Druckluftaufbereitung

Kältetrocknung in der Hitze Afrikas

Zement und Wasser sind eine ähnliche brisante Paarung wie Öl und Feuer – zumindest dann, wenn man beide Komponenten unkontrolliert in Verbindung bringt. Das zu verhindern, ist gerade bei der Zementherstellung eine enorme Herausforderung. Vor allem, wenn die Produktion in unmittelbarer Meeresnähe erfolgt – und damit die Druckluftaufbereitung für die Herstellungsprozesse mit schwierigen Klimabedingungen konfrontiert ist.

Im nur einen Steinwurf vom Atlantikstrand entfernten Ghacem-Werk in Takoradi, Ghana, meint man nicht nur die Brandung zu hören, sondern fast schon die Gischt auf der Haut zu spüren.

Ghana ist ein tropisches Land, kennt also keine Jahreszeiten, sondern einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit. Nahezu gleich lange Tage und Nächte bestimmen das Leben. Grob lässt sich das Klima in den trockeneren Norden mit seiner Baum-, Strauch- und Grassavanne sowie den feuchten Süden mit seinen immergrünen Regenwaldgebieten und der Atlantik-küste unterscheiden.

Im nur einen Steinwurf vom Atlantikstrand entfernten Ghacem-Werk in Takoradi, Ghana, meint man nicht nur die Brandung zu hören, sondern fast schon die Gischt auf der Haut zu spüren.

An der Küste, in Takoradi, der drittgrößten Stadt des Landes und wichtigem Wirtschaftszentrum, findet sich auch der größte Zementproduzent Ghanas: Die Ghacem Ltd., sie gehört zum weltweiten Verbund der Heidelberg Cement AG. Die AG betreibt in Afrika ein Netzwerk von zwölf Produktionsstandorten in neun Ländern und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder.

Seit 1967 hat Ghacem mehr als 30 Millionen Tonnen Zement hergestellt. Ein Produktionserfolg, der unter den herausfordernden klimatischen Bedingungen nicht hoch genug bewertet werden kann. Denn im nur einen Steinwurf vom Atlantikstrand entfernten Ghacem-Werk in Takoradi meint man die Brandung zu hören. Feuchtigkeit ist also ein Thema – und bei der Zementherstellung immer ein besonders brisantes.

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Herzstück der Druckluftaufbereitung für die Mühlen sind drei Drypoint RA 5400 TAC-Kältetrockner mit jeweils einer Clearpoint L080-Vorfiltration und einer Öwamat 16 Öl-Wasser-Aufbereitung von Beko Technologies.

In nahezu allen Prozessschritten spielt Druckluft eine zentrale Rolle. In den Zementmühlen des Ghacem-Standorts in Takoradi übernimmt sie eine Vielzahl von Aufgaben: Förderluft für den Zementtransport von den Mühlen in die Silos; Steuerluft für die Funktionselemente von Pumpen und Kontrollsys-temen; Reinigungsluft zum Ausblasen von Filtern. Ausnahmslos Einsatzgebiete, die in höchstem Maße allergisch auf den Eintrag von Feuchtigkeit reagieren – mit Funktionsausfällen, Produktionsunterbrechungen sowie erhöhtem Wartungs- und Reparaturaufwand. Ursachen dafür waren Verklebungen von Zement und Zusatzstoffen, Materialanbackungen und Korrosion der Anlagenkomponenten.

Grund dafür war die konzeptionelle Auslegung der Drucklufttrocknung im Ghacem-Werk Takoradi, die nur zwei zentrale Trockner für das gesamte Werk vorgesehen hatte. Konnte diese Auslegung vor Jahren noch den Erfordernissen genügen, drohte sie auf die erhöhten Anforderungen der Gegenwart jedoch zunehmend mit mangelnder Trocknungsleistung oder gar signifikanten „Wassereinbrüchen“ ins Druckluftsystem zu reagieren. Ein für die QS-Verantwortlichen bei Ghacem unbedingt zu vermeidendes Szenario.

Gut gewappnet gegen Meerluft

Auf Ingenieurswissen und Systemtechnik aus dem Heimatland der Konzernmutter Heidelberg Cement vertrauend, wandte man sich bei Ghacem an die Alternative Engineering Services Ltd. – den lokalen Partner des deutschen Druckluftspezialisten Beko Technologies GmbH. Der Systemanbieter aus dem rheinischen Neuss entwickelte für Ghacem eine unabhängige dreizügige Druckluftaufbereitung. Sie versorgt nun jede der drei Zementmühlen vom eigenen Kompressor bis zu den individuellen Verbrauchsstellen separat mit absolut trockener Druckluft.

Herzstück der Druckluftaufbereitung für die Mühlen sind drei Drypoint RA 5400 TAC-Kältetrockner mit jeweils einer Clearpoint L080-Vorfiltration und einer Öwamat 16 Öl-Wasser-Aufbereitung von Beko Technologies. Ergänzt werden sie von einem weiteren Drypoint RA 8800 TAC-Kältetrockner, der die ebenfalls separierte Druckluftaufbereitung für die Verpackungsmaschinen absichert. Die ausgewählten Drypoint RA Kältetrockner sind mit ihrer Auslegung die beste Antwort auf die besonderen klimatischen Bedingungen vor Ort in Ghana“, erläutert Andreas Flocken, Projektverantwortlicher für Ghacem im Vertrieb bei Beko Technologies. „Um den extremen Herausforderungen an der afrikanischen Atlantikküste zu begegnen und einen bestmöglichen Drucktaupunkt von 3 Grad Celsius sicherzustellen, wurden die Trockner für Ghacem bewusst um ein Vielfaches überdimensioniert“, weist er auf die Individualisierungsfähigkeit der Systeme von Beko Technologies hin. „Außerdem verfügen alle vier Trockner über eine spezielle TAC-Anti-Korrosionsbeschichtung (Anti Corrosion Treatment) auf allen wichtigen Komponenten sowie dem gesamten Gehäuse. Damit sind sie auch gegen die besonders aggressive salzhaltige Meerluft dauerhaft gewappnet.“

Zement und Wasser – eine rasant reagierende Paarung, auf die man bei Ghacem nun also ganz trocken reagiert. ee

HMI, Halle 26, Stand C31

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