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Artikel und Hintergründe zum Thema

Infrarotheizung

Restwärme optimal nutzen

Was ist heute eine perfekte Hallenheizung? Im Rahmen von Sanierungs- und Energieeffizienzprojekten stellen sich diese Frage alljährlich viele Unternehmen. So auch der Textilmaschinenbauer Reiners + Fürst. Warum er sich für ein Infrarotheizungssystem mit Restwärmenutzung von Kübler entschied, lesen Sie in diesem Beitrag von SCOPE-Redakteur Michael Stöcker.

Effiziente Systemlösung: Infrarotheizung (links) mit Restwärmenutzung (rechts).

Mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro gehört das Familienunternehmen Reiners + Fürst zu den international führenden Textilmaschinenbauern. Von Mönchengladbach aus beliefert es Kunden auf der ganzen Welt mit Spinnringen und Ringläufern. Als das Unternehmen 2011 mit der Planung einer neuen Hallenheizung begann, führte einer der ersten Schritte zu dem ebenfalls in Mönchengladbach ansässigen Industrietorbauer Effertz Tore. Der europaweit tätige Hersteller von Feuerschutz-Rolltoren betreibt seit 2008 eine energiesparende Hallenheizungsanlage von Kübler. Das hatte das Interesse von Benjamin Reiners geweckt, der in vierter Generation die Geschäfte bei Reiners + Fürst leitet. Als schließlich auch ein unabhängig davon beauftragter Energieberater das System von Kübler empfahl, fiel die Entscheidung: Die alte Ölheizungsanlage wurde durch die moderne Systemlösung namens Hybrid ersetzt. Dabei war die architektonische Ausgangssituation vergleichbar mit der vieler anderer Maschinenbauer. Der langgestreckte, L-förmige Gebäudekomplex auf dem Areal des Spinnringspezialisten umfasst 6.300 m² Produktions- und Lagerfläche mit fünf Hallen sowie einen 1.200 m² großen Verwaltungsbau. Die Gebäude stammen aus den 1950er-Jahren, wurden bis in die 70er Jahre sukzessive erweitert und seit den 80er Jahren mit Lufterhitzern über zwei Ölfeuerungsanlagen mit je 465 kW Leistung beheizt. In den kalten Wintermonaten wurden dort täglich bis zu 1.000 Liter Heizöl verfeuert – von einer zunehmend unzuverlässigeren Kesselanlage. Der gesamte Jahresverbrauch der Anlage lag bei etwa 103.000 Liter Heizöl.

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„Die Frage ‚Was ist die perfekte Hallenheizung für uns?’ haben wir in grundsätzliche Überlegungen rund um das Energiesparen eingebunden“, berichtet Geschäftsführer Reiners. Um alle Energieeinsparpotenziale aufzudecken, wurden deshalb die Fördermöglichkeiten der bundesweiten Initiative „Energieeffizienz im Mittelstand“ genutzt und von Anfang an auf die Unterstützung eines akkreditierten Energieberaters zurückgegriffen. Dazu gehörte es, dass man gemeinsam einen Anforderungskatalog erstellte. Wichtige Eckpunkte waren dabei die Zusammenführung der Energieströme, die Nutzung der Abwärme durch integrierte Wärmetauscher, die optimale Nutzung von Einsparpotenzialen und das Ziel, Energieverbrauch und -kosten deutlich zu senken. Eine Reduktion der Luftfeuchte sowie die bedarfsgerechte punktuelle Beheizung unterschiedlicher Arbeitsplätze waren weitere wichtige Punkte. Und nicht zuletzt sollten die sichere Anlagenverfügbarkeit sowie eine leichte Bedienbarkeit und einfache Wartungsbedingungen garantiert sein. Die neue Anlage sollte sich zudem in fünf bis sechs Jahren amortisiert haben und auf jeden Fall „made in Germany“ sein.

Auf der Suche nach der effizientesten Lösung wurde der gesamte Wärmefluss bei Reiners + Fürst bilanziert. Ziel war es, die Energie dort aufzunehmen, wo sie entsteht, sie eventuell zwischenzuspeichern und dann dorthin zu transportieren, wo sie im Unternehmen tatsächlich gebraucht wird. Das Infrarotheizungssystem von Kübler mit seiner integrierten Restwärmenutzung erwies sich hier als die geradezu ideale Lösung. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen konnte bzw. kann die Abwärme der Härteöfen und der Druckluftanlage im Unternehmen durch die Wärmerückgewinnung mit dem System Opus X optimal genutzt werden, zum anderen produzieren die hocheffizient arbeitenden Infrarotheizungen nur soviel Wärme, wie im Gebäude zusätzlich benötigt wird. Außerdem kann die dezentrale Infrarotwärme punktgenau in jenen Zonen genutzt werden, wo sie tatsächlich benötigt wird. Weitere Vorteile sind die geringe Anzahl der Dachdurchbrüche durch das Sammelabgassystem, die hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit der Infrarottechnik sowie die indirekte, selbsterklärende Regelung namens Rossy.

Zu den besonderen Herausforderungen des Projekts gehörte es, dass der Umbau im Winter und im laufenden Betrieb vorgenommen werden musste. Auch der planerische Aufwand sorgte bei Benjamin Reiners anfangs für Bedenken. Denn die verschiedenen Wärmeströme sollten über lange Strecken und unterschiedliche Fertigungsbereiche wie Stahlläuferfertigung, Schlosserei, Versand, Ringfertigung schließlich an einem Ort zusammengefasst werden. „Letztlich gab es überhaupt keine Störungen. Das Projektmanagement war tadellos und die Herausforderungen wurden gemeinsam alle gemeistert“, berichtet der Geschäftsführer. Zudem kommt er zu einem überzeugenden Fazit: „Die Restwärmenutzung deckt den Wärmebedarf der 1.200 m² Bürofläche vollständig ab und eigentlich sind wir von 40 % Einsparung ausgegangen – realisiert haben wir 65 %.“ Die jährlichen Einsparungen für Reiners + Fürst liegen aktuell bei etwa 46.500 Euro. ms

Geld vom Staat

Die Initiative ¿Energieeffizienz im Mittelstand¿ ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und der KfW. Es umfasst die Beratungs- und Investitionsförderung. Genutzt werden können die Fördermaßnahmen durch alle Unternehmen, die die KMU-Kriterien der EU erfüllen.

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