Anwenderbericht

Potenzielle Brandgefahren frühzeitig erkennen

Brandschutz ist eine wichtige Aufgabe für jedes Unternehmen. Das gilt ganz besonders für Industrieanlagen, in denen leicht entzündliche Materialien gelagert werden. "Typische Anwendungen im industriellen Bereich sind beispielsweise die Lagerung von Papier, Abfällen oder Brennstoffen in geschlossenen Bunkern oder auf Freiflächen", erläutert Dr. Frank Nagel, Vertriebsleiter bei Dias Infrared. Durch eine Selbstentzündung der gelagerten Materialien oder den Fremdeintrag heißer Stoffe können hier schnell Brände entstehen, die hohe Risiken für die Umwelt und die Betreiber der Anlagen bergen. "Viele Versicherer empfehlen deshalb in diesen Bereichen den Einsatz von Infrarotkameras zur Überwachung und Brandfrüherkennung", erläutert Dr. Nagel.
Mithilfe von Infrarotkameras wie der Pyroview 380L compact können durch eine kontinuierliche, automatische Temperaturmessung Glimmnester oder Schwelbrände frühzeitig erkannt und bereits vor Ausbruch eines möglichen Brandes mit geeigneten Maßnahmen beseitigt werden

Mit Hilfe von Infrarotkameras im Spektralbereich von 8 µm bis 14 µm können durch eine kontinuierliche, automatische Temperaturmessung Glimmnester oder Schwelbrände frühzeitig erkannt und bereits vor Ausbruch eines möglichen Brandes mit geeigneten Maßnahmen beseitigt werden. Durch die Eingrenzung auf den Bereich zwischen 8 und 14 µm wird bei Messungen an weiter entfernt liegenden Objekten der Einfluss der Wärmestrahlung der Atmosphäre zwischen Objekt und Kamera minimiert - die Atmosphäre emittiert in diesem Wellenlängenbereich kaum Eigenstrahlung, die die Messung verfälschen könnte. Das Thermografiebild der Pyroview 380L Infrarotkamera wird auf dem Monitor des Brandfrüherkennungssystems in einer Schwarz-Weiß-Skala angezeigt. Dunkle Flächen stehen dabei für kalte Bereiche, helle Flächen für hohe Temperaturen. Die Kamera misst Temperaturen im Bereich zwischen -20 °C bis 500 °C und stellt sie mit einer Auflösung von 384 x 288 Bildpunkten und einer maximalen Auflösung von 50 Hz in Echtzeit dar. Im Alarmfall werden die Bereiche, in denen die zuvor definierte Temperatur überschritten wurde, rot eingefärbt. Der Bediener kann so einen möglichen Brandherd sofort erkennen und brandbekämpfende Maßnahmen auslösen.

Anzeige

Sperrmüllsortierung unter Kontrolle

In Österreich setzt der Umweltdienst Burgenland (UDB) am Standort Oberpullendorf ein Pyrosoft FDS-System als landesweit modernstes Brandmeldesystem in einem Sortierzelt für Sperrmüll ein. Nachdem das Zelt in den vergangenen Jahren bereits zweimal in Flammen stand, entschied man sich zum Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Umwelt dafür, den Brandschutz auf den höchstmöglichen Standard zu bringen. Um bereits kleinste Überhitzungen innerhalb des großflächigen Überwachungsbereiches erkennen zu können, ist die Infrarotkamera auf einem Schwenk-Neige-Kopf montiert und die zu überwachende Fläche in unterschiedliche Sektoren aufgeteilt. Diese Bereiche fährt die Kamera mit einer Positioniergenauigkeit von 0,2° an. Ein kompletter Umlauf dauert dabei maximal zwei Minuten. Die Ansteuerung des Schwenk-Neige-Kopfes sowie die Überwachung der digitalen Statussignale wie Kamerafunktion, Stromversorgung, Netzversorgung usw. übernimmt ein intelligentes Bussystem, das über Ethernet Daten mit der Pyrosoft FDS Überwachungssoftware austauscht. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichert den Überwachungsbetrieb in Oberpullendorf auch bei einem Stromausfall für bis zu vier Stunden.

Tag und Nacht im Einsatz

Die Überwachung des Sperrmüllsortierzelts erfolgt ohne Pause, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Kalendergesteuert werden dabei zwei unterschiedliche Betriebsarten gefahren: Im Tagbetrieb ist die Temperaturgrenze für eine Alarmauslösung mit 300 °C definiert. Zusätzlich besteht tagsüber die Möglichkeit, einen eventuellen Fehlalarm innerhalb von zwei Minuten an der Überwachungswarte abzubrechen, bevor die Feuerwehr alarmiert wird. Im Nachtbetrieb wird beim Überschreiten einer Temperaturgrenze von 80 °C automatisch Alarm ausgelöst, die Feuerwehr informiert und eine im Zelt installierte Sprinkleranlage aktiviert. Sämtliche Wärmebilder sind über das lokale Netzwerk abrufbar und werden auf einen PC in der Warte übertragen, wo sie laufend beobachtet werden können. "Was den Brandschutz betrifft, haben wir mit dieser Investition den höchstmöglichen Standard installiert", sagen die beiden UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler und Rudolf Haider. Mit der Brandfrüherkennung via Infrarotkamera könnten unterschiedliche Oberflächentemperaturen sichtbar gemacht und potenzielle Brandherde rechtzeitig erkannt werden. Die Löschkette lasse sich so gerade auch im unbemannten Betrieb rechtzeitig und zuverlässig einleiten und gefährliche Brände verhindern. Im Burgenland ist man deshalb sehr zuversichtlich, zukünftig nicht mehr von einem Brand im Sperrmüllsortierzelt überrascht zu werden. lg

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Brandmeldesysteme von Siemens

Wenn's brenzlig wird

Auf den VdS-Brandschutztagen in Köln zeigte Siemens vor wenigen Wochen sein aktuelles Portfolio an modernen Produkten und Lösungen für die Branderkennung und das Gefahrenmanagement von gewerblich genutzten Gebäuden sowie auch Windkraftanlagen im...

mehr...

Brandmeldesystem

Mit offener Lizenz

Um Planern, Errichtern und Betreibern von Gebäuden zukunftssichere Netzwerklösungen im Bereich Brandschutz zu ermöglichen, bietet Hekatron das Brandmeldesystem Integral IP. Deren Brandmelderzentrale unterstützt die Schnittstellen MODBUS, OPC und...

mehr...
Anzeige

Felss setzt auf Predictive Analytics mit X-INTEGRATE

Kunden des Maschinenbauers betreiben ihre Anlagen effizienter mit einer Lösung des IBM Premium-Partners und BI-Spezialisten. Klassische Prüfintervalle werden durch einen Scoring-Prozess mithilfe eines Vorhersagemodells auf Basis IBM SPSS ersetzt.

mehr...

Brandmeldetechnik

Ohne radioaktives Präparat

kommt der neue VdS-zugelassene Lüftungskanalmelder aus und bietet so insbesondere für Planer im Bereich Lüftungstechnik eine neue interessante Perspektive. Esser stellt ihn in seinem jetzt neu erschienenen Katalog vor, der neben einigen...

mehr...
Anzeige

Brandmeldesysteme

Vorbeugen statt Draufzahlen

Vorbeugender Brandschutz im Betrieb ist eine Frage des Überlebens. In erster Linie natürlich für die Mitarbeiter. Darüber hinaus aber auch für das Unternehmen selbst. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker beschreibt, warum es sich lohnt, freiwillig in...

mehr...

Brandmeldetechnik

Veraltete Brandmeldeanlagen

lassen sich oft nicht mehr erweitern, da die Zentrale bereits voll ausgebaut ist. Ersatz- und Neuteile sind aber nicht mehr zu beschaffen, da deren Produktion eingestellt wurde. Das erschwert letztlich auch die Instandhaltung oder macht Reparaturen...

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Messgerät zur Überwachung der Ölfeuchte

Der EE360 von E+E Elektronik bestimmt den Feuchtegehalt von Industrie-Ölen und ermöglicht damit die vorausschauende Instandhaltung von Maschinen und Anlagen.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

„Gravierende“ Vorteile mit Laser  

Der Laser e-SolarMark FL von Bluhm Systeme eignet sich für das Beschriften u.a. von Edelstahl oder Kunststoffe (ABS). Die Miele GmbH markiert mit diesem Laser Motorenteile.

Zum Highlight der Woche...

Infrarotkamera

Zerstörungsfrei prüfen

Als zerstörungsfreies Prüfverfahren bietet sich die aktive Thermografie an. Das Fraunhofer Institut Zerstörungsfreie Prüfverfahren hat unterschiedliche Prüfverfahren mit einer ungekühlten Infrarotkamera der DIAS Infrared getestet.

mehr...

Infrarotkameras

Bevor es ausbricht

Brände in Papier- oder Brennstofflagern vernichten nicht nur große Werte, sondern gefährden auch Anwohner, Einsatzkräfte und die Umwelt. Umso wichtiger ist eine zuverlässige und möglichst frühzeitige Branderkennung.

mehr...