Hellstrahler-Heizungen, Hydraulikguss

Manche mögen‘s heiß

Die Hellstrahler-Heiztechnik erlebt in der Industrie zur Zeit eine wahre Renaissance. Gerade als Antwort auf steigende Energie- preise gewinnen moderne Infrarotsysteme zur Beheizung von Lager- und Produktionshallen immer größere Bedeutung. Von diesem Trend profitieren vor allem die deutschen Hersteller – wie beispielsweise Markführer Schwank. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker beschreibt, was dessen Hellstrahler selbst unter härtesten Bedingungen zu leisten vermögen.

Staub, Hitze, Dauerbetrieb: Harte Bedingungen für die Heiztechnik.

Branchenbeobachter meinen zu wissen, dass hierzulande inzwischen mehr als 30 Prozent der beheizten Industrie- und Gewerbehallen mit einer energiesparenden Infrarotheizung ausgestattet sind. Tendenz? Steigend. Das hat gute Gründe. Ausgestattet mit einer intelligenten Regelungstechnik kann beispielsweise ein modernes Hellstrahler-System als bedarfsgerecht gesteuerte Direktheizung eingesetzt werden, die ihre Wärme nur dann dorthin verteilt, wo sie zum gewünschten Zeitpunkt auch tatsächlich benötigt wird. Allein dieser Vorteil hat dazu geführt, dass sich in den letzten Jahren viele produzierende Unternehmen im Rahmen von Neubau-Projekten oder auch Sanierungen für eine Infrarot-Heizung entschieden haben.

Ein ganz extremes Beispiel dafür ist der Einsatz von Hellstrahlern in der Gießerei von Rexroth. Nun fragen Sie zu recht: Heizen in der Gießerei? Ist das den harten Jungs denn immer noch nicht warm genug am Kessel? Aber der Reihe nach, es hat schon seinen Sinn.

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Das Haus Bosch Rexroth brauchen wir Ihnen als SCOPE-Leser nicht in allen Details vorzustellen. Das Unternehmen (www.boschrexroth.com) und seine Produkte kennen Sie aus zahlreichen unserer Berichte und Fachbeiträge. Populär gesagt, sorgt es mit seinen zahlreichen Lösungen aus Antriebs-, Steuerungs- und Automatisierungstechnik dafür, dass die Frühstücks-Marmelade ins Glas und Papi pünktlich zur Arbeit kommt; dass die morgentliche Tageszeitung gedruckt werden kann und auch ihren Weg in den häuslichen Briefkasten findet. In vielen Autos und Nutzfahrzeugen steckt Technik von Rexroth und für die boomende Windenergie fertigt das Unternehmen ebenfalls zahlreiche Komponenten.

Es war die Familie Rexroth, die 1850 mit dem Erwerb einer Gießerei eine weitere Grundlage legte für die Entwicklung des Unternehmens zum weltumspannenden Konzern des 21. Jahrhunderts. Heute zählt die Rexroth Guss GmbH (Lohr) als eine der modernsten Hydraulik- und Maschinenbau-Gießereien der europäischen Industrielandschaft. Und hier schließt sich der Kreis: Seit nunmehr fast 40 Jahren wird die Beheizung der Gießerei-Hallen durch Hellstrahler sichergestellt. In zehn Hallensektoren und auf einer Fläche von 7.680 Quadratmetern kommen Hellstrahler aus dem Hause Schwank zum Einsatz.

„Außergewöhnliche Zustände“

Nun weiß jeder, der schon einmal eine Gießerei besucht hat, dass hier – nennen wir es mal „außergewöhnliche Raumzustände“ – herrschen. Während die Gussöfen im wahrsten Sinne des Wortes Hot Spots sind und eine enorme Hitze abgeben, saugen Gebläse die mit allerlei Schwebstoffen belastete Raumluft schnell und in sehr großen Mengen ab. In der Rexroth-Gießerei sind das pro Hallenbereich etwa 30.000 Kubikmeter Abluft pro Stunde.

Hinzu kommt die Bausubstanz: Traditionelles Mauerwerk, einschalige Verglasungen und teils sehr große Höhen. Zwölf Meter Hallenhöhe sind in der Gießerei von Rexroth der Durchschnitt. Zudem wirbeln die verschiedenen Fertigungsbereiche – etwa Kernmacherei und Putzerei – ständig ordentlich Staub auf. Dieser Gießereistaub ist in einem solchen Betrieb allgegenwärtig. Ob Werkzeug, Maschine oder Heizung, der Staub dringt überall ein und erhöht den Verschleiß, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Hitze, Staub, Zugluft und Dauerbetrieb: Jede Heizung arbeitet hier unter den härtesten Bedingungen der Welt.

Die Verantwortlichen von Rexroth suchten bereits 1970 nach einem effektiven Heizsystem. Dabei gehörte es schon damals zu den zentralen Bedingungen, dass die Wärme im Aufenthaltsbereich der Mitarbeiter jederzeit sichergestellt ist und dass das System mit den extremen Raumbedingungen klar kommt. Da Rexroth die Zuverlässigkeit der Hellstrahler von Schwank seinerzeit aus artverwandten Industrien bekannt war, entschied sich das Unternehmen zur Ausrüstung seiner Gießerei für diesen Hersteller.

Im ersten Bauabschnitt installierte Schwank damals 42 Geräte. Über die Jahre hinweg hat Rexroth die Heizungsanlage dann stetig modernisiert und auf 125 Geräte ausgebaut. Auch heute noch – nach vier Jahrzehnten unter härtesten Bedingungen – sind etliche Geräte aus der ersten Generation im Einsatz. Sie sind ein Beleg dafür, dass die Hellstrahler aus deutscher Produktion hohe Standzeiten erreichen – selbst in industriellen Umgebungen, in denen Schmutz, Staub und Dauerbetrieb zum Alltag gehören. Mehr als die üblichen jährlichen Wartungsarbeiten sind nicht nötig gewesen, um die Funktion der Hellstrahler bei konstanter Infrarotleistung zu gewährleisten. Rexroth hat die Wartungsarbeiten von Beginn an durch den Schwank-Service durchführen lassen. Über die Jahre hat sich das ausgezahlt.

Das Beispiel zeigt: Hellstrahler gehören zu den zuverlässigsten, effektivsten und robustesten Industrie-Heizungen. Kaum eine mechanische oder thermische Einwirkung von außen kann ihnen etwas anhaben – weder hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit noch mit Blick auf ihre Effizienz. Ihr einfaches Funktionsprinzip und der Einsatz hochwertiger Materialien machen gerade die Hellstrahler von Schwank zu einer idealen Heizlösung für Fälle, in denen die lange Lebensdauer ein zentrales Kriterium ist.

Michael Stöcker

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