Infrarot-Strahlungsheizungen

Landung ins Warme

Infrarot-Strahlungsheizungen sind leise und lassen sich fein dosiert regeln. Sowohl für Neubau-Projekte als auch für Sanierungen sind sie eine energieeffiziente Heizlösung. Ihr Einsatzgebiet reicht von Lager- und Produktionshallen bis hin zu Flugzeughangars.

Heizen im Hangar: Moderne Infrarot-Hellstrahler eignen sich bestens für die wirtschaftliche Beheizung von Hallen mittlerer Höhe.

Noch während der zweistrahlige Learjet über Hannover zur Landung ansetzt, startet in Hangar 4 die Heizung. Eine Woche lang war die Halle unbeheizt und in ihrem Inneren ist es empfindlich kühl. In etwa 30 Minuten wird das 20 Millionen Euro teure Flugzeug für Wartungsarbeiten einrollen. Spätestens dann muss die Halle warm sein. Solche knappen Vorlaufzeiten bringen die zuständigen Gebäudetechniker allerdings nicht aus der Ruhe, denn geheizt wird mit moderner Infrarottechnologie.

Der Hannover Airport ist für viele Airlines, Veranstalter und Spediteure das Tor zur Welt. Das gut ausgebaute Streckennetz und die verkehrsgünstige Lage machen den Flughafen zum Ausgangspunkt für Reiselustige wie Frachtsendungen. Außerdem profitiert der Airport durch die Nähe zum Messegelände. Gemessen an der Zahl seiner Passagiere, Besucher, Mitarbeiter sowie seiner Infrastruktur kann der Airport Hannover durchaus mit einer Kleinstadt verglichen werden. Entsprechend hoch ist der Energieverbrauch: Ungefähr ein Drittel des Energiebedarfs erzeugt der Flughafen selbst mit zwei Blockheizkraftwerken. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und wandeln Erdgas in Strom und Wärme um.

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Allerdings verlangen nicht nur der Terminal und die Abfertigungshallen nach wohliger Wärme; auch die Hangars für die Wartungs- Reparaturarbeiten sowie die Unterstellhallen brauchen behagliche Temperaturen. Dabei benötigen die Hangars meist einen sehr hohen Wärmebedarf – bedingt durch das große Raumvolumen in Verbindung mit den breiten Rolltoren, die oft über längere Zeit offen stehen. Dadurch ist die Luftwechselrate extrem hoch. Konventionelle, auf Luft basierende Heizsysteme sind dieser Herausforderung nur bedingt gewachsen. Zudem wirken die einfahrenden, ausgekühlten Jets wie kleine Eisberge, die die Raumtemperatur beeinflussen.

Düsenjets als Eisberge

Wo die Hangars von älterer Bausubstanz und damit schlecht gedämmt sind, müssen konventionelle Heizungen ständig der eintretenden Kaltluft entgegen heizen. Durch zusätzliche Transmissionsverluste über Dach, Boden und Außenwände dauert es dann sehr lange bis das Gebäude die gewünschte Betriebstemperatur erreicht. Beim Ein- und Ausfahren der Flugzeuge sucht die erwärmte Luft rasch das Weite; übrig bleibt die kalte Halle. Erfolgt die Beheizung allerdings mittels Hellstrahlern, liegt der Fall anders. Denn sie erwärmen durch Infrarotstrahlen primär nicht die Luft, sondern die im Raum befindlichen Gegenstände, Menschen, den Boden und die Wände. Wird ein Tor geöffnet, verbleibt stets eine als angenehm empfundene Wärme im Raum. Zum einen als gespeicherte Wärme in Boden, Wand und Flugkörper und zum anderen als direkte Wärmestrahlung auf der Haut.

Schon Anfang der 80er Jahre nahm der Flughafen Hannover die erste Anlage mit Hellstrahlern aus dem Hause Schwank in Betrieb. Ulrich Fischer vom Facility Management Airport Hannover erinnert sich: „Es gab mehrere Beweggründe gerade Hellstrahler einzusetzen. Sie arbeiten sehr energieeffizient, heißt kostengünstig. Außerdem konnten wir mit Hellstrahlern eine zonenweise Regelung realisieren. Dabei benötigten wir keinen zusätzlich umbauten Raum und die Stellfläche blieb frei von Heizkörpern.“ Im ersten Hangar verbaute man zwölf Hellstrahler. Die guten Erfahrungen aus der ersten Heizperiode bewegte die Airport-Betreiber dann, drei weitere Hangars nachzurüsten. Heute sorgen insgesamt 42 Schwank Hellstrahler in vier Hangars an kalten Tagen für behagliche Temperaturen.

„Noch immer nutzt der Airport einige Hellstrahler von 1982. Die Anlagen funktionieren auch nach 27 Jahren noch problemlos, aus energetischer Sicht würde sich ein Austausch jedoch rentieren“, meint Peter Steininger, der Projektleiter des Kölner Unternehmens. Die Hellstrahler des deutschen Herstellers wurden in den vergangenen Jahre erheblich weiter entwickelt. Das Modell Supra Schwank beispielsweise benötigt in etwa nur noch die Hälfte des Energiebedarfes eines einfachen Geräts aus den späten 80ern. Mit einem Strahlungsfaktor von 80 Prozent gilt dieses System gegenwärtig als die wirtschaftlichste Infrarotheizung. Ein Gerätetausch kann sich mit Blick auf die Gaspreise unter Berücksichtung einer siebenjährigen Abschreibung sofort amortisieren.

Ähnliche Gedanken mögen die amerikanische und kanadische Luftwaffe bewogen haben, die inzwischen auch Interesse an den Hellstrahlern „Made in Germany“ haben und schrittweise ihre jetzigen Systeme mit denen von Schwank austauschen. Der Kölner Hersteller rüstete in den letzten zwei Jahren über zwölf Basen in Nordamerika und Deutschland (Ramstein) mit seinen Lösungen aus. ms

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