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ERP„Markt nach Unternehmen sondieren“

Ende der 90er war IFS der schnellstwachsende ERP-Anbieter weltweit, doch dann wurde es sehr ruhig um die Schweden. Doch seit 2005 hat sich das Blatt wieder gewendet, wie Chefredakteur Hajo Stotz von IFS-Deutschland-Chef Wilfried Gschneidinger erfahren hat.
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ERP: „Markt nach    Unternehmen sondieren“

SCOPE: Herr Gschneidinger, wie lief das vergangene Geschäftsjahr international und speziell in Deutschland?

Gschneidinger: Das Wachstum im Produktgeschäft belief sich in 2007 auf 12 Prozent, was in Kombination mit einer moderaten Kostensteigerung der IFS Gruppe auch einen deutlich gesteigerten EBIT bescherte. Die Landesorganisation der IFS im deutschsprachigen Raum gehört bereits seit mehreren Jahren zu den erfolgreichsten in der gesamten IFS Gruppe und hat diese Erfolgsgeschichte auch 2007 fortgeführt. Wir haben unsere Marktposition in unseren Zielmärkten in Deutschland und der Schweiz kontinuierlich ausgebaut und sind durchaus optimistisch, dass uns dies auch zukünftig gelingen wird.

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SCOPE: Mit welchen Maßnahmen haben Sie auf den Erfolgsweg zurückgefunden?

Gschneidinger: IFS hat zwischen 2001 und 2004 Maßnahmen ergriffen, um im Rahmen eines weltweiten Konsolidierungsprogramms in die Gewinnzone zu kommen, was Ende 2004 auch erstmalig gelang. Dieses Programm umfasste vielfältige Maßnahmen, wie z.B. die Straffung der weltweiten Organisation, die Stärkung unserer Offshore-Entwicklung in Asien, Kostenkonsolidierungen und auch eine stärkere Fokussierung auf klar definierte Zielmärkte in ausgewählten Branchen. Es ist uns somit gelungen IFS in turbulenten Zeiten für die gesamte IT-Branche neu auszurichten, nachhaltig zu stärken und in eine profitable Ära zu führen. Darüber hinaus ist es uns gelungen, unsere Autonomie zu bewahren, um somit heute als die einzig, wirkliche Alternative im internationalen ERP-Markt neben den großen Konzernen zu gelten.

SCOPE: Das Wachstum bei den Produkteinnahmen resultierte insbesondere aus einer besseren Positionierung in kapitalintensiven Branchen wie Verteidigung, Energie, Telekommunikation, Anlagenbau und der Prozessindustrie. Automobil- und Zulieferindustrie sowie Fertigungsindustrie nennen Sie nicht - passen diese Branchen noch in die Gesamtstrategie von IFS?

Gschneidinger: Die Automobil- und Zulieferindustrie sowie die Fertigungsindustrie passen unverändert gut in unsere Gesamtstrategie. Dies sind sehr wichtige Zielbranchen innerhalb des gesamten Fertigungssektors und unser branchenorientiertes Produktportfolio bietet alle Möglichkeiten, um Unternehmen in diesen Branchen hoch spezialisierte Lösung offerieren zu können. Da hierbei auch die Flexibilität der Lösungen eine immer wichtigere Rolle spielt, kommt uns auch die Tatsache zugute, dass wir mit IFS Applications über eine objektorientierte Architektur verfügen, welche alle Vorteile der SOA-Technologie beinhaltet. Für uns ist SOA bereits seit vielen Jahren Normalität, was mehr als 1000 verfügbare SOA-Services im Standard von IFS Applications nachhaltig belegen.

SCOPE: IFS ist bisher immer organisch gewachsen, doch nun suchen Sie nach geeigneten Unternehmen für eine Übernahme. Haben sie schon einen konkreten Partner im Auge?

Gschneidinger: Wir sind dank unseres positiven Geschäftsverlaufes in der angenehmen Situation, den Markt nach Unternehmen sondieren zu können, welche unsere Marktposition sinnvoll ergänzen bzw. ausbauen könnten. Dies sind keine Unternehmen mit Komplementärprodukten, sondern eher nationale ERP-Anbieter mit Kundenbasis und Know-how in unseren Zielmärkten.

SCOPE: Und in welchen Bereichen benötigen Sie Verstärkung? Oder geht es eher um den Ausbau der Kundenbasis?

Gschneidinger: Um die beschriebene Wachstumspolitik auch künftig erfolgreich fortführen zu können, bauen wir natürlich auch unsere Landesorganisationen entsprechend aus. Daher haben wir in erster Linie auch latenten Personalbedarf in den klassischen Disziplinen wie Beratung und Software-Entwicklung. Der kontinuierliche Ausbau unserer Kundenbasis ist bei IFS von zentraler Bedeutung und strategischer Wichtigkeit. Dies wird sowohl durch das Neukundengeschäft im Direktvertrieb und dem Channel-Sales realisiert, könnte aber natürlich auch durch gezielte Akquisitionen intensiviert werden.

SCOPE: Mittlere und große Unternehmen - also Ihre Zielgruppe - stehen durch Globalisierung und Marktkonsolidierung besonders vor der Herausforderung, sich viel stärker als noch vor einigen Jahren ständig verändern zu müssen, umzustrukturieren und die Prozesse neu anzupassen. Kann eine ERP-Lösung wie IFS Applications solchen Entwicklungen schnell genug angepasst werden?

Gschneidinger: Der Vorteil von IFS Applications ist gerade das Komponenten-basierte Konzept, das sich durch hohe Flexibilität auszeichnet. Das bedeutet, dass wir dynamischen Unternehmen bedarfsgerecht jeweils die Module und Funktionalitäten liefern können, die sie aktuell benötigen, um auf neue Marktanforderungen bestmöglich reagieren zu können. Sollten sich das Marktgeschehen in einer Branche oder interne Prozesse eines Unternehmens drastisch ändern, bietet gerade die Flexibilität von IFS Applications die Möglichkeit, schnell, unkompliziert und umfassend auf Änderungen zu reagieren, ohne zu sehr in die oft sehr komplexen Unternehmensstrukturen eingreifen zu müssen. Durch unsere technologischen Vorteile spielen uns natürlich genau diese stetig wachsenden Anforderungen hinsichtlich Flexibilität und Agilität idealerweise in die Karten.

SCOPE: Auf der deutschen IFS Konferenz Ende September wurde die neue Benutzeroberfläche Aurora als geradezu revolutionär angekündigt. Können sie die wichtigsten Neuerungen kurz zusammenfassen?

Gschneidinger: Das Revolutionäre an Aurora ist, dass wir den Sprung von einer nüchtern funktionalen ERP-Benutzeroberfläche zu einem an Web-Anwendungen orientierten, auf entsprechender Technologie basierenden, zeitgemäßen Design vollzogen haben. Das Stichwort Web 2.0 liegt ja genau im Trend und viele Softwarehersteller springen momentan erst auf diesen Zug auf. Mit jeder neuen Produktversion wird den Kunden auch mehr Benutzerfreundlichkeit zur Verfügung gestellt. Bei Aurora wird jedoch nach wenigen Mausklicks deutlich, dass sich tatsächlich Revolutionäres in der Bedienerfreundlichkeit getan hat. Vor allem bei der Navigation, der Dokumentensuche und Dokumentendarstellung geht alles sehr viel leichter, einfacher und schneller von der Hand. Zudem lässt sich unsere neue Benutzeroberfläche sehr flexibel an die speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Anwenders anpassen. Wir wollen mit diesem strategischen Entwicklungs-Investment auch die emotionale Position der Nutzer von IFS Applications verbessern und die kommende Generation mit ihrer Nähe zur intuitiven Bedienung besser ansprechen. Die Identifikation unserer Kunden mit den Produkten unseres Hauses hat bei IFS einen hohen Stellenwert.

SCOPE: Sie haben einen 5-Jahres-Plan zur weiteren Entwicklung von IFS vorgestellt. Welche Ziele haben Sie bis 2012?

Gschneidinger: Die Ziele sind: Verdoppelung der Produkteinnahmen durch organisches Wachstum und Akquisitionen, eine schrittweise Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 15 Prozent, einen durchschnittlicher Kapitalertrag von 25 Prozent zum Ende der Periode sowie ein Steigerung der Dividenden auf bis zu 50 Prozent des Gewinns nach Steuern in diesem 5-Jahres-Zeitraum. Dieses Überschusskapital nach Investitionen und Expansionen soll auch für Aktienrückkäufe verwendet werden. Wir lassen natürlich dieser Ankündigung auch Taten folgen, wie z.B. der vor kurzem erfolgte Rückkauf eines größeren Aktienpaketes belegt.

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