Mitarbeitern aus Fleisch und Blut eingesetzt werden und ihnen monotone und belastende Arbeitsschritte abnehmen.

…mehr
Ralf Willmes

Interview mit Ralf Willmes„Zurzeit gibt es noch keine standardisierte ‚Industrie-4.0-Schnittstelle‘“

Eine durchgängige Kommunikation vom Feldgerät bis ins ERP- System sollte die Basis einer Industrie 4.0 in der Prozessautomatisierung sein. Allerdings fehlen Standards und Schnittstellen ebenso wie das Bewusstsein für die Risiken und Möglichkeiten von cloud-basierten Lösungen, wie SCOPE-Redakteurin Caterina Schröder im Interview mit Ralf Willmes, Produktmanager Digitalisierung bei Endress+Hauser, erfahren hat.

…mehr
Harald von Heynitz

Interview mit Harald von Heynitz„Der dritte Arm des Mitarbeiters“

Der Industrieroboter liegt im Trend. Im vergangenen Jahr wurden laut internationalem Branchenverband IFT erstmals mehr als 240.000 Einheiten verkauft. Harald von Heynitz ist Partner, Audit und Head of Industrial Manu-facturing bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

…mehr

Neue Stellenanzeigen