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Fachmesse Metallbranche„Zum richtigen Zeitpunkt“

Vom 16. bis 19. März 2011 findet die Metall München statt. Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM, spricht mit SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz über Programm und Ziele der europäischen Fachmesse für Metallbearbeitung in Industrie und Handwerk.
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Fachmesse Metallbranche: „Zum richtigen Zeitpunkt“

SCOPE: Herr Dohr, nach einem etwas holprigen Start in 2007 konnte die Metall München 2009 mehr als 20.000 Besucher und fast 300 Aussteller verzeichnen. Wie viele Aussteller und Besucher erwarten Sie im März?

Dohr: Die Talsohle der Krise ist durchschritten, die Produktion in der Industrie wird wieder hochgefahren. Das Handwerk spürt den Aufschwung nachgelagert zur Industrie, aber ebenfalls sehr deutlich - wir sehen 2011 also durchaus optimistisch entgegen. Die Metall München kommt zum richtigen Zeitpunkt, und wir gehen davon aus, dass wir bei den Zahlen wieder ein Niveau erreichen, das zum Anwenderkonzept der Messe passt und Aussteller wie Besucher zufrieden stellt.

SCOPE: Werden auf der nächsten Metall München auch die Marktführer zu begrüßen sein?

Dohr: Ob Marktführer oder nicht, ist für den Kunden, der die richtige Maschine oder Lösung sucht, zweitrangig. Wir werden aber in jedem Fall mehrere namhafte Unternehmen - teilweise erstmalig - auf der Metall München begrüßen dürfen. Darunter Firmen wie Hommel, Matsuura, Haimer, Spinner, Weiler, DMG, Jongen, Kasto und GDW.

SCOPE: Mit dem Ausbildungspark "Pimp your future" sprechen Sie auf der Messe auch das Thema "Fachkräftemangel und -ausbildung" an - wie kommt die Initiative bei der Zielgruppe an?

Dohr: Wir verzeichnen ein hohes Interesse am Ausbildungspark, sowohl seitens der Besucher als auch seitens der Aussteller. So konnten wir viele bekannte Betriebe gewinnen, die sich hier engagieren und sich und das Berufsfeld Metallbearbeitung präsentieren, darunter DMG, BMW, Weiler, FPS und Kunzmann. Die Resonanz zeigt auch, wie wichtig das Thema für die Unternehmen ist - und in Zukunft noch werden wird. Dieser Überblick über das gesamte Berufsfeld, also sowohl die Seite der Industrie als auch die des Handwerks, kommt bei den Jugendlichen gut an. Vor allem der Maschinenparcours, den es zu bestreiten gilt - und bei dem natürlich auch attraktive Preise winken. Das begleitende Rahmenprogramm bietet noch viele wichtige Infos rund um Berufswahl, Vorstellungsgespräch, Ausbildung und Karriere. Abgerundet wird das Angebot durch Informationsstände der Branchenverbände und Kammern. Neu in diesem Jahr ist, dass es auch spezielle Rundgänge für Lehrer gibt. Denn gerade diese spielen eine wichtige Rolle als Multiplikator und Impulsgeber bei der Berufswahl.

SCOPE: Die Metall München wird auf ihrer Website als Brückenschlag zwischen Industrie und Handwerk bezeichnet, und die Besucherbefragung zur Metall München 2009 hat ergeben, dass fast 60 Prozent aus kleinen Unternehmen bis 50 Mitarbeiter kommen. Sind Handwerk und kleinere Unternehmen die Hauptzielgruppe der Messe?

Dohr: Mit der Metall München sprechen wir die an, die auch in der Praxis zusammen arbeiten. Und das sind in Süddeutschland vor allem mittelständisch geprägte Betriebe. Die Technologisierung im Handwerk ist dabei mittlerweile sehr hoch, die Grenzen zur Industrie sowieso oft fließend. In jedem Fall ist es die richtige Messe für Praktiker, Entscheidungsvorbereiter und Produktionsplaner, egal ob Handwerk oder Industrie. Sie stellt also eine gemeinsame Plattform für beider Wirtschaftszweige, wodurch sie in der Messelandschaft einzigartig ist. Auch die Besucherstruktur der Metall München weist eine hohe Qualität auf: Der Anteil der Fachbesucher beläuft sich auf 92 Prozent, und ganze 49 Prozent der Besucher gehen ausschließlich auf die Metall München.

SCOPE: Neben den Schwerpunkten Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge, Messtechnik und Dienstleistungen wird es 2011 noch den weiteren Bereich "Oberflächentechnik" geben. Wie kommt das Angebot bei den potentiellen Ausstellern an?

Dohr: Mit der Oberflächentechnik ergänzen wir auf sinnvolle Weise das Angebot der Zerspantechnik und anderen Bearbeitungstechnologien. So finden die Besucher nun Produkte und Lösungen für alle technischen Prozessschritte der Fertigungskette. Auch auf der Anmeldeseite schlägt sich dies positiv nieder. Nach dem Messeschwerpunkt Werkzeugmaschinen hat sich die Oberflächentechnik bereits als zweiter Schwerpunkt etabliert. Dabei ist vom Galvanisieren bis zum Sandstrahlen die ganze Bandbreite abgedeckt.

SCOPE: Erstmals können sich die Aussteller der Metall München um Bundespreise für Innovationen bewerben. Was hat es damit auf sich?

Dohr: Die Bundespreise für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk werden an Unternehmen verliehen, die eine Produkt- oder Dienstleistungsinnovation anbieten, die sich speziell für die Anwendbarkeit im Handwerk auszeichnet und auf der Messe zu sehen ist. Bewerben können sich alle Aussteller der Metall München, deren Innovationen dann von einer fachkundigen Jury unter die Lupe genommen werden. Als Preis winken 5.000 Euro samt Urkunde und Medaille - diese Preise sind ein renommiertes Marketinginstrument, das der weiteren Vermarktung der Innovation dienen kann.

SCOPE: Sie veranstalten auch ein Fachforum zu Finanzierungen. Über welche Finanzierungsthemen kann sich der Besucher dort informieren?

Dohr: Auf dem Fachforum Finanzierung geht es um alle Fragen, die vor allem mittelständische Unternehmen momentan umtreiben. Etwa, was es bei der Finanzierung eines Kaufs einer neuen Werkzeugmaschine zu beachten gilt; oder wie bei Finanzierungsproblemen im Gespräch mit der Bank die Unternehmensvisionen dargestellt werden sollten. Doch damit ist das Informationsangebot auf der Metall München nicht ausgeschöpft. Es gibt jeden Tag geführte Messerundgänge zu diversen Themen. Dabei stehen Technik-Highlights auf dem Programm, aber auch Rundgänge für den Bereich "Erneuerbaren Energien" und "Medizintechnik". Interessierte Besucher können sich unter http://www.metall-muenchen.de hierzu kostenlos anmelden.

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