Energiedatenmanagement

Zumtobel führt Zenon von Copa-Data ein

Was macht einen Produktionsbetrieb eigentlich zur intelligenten Fabrik? Sicher die Integrationsfähigkeit verschiedener Anlagen und Systeme, aber auch vernetzte Geräte und Technologien, die Daten automatisch speichern und verarbeiten können. Ein wesentlicher Baustein ist dabei das Energiemanagement. Denn die Fabrik von morgen produziert nachhaltig, energieeffizient und umweltschonend, wie zum Beispiel der Beleuchtungsspezialist Zumtobel.

Seit über 50 Jahren entwickelt der Anwender des Energiedatenmanagement-Systems Zumtobel innovative, maßgeschneiderte Beleuchtungslösungen für die professionelle Anwendung.

Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie viel Energie ihre verschiedenen Produktionsprozesse überhaupt verbrauchen. Um das herauszufinden, setzen immer mehr Betriebe auf automatisiertes Energiedatenmanagement. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben einer umweltbewussten Produktion wirkt sich ein aussagekräftiges Energiedatenmanagement auch finanziell aus. Wer Energie spart, spart Kosten – zusätzlich sind auch Ermäßigungen aufgrund staatlicher Regelungen möglich. In Deutschland beispielsweise bringt ein Energiedatenmanagement-System (EDMS) nach ISO 50001 einen Nachlass bei der Energiesteuer. Damit ist das Thema Energiemanagement in allen industriellen Bereichen von großem Interesse – insbesondere bei energieintensiven Produktionsanlagen. Aber auch losgelöst von Spar- und Förderprogrammen sollten sich Unternehmen mit den eigenen Verbräuchen auseinandersetzen: Die Energiekosten sind in Summe betrachtet häufig ein unterschätzter Faktor, wenn es um die Rentabilität einer Anlage geht.

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Vorhandene Potenziale ausschöpfen

Häufig liegen Unternehmen viele Informationen zu ihrem Energieverbrauch vor, jedoch können sie diese nicht mit der Produktion in Zusammenhang bringen. Ist das der Fall, werden vorhandene Potentiale nicht ausgeschöpft: Mögliche Synergien und Energielecks bleiben möglicherweise unentdeckt. Für ein aufschlussreiches Reporting und einen guten Überblick über die Effizienz einer Anlage ist das Erfassen von Daten über die Verbräuche von Strom, Gas, Wärme und Wasser sinnvoll. Außerdem sollten weitere Kennzahlen wie Preisdaten, Tarife oder Kontingente und Informationen über die Anlagenzustände, wie Temperaturen, Flussmengen, Motoren-, Lüfter- und Ventilzustand dokumentiert werden. Um dabei einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, empfiehlt sich die Integration eines gut vernetzten EDMS. Diese Systeme haben immer zum Ziel, die eigene Produktion energetisch zu optimieren, ohne die Produktivität oder Verfügbarkeit einzuschränken.

Übersicht des Zumtobel-Standorts Dornbirn in Zenon, inklusive Büros, Produktionsarealen und Lagerräumen.

Entscheidet sich ein Unternehmen dafür, ein Energiemanagement-System einzuführen, steht es oftmals vor vielfältigen Herausforderungen. Die erste große Hürde, die überwunden werden muss: Alle Daten aus den verschiedenen Quellen zentral bündeln, um diese weiterverarbeiten zu können. Die Softwarelösung muss daher mit den bestehenden Systemen kompatibel sein, damit eine lückenlöse Dokumentation gelingt. Um schnell und einfach Rückschlüsse aus den Daten abzuleiten, ist eine intuitive Visualisierung wichtig: Die übersichtliche Darstellung der Kennzahlen – in Echtzeit und historisch – entscheidet über den Erfolg des Projektes. Schließlich sollen sich alle Mitarbeiter schnell und unkompliziert in dem EDMS zurechtfinden.

ISO-50001-Messkonzept: Überblick über die Fertigungshalle

Vor genau dieser Herausforderung stand die Zumtobel Group im Jahr 2014. Das Unternehmen ist ein führender internationaler Anbieter von innovativen Beleuchtungslösungen für professionelle Innen- und Außenanwendungen in Büros, Hotels, Bädern, Kulturzentren sowie in industriellen und technischen Umgebungen. Um die Energieeffizienz in seiner Produktion zu verbessern, entschied sich der Betrieb für die IT-Lösung Zenon des Automatisierungsspezialisten Copa-Data. Dabei handelt es sich um eine HMI/SCADA-Software, die als EDMS in die bereits bestehende Infrastruktur integriert werden kann. Zumtobel hatte sich bereits vor der Implementierung des neuen EDMS mit seiner Energieeffizienz auseinandergesetzt: Das Unternehmen hatte Stromzähler in der gesamten Anlage installiert, um die Berechnung des Stromverbrauches zu erleichtern. Die Mitarbeiter lasen die Daten nur von jenen Geräten ab, die sie für die Berechnung benötigten. Die Stromzähler waren miteinander verbunden. „Wir hatten ein gewaltiges System an Verbindungen innerhalb des Gebäudes, wie ein Netzwerk“, erklärt Barbara Mihatsch, Projektleiterin bei Zumtobel. „Die primäre Aufgabe war das Sammeln der Daten. Ein Mitarbeiter marschierte durch das Gebäude und las auf jedem Gerät den Energieverbrauch ab. Dieser wurde notiert und später von einem weiteren Mitarbeiter in eine Excel-Tabelle übertragen. Jeden Monat wurden dann die gesammelten Daten überprüft.“

Automatisierte Datendokumentation

Das Problem: Die Stromzähler konnten die Messwerte nicht speichern. Die Dokumentation der Daten geschah also von Hand und konnte so nie 100 Prozent genau sein. An eine Auswertung in Echtzeit war mit diesem System nicht zu denken. Darum wurde Zenon als EDMS in das bestehende System integriert. Nun können die Mitarbeiter individuelle Reports ganz einfach und fehlerfrei erstellen. Verschiedene Arten von Daten werden übersichtlich dargestellt, die dazugehörigen Reports erstellt das System automatisch auf Knopfdruck. Sogar auf SAP-Daten kann das neue EDMS zugreifen. „Jetzt, mit Zenon, sind die Daten zu 100 Prozent exakt. Wir sparen uns viel Zeit, da wir keine manuellen Berechnungen mehr durchführen müssen“, so Barbara Mihatsch. Und die neue Lösung hat noch einen weiteren Vorteil: Nach erfolgreicher Integration in die Gebäudeverwaltung ist die Produktion nach der internationalen Norm DIN EN ISO 50001 zertifiziert. ee

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