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Sägemaschinen„Wo Schatten ist…“

Aus aller Welt trafen sich im Mai 2009 Stahlexperten bei der Fachmesse „International Partners in Steel“ (IPS), die zum siebten Mal von der Kaltenbach GmbH + Co. KG durchgeführt wurde. Valentin Kaltenbach, der Geschäftsführer des badischen Unternehmens sprach mit SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz über die Ziele der Hausmesse und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.
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Sägemaschinen: „Wo Schatten ist…“

SCOPE: Herr Kaltenbach, Sie veranstalteten gemeinsam mit 36 Partnerfirmen die Hausmesse "International Partners in Steel" (IPS) in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Welche Ziele verfolgten Sie mit der Hausmesse?

Kaltenbach: Da gibt es eigentlich nur einen Aspekt, den ich als Triebfeder für diesen großen Event herausstellen möchte. Die IPS hat sich in den letzten Jahren als optimale Plattform für die internationale Stahlbranche etabliert. Hier diskutieren die Experten aus Stahlbau und Stahlhandel über die neuesten Trends und Innovationen in der Produktion, im Bereich der IT und in der Logistik. Und dass dieses Forum hier bei uns in Lörrach stattfindet, ist uns Ansporn und Motivation genug. Dieses Jahr stand die IPS unter dem Motto "Automation: If Steel Is Your Deal" und sowohl unsere Partnerfirmen als auch Kaltenbach zeigten modernste und durchgängige Automatisierungskonzepte für die Bearbeitung von Profilen und Blechen. Wir haben außerdem unser neues Technology-Center (KTC) mit über 1.500 Quadratmeter erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Das steht unseren Kunden auch nach der IPS für Demonstrationen und Schulungen jederzeit zur Verfügung.

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SCOPE: Die IPS 2009 ist die siebte Hausmesse dieser Art. Wie viele Besucher konnten Sie begrüßen?

Kaltenbach: Das Timing stimmte optimal für diesen internationalen Branchentreff der Stahlexperten hier in Lörrach. Unsere Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Über 2.500 Kunden aus 42 Ländern reisten an ¿ es kamen sogar mehr als vor zwei Jahren. Wo Schatten ist, ist eben auch Licht! Vielleicht hat uns gerade die wirtschaftlich angespannte Lage zu diesem Besucherstrom verholfen. Denn es gibt auch eine Zeit nach der Krise - und da wollen unsere Kunden gewappnet sein.

SCOPE: Welche Maschinen und Produkte standen im Zentrum der Ausstellung?

Kaltenbach: Unter den 36 Partnerfirmen befanden sich wichtige Branchenverbände, Softwarefirmen, Zulieferer und Maschinenausrüster des Stahlbaus und Stahlhandels. Wir selbst zeigten mehrere Produktneuheiten auf der IPS: Neben einer neuentwickelten Hochleistungs-Geradschnittkreissäge und der schnellsten Stanz-Scheranlage, die momentan auf dem Markt zu finden ist, präsentierte Kaltenbach eine vollautomatische Säge-Bohranlage mit automatischer Sortierung der Gutteile. Kunden, die dieses Konzept bereits einsetzen berichten von einer bis zu 30 Prozent höheren Produktivität ihrer Anlage.

SCOPE: Sie haben letztes Jahr den Standort Lörrach erheblich ausgebaut. Betrifft die Erweiterung die Produktion? Wenn ja, welche Produkte werden mit den ausgebauten Kapazitäten abgedeckt?

Kaltenbach: Wir haben im letzten Jahr rund acht Millionen Euro in die Erweiterung des Standortes Lörrach investiert. Durch den Bau der neuen Produktionshalle konnten wir die Kapazität von Montage und Fertigung deutlich vergrößern und zugleich den Materialfluss entlang der Wertschöpfungskette optimieren. Neben der Investition in zwei große Bearbeitungszentren mit Palettenspeicher haben wir eine neue Pulverbeschichtungsanlage in Betrieb genommen.

SCOPE: Die Kunden erwarten allgemein zunehmend nicht nur die Produkte aus einer Hand, sondern für den gesamten Prozess möglichst nur einen Ansprechpartner. Trifft das auch auf das Sägengeschäft zu und wie reagieren Sie darauf?

Kaltenbach: Unsere Kernkompetenz hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erweitert. Wir haben uns vom reinen Sägenhersteller zum Komplettlieferanten entwickelt und so liegt unsere Stärke heute im Consulting und Engineering ganzer Anlagen. Als Gesamtverantwortlicher projektieren wir weltweit Großanlagen im Bereich des Stahlbaus und Stahlhandels - und da wo unsere Produktpalette mit Sägen, Bohren, Brennen, Stanzen, Scheren, Ausklinken, Transportieren und Messen aufhört, setzen unsere Kopperationspartner mit ihren Produkten nahtlos an. Davon konnten sich die Besucher auf der diesjährigen IPS 2009 ein Bild machen.

SCOPE: Und wie reagieren Sie unternehmerisch auf die momentane Krise? Teilen Sie die Ansicht von Wirtschaftsexperten, dass die Talsohle in Sicht ist?

Kaltenbach: Mit einem Exportanteil von rund 70 Prozent sind die derzeitige globale Wirtschaftskrise und der Einbruch im deutschen Werkzeugmaschinenbau nicht spurlos an uns vorüber gegangen. So mussten wir, neben der Einführung der Kurzarbeit, in begrenztem Umfang auch personelle Anpassungen durchführen. Das schmerzt besonders wenn man bedenkt, dass wir die letzten Jahre händeringend nach Fachkräften gesucht haben. Zudem haben wir einen Büroneubau vorerst auf Eis gelegt. Mit dieser Strategie und mit dem Ergebnis der IPS 2009 setzen wir Lichtblicke im grauen Einerlei der Hiobsbotschaften - denn es wird auch eine Zeit nach der Krise geben und dann werden wir bereit zum Durchstarten sein.

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Virtuelle Kaltenbach-Anlage
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