Instandhaltung

Andrea Gillhuber,

Produktiv durch schnellen Spindelersatz

Spindeln sind elementarer Bestandteil der Werkzeugmaschinen und sorgen durch ihre Zuverlässigkeit für eine hohe Maschinenverfügbarkeit. Damit diese hohe Verfügbarkeit auch im Falle eines Stillstands sichergestellt wird, ist ein guter Spindelservice unerlässlich. Denn im Ernstfall gilt es, binnen kürzester Zeit eine Ersatzspindel zu bekommen. Auch bei Reparaturen sind Fachkenntnis und Qualität gefragt. Von Sascha Dietze
11.000 Master-Spindeln verlassen bei DMG Mori pro Jahr die Werke. © DMG Mori
Als Zulieferer aller Schlüsselindustrien kennt DMG Mori die Fertigungsanforderungen seiner Kunden ganz genau. Dieses Wissen fließt gleichermaßen in neue Werkzeugmaschinen ein wie auch in die Entwicklung der zugehörigen Spindeln. Bis heute ist daraus ein großes Spindelsortiment entstanden, in dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen entsprechend ihrer Anwendung finden. „Als Hersteller der Spindeln profitieren wir auch im Spindelservice von diesem Know-how“, erklärt Dr. Christian Hoffart, Geschäftsführer DMG Mori Spare Parts. „Außerdem verwenden wir bei Reparaturen ausschließlich Originalersatzteile.“ In Summe minimiere das die Gefahr von Folgeschäden erheblich. 

Das Angebot des Spindelservice reicht von der Reparatur direkt in einem der konzerneigenen Werke über das Spindelmobil für Reparatureinsätze vor Ort beim Anwender bis hin zum Austausch von Neu- oder Tauschspindeln innerhalb von 24 Stunden. „Weltweit halten wir mehr als 6.000 Spindeln vorrätig. Damit erzielen wir eine tagesaktuelle Verfügbarkeit von 96 bis 99 Prozent“, so Hoffart. Für Schlüsselmaschinen gebe es zudem die Option einer Spindelreservierung, das sogenannte Spindelhotel. „Die vorbeugende Spindelwartung komplettiert unser ganzheitliches Angebot – für die wir im Gegensatz zu Drittanbietern eine Fair-Preis-Garantie geben.“

Anzeige

Mit dem eigenen Spindelservice setze sich das Unternehmen deutlich von solchen Drittanbietern ab, findet Hoffart: „Allein aufgrund der tiefgreifenden Kenntnis unserer eigenen Spindeln und der Verwendung von Originalersatzteilen spielen wir qualitativ mindestens eine Liga oberhalb von Dritt-anbietern.“ Diese seien auch nicht in der Lage, brandneue Ersatzspindeln zu liefern. Kunden, die aufgrund von vermeintlich günstigeren Preisen Drittanbieter in Anspruch nehmen, kehren laut Hoffart häufig zu DMG Mori zurück: „Entweder war die Qualität nicht zufriedenstellend oder kostenpflichtige Nachbesserungen haben den Preis spürbar erhöht.“

40 Prozent Kostenersparnis durch schnelle Reparatur

Dr. Christian Hoffart, Geschäftsführer der DMG-Mori-Spare Parts. © DMG Mori

Damit im Schadensfall schnelle und anwenderorientierte Hilfe erfolgt, steht die regionale Servicegesellschaft als erster Ansprechpartner bereit. Nach Meldung des Schadens durch den Anwender erfolgen die Schadensanalyse und Ersatzteil-identifikation. Der Service erstellt basierend darauf ein Angebot für Ersatzteil- und Servicedienstleistung, das der Kunde bestätigt. DMG Mori liefert die Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden, wonach der Serviceeinsatz für den Austausch umgehend anschließt. „Für die Instandsetzung haben wir drei Spindel Competence Center in Deutschland: in Pfronten, in Bielefeld und in Wernau“, ergänzt Hoffart. Die eigentliche Reparatur der Spindel (ab Wareneingang im Werk) erfordere etwa drei Werktage zuzüglich zwei Tage für den Aus- und Einbau der Spindel durch einen Servicetechniker. „Die Kos-tenersparnis gegenüber einer Neuspindel liegt im Durchschnitt bei 40 Prozent.“

Eine Besonderheit insbesondere bei Neuspindeln der Master-Serie ist die 36-monatige Gewährleistung ohne Stundenbegrenzung. DMG Mori kann hierbei auf die Qualität dieser Spindeln vertrauen. Deren kontinuierliche Weiterentwicklung resultierte in außergewöhnlich hohen Härtewerten sowie extrem belastbaren, verschleißfesten und temperaturstabilen Spindellagern. „Die Laufzeit einer Spindel hängt selbstverständlich von ihrer Beanspruchung, also dem überwiegenden Drehzahlbereich und dem zu bearbeitenden Material, ab“, weiß Hoffart. „Mit einer Ausfallrate von aktuell unter einem Prozent sprechen die Master-Spindeln der neuen Generation allerdings für sich.“ 11.000 Master-Spindeln verbaue DMG Mori in seinen Werken jährlich – auch ein Zeichen für hohe Kundenzufriedenheit.

Digitaler Wegbereiter im Spindelservice

Als Vorreiter der Digitalisierung im Werkzeugmaschinenbau legt das Unternehmen auch beim Spindelservice großen Wert auf digitale Lösungen. „Gerade im Hinblick auf Automationslösungen ist MPC (Machine Protection Control) eine große Unterstützung“, gibt Hoffart als Beispiel. MPC überwache die Vibration, die Temperatur und das Drehmoment. „Im Falle eines Crashs schaltet das System selbstständig ab und schont damit die Spindel.“ Bei Fertigungsproblemen könne DMG Mori mit dem NETservice aktiv unterstützen. „Hierüber lassen sich die MPC-Schwingungsdaten aktiv kontrollieren.“ Die Anbindungsquote des NETservice beziffert Dr. Christian Hoffart in Europa aktuell mit etwa 45 Prozent: „Das Interesse daran nimmt zu, weil immer mehr Anwender von den Vorteilen profitieren möchten.“ Im Zuge der Industrie 4.0 prognostiziert DMG Mori eine Anbindung von deutlich über 50 Prozent bis Ende des Jahres. Weitere Märkte wie China befinden sich noch im Rollout. Dort erwartet der Werkzeugmaschinenhersteller langfristig eine ähnliche Entwicklung.

Sascha Dietze, DMG Mori

EMO Hannover: Halle 2

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

EMO 2019

Neue Universalmaschinen bei Grob

Auf der EMO stehen bei den Grob-Werken neben der neuen Access-Serie aus dem Universalmaschinenbereich auch die Bearbeitungszentren für Rahmenstruktur- und Fahrwerksteile, die aktuellen System- und Automatisierungslösungen im Mittelpunkt.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige