Wartung und Instandhaltung

Andrea Gillhuber,

Augmented Reality in der Wartung

Um reibungslose Produktionsprozesse zu gewährleisten, sind Wartung und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen unumgänglich. Gleichzeitig werden diese immer komplexer, sodass Techniker und Ingenieure ohne Fachwissen schnell an ihre Grenzen stoßen. Eine neue Lösung schult die Fachkräfte und reduziert Ausfall- und Instandhaltungszeiten drastisch.

Dank Smartglasses bleiben die Hände frei zum Arbeiten. © Actemium

Allein durch Anlagenverfügbarkeit sowie Produktivitätswerte erwirtschaftet die Instandhaltung jährlich einen Gegenwert für die deutsche Industrie in Höhe von rund einer Billion Euro, so eine Untersuchung der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften von 2015. Das Potenzial schneller und gewissenhafter Wartungsarbeiten ist demnach ein entscheidender Faktor für einen kosteneffizienten Produktionsprozess. Eine neue Lösung von Fieldbit und Actemium, der auf die Industrie ausgerichteten Marke von Vinci Energies, schafft es mittels Augmented Reality (AR), die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen noch zuverlässiger und damit profitabler zu machen.

Mit AR den Wartungstechniker unterstützen

„Moderne Anlagen sind so komplex, dass selbst Ausnahmeingenieure überfordert sein können und die eigenständige Einarbeitung in Anlagenpläne zu viel Zeit in Anspruch nähme“, erklärt Edwin Bastings, Account Manager bei Actemium. „Wir wollten Mitarbeitern mittels moderner Digitaltechnologie ein besonders umfangreiches Rüstzeug an die Hand geben, damit sie auf Anhieb auch hochspezielle Aufgaben erledigen können.“

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Arbeitsanweisungen lassen sich grafisch einblenden. © Fieldbit

Die Kombination aus Augmented Reality mit Bild- sowie Tonübertragung schafft diese zusätzliche Leistungsfähigkeit. Über Smartphone, Tablet oder Smartglasses kann der Nutzer in Echtzeit auf eine Reihe digitaler Hilfsmittel zurückgreifen, die ihn dabei unterstützen, analoge Anwendungsfälle schneller und effizienter auszuführen.

Aktuelle Messdaten lassen sich ebenfalls direkt einblenden. © Actemium

Die sogenannte Fieldbit-Suite besteht aus insgesamt vier Modulen: Hero (interaktive AR-Collaboration, „Out-of-the-box“), Cosmic (Daten-Zugriff und -Anzeige), Logic (digitales Schrittprogramm) und Knowledge (Cloud-/Server-Datenbasis). Je nach Kundenwunsch erfolgt die Datenspeicherung und -übertragung wahlweise über die Cloud (Public, Private oder Hybrid) oder als On-Premises-Modell über lokale Server. Auf mobilen Endgeräten (Apple iOS oder Android-Betriebssystem) läuft die Fieldbit-App, die die Daten über WLAN empfängt, bearbeitet und weiterleitet. Der Helpdesk funktioniert über eine Web-Applikation auf HTML5-Basis. Optische Bilderkennung oder QR-Codes dienen zur eindeutigen Identifikation von Maschinen und Anlagen. Alle Daten einer Anlage werden in Cosmic über die vorhandenen SCADA- oder SPS-Systeme ausgelesen. Actemium stellt das dazu notwendige Framework bereit.

In der Praxis greifen die Komponenten der vier Module ineinander: Soll an einer Maschine etwa ein Ersatzteil ausgewechselt werden, begleitet über Mobilfunk (3G oder 4G) ein Experte den Techniker vor Ort. Nachdem er die Anlage eingescannt hat, erkennt die Fieldbit-App diese und legt mittels AR-Technik etwa Hinweisgrafiken, Schaltpläne oder ganze Anlagenteile digital auf das reale Kamerabild des mobilen Endgerätes. Alle anstehenden Arbeitsschritte können sogar direkt virtuell angezeigt und gleichzeitig per Funk erklärt werden. Durch die gesteigerte Effizienz entsteht eine Zeitersparnis von 20 bis 30 Prozent.

Anlagenpläne, Kommunikation und Anweisungen - alles auf einen Blick. © Fieldbit

Die Lösung läuft bereits bei ganz unterschiedlichen Kunden erfolgreich als Pilotprojekt: So nutzt derzeit eine europäische Bahngesellschaft die Anwendung für ihre Zugführer, damit diese selbstständig die Spannungswandler ihrer Lok beim Grenzüberschritt auf das landesübliche Stromnetz umstellen können. Ein Pharmazie-Kunde greift zur Kalibrierung seiner Systeme auf die AR-Lösung zurück. Selbst das Militär zeigt Interesse, die Lösung zur Instandhaltung ihrer Technik etwa bei Auslandseinsätzen zu verwenden.

Diese Beispiele unterstreichen die vielseitigen Anwendungsbereiche über mehrere Sektoren und Branchen hinweg. Mithilfe der Lösung konnten etwa bei der Hälfte aller Anwendungsfälle die Probleme bereits beim ersten Anlauf gelöst werden. Dadurch fielen die Kosten beim Kunden um rund 30 Prozent.

Michiel Kaelen, Business Unit Manager Industrial Services Veghel (NL), Actemium / ag

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