Leckagemonitor

Wie groß ist das Loch?

Das Aufspüren von Leckagen in Druckluftnetzen und deren Beseitigung könnte deutschen Industrieunternehmen laut Fraunhofer Institut jährlich etwa 200 Millionen Euro an Strom- kosten und etwa 1,7 Millionen Tonnen Emissionen von Kohlen- dioxid ersparen. Für den energie- und kostenbewussten Druck- luftanwender heißt das: Wenn es um Einsparpotenziale in Druckluftnetzen geht, sollte die Beseitigung von Leckagen an erster Stelle stehen.

Zum Aufspüren von Leckagen wurden bislang Kompressorlaufzeiten in den Ruhezeiten der Produktion gemessen. Das war relativ aufwändig, da Arbeitszeit eingeplant werden musste. Der neue Monitor von Boge für Einzelkompressoren und kleine Netze erfasst Leckagemengen jetzt automatisch.

Die Studie Compressed Air Systems in the European Union, untersucht die Einsparpotenziale der Drucklufttechnik und bezeichnet das Beseitigen von Leckagen als die vermutlich wichtigste Einzelmaßnahme zur Energieeinsparung. Sie ist in nahezu allen Druckluftsystemen anwendbar (Peter Radgen, Edgar Blaustein, Compressed Air Systems in the European Union, Stuttgart 2001). Um diese Instandhaltungsaufgabe zu planen, muss der Anwender aber wissen, wie hoch der Leckageanteil ist: Bei größeren Netzen geben übergeordnete Steuerungen, die eine Druckluftverbrauchsstatistik anzeigen, Hinweise auf den Leckageanteil.

Bei kleinen Netzen mit ein bis drei Kompressoren ist eine solche Lösung hingegen oft überdimensioniert. Hier mussten sich die Anwender bislang damit behelfen, dass man in einer längeren Ruhezeit der Produktion die Kompressorlaufzeiten misst. Dieser Wert ist aussagekräftig, weil die Station in dieser Zeit nur die Leckageverluste kompensiert. Er ist aber relativ aufwändig zu ermitteln, weil der Instandhalter oder das Servicepersonal dafür Arbeitszeit einplanen muss. Mit einem elektronischen Tool kann der Druckluftanwender diese wichtige Frage jetzt einfacher beantworten. Denn es gibt eine neue Generation von Kompressorsteuerungen, die eine automatisierte Erfassung der Leckagemengen ermöglichen. Diese Funktion lässt sich auch in vorhandenen Steuerungen nachrüsten.

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Der Kompressorenhersteller Boge hat als erstes Unternehmen der Branche einen Leckagemonitor entwickelt, der die Leckagemengen in Ruhezeiten automatisch erfasst. Somit erhalten auch Druckluftanwender für Einzelkompressoren oder kleiner Netze von bis zu drei Kompressoren eine zuverlässige Leckage-überwachung. Denn auch hier können sich die Verluste über das Jahr hinweg summieren. In zwei Steuerungen, die wiederum jeweils in mehreren Kompressor-Baureihen zum Einsatz kommen, ist dieses Funktionsmodul serienmäßig integriert, das über die Bedienoberfläche aktiviert werden kann. Die Steuerung erfasst dann nach einer festgelegten Karenzzeit über mehrere Stunden hinweg selbsttätig die Kompressorlaufzeit und zeigt diesen Wert an – hochgerechnet auf ein Jahr. Der Druckluftanwender kann daraufhin ablesen, wie hoch die Leckageverluste sind. Dabei muss nur sichergestellt sein, dass die Kompressoren eingeschaltet und alle Verbraucher abgeschaltet sind: dann wird die reine Leckageluftmenge erfasst.

Solide Datenbasis

Mit dem praxisgerechten Tool hat der Druckluftanwender eine klare Datenbasis für die Entscheidung, ob eine Leckageortung und -beseitigung im Druckluftnetz angebracht ist. Beträgt der Leckagenteil „nur“ sechs Prozent, kann der Anwender zufrieden sein. Sind es aber 15 Prozent, dann ist Handeln angesagt. Denn das würde bedeuten, dass 15 Prozent der Druckluftkosten verschwendet werden. Da die leckagebedingten Kosten meist unterschätzt werden, steht so bei internen Diskussionen über die Wichtigkeit dieser Instandhaltungs-Maßnahme eine solide Datenbasis zur Verfügung. Nach der Empfehlung des Herstellers sollte die Leckagemonitor-Funktion mindestens einmal im Jahr eingesetzt werden. Sinnvoller ist ein halbjähriger Einsatz, wobei in einem solchen Fall nicht nur der Absolutwert des Leckageanteils interessiert, sondern die Änderung der Werte: Ist der Leckageanteil deutlich gestiegen, sollte zügig gehandelt werden!

Um die Leckstellen zu beseitigen, müssen sie zunächst geortet werden. Denn Leckagen können im gesamten Netz auftreten. In jeder Rohrleitung, an defekten Verschraubungen, undichten Schlauchkupplungen, verschlissenen Schläuchen und undichten Ventilen. Der Druckluft-Fachhandel verfügt ebenso wie die Servicemitarbeiter der Kompressorhersteller über geeignete Messgeräte, mit denen sich Leckagen unabhängig von den Hintergrundgeräuschen der Produktion zuverlässig aufspüren lassen. Die Kosten für diese Dienstleistung einschließlich der Leckagebeseitigung amortisiert sich aus Anwendersicht meist sehr schnell, wie das folgende Beispiel zeigt: Nur eine einzige kleine Leckagestelle von zwei Millimeter Durchmesser verursacht in einem Zehn-bar-Druckluftnetz einen konstanten Luftverlust von 0,4 m³/min. Das entspricht, auf ein Jahr gerechnet, einem Energiekostenaufwand von rund 3.000 Euro (Basis: Unterlagen der Energieagentur NRW)

Alle neuen Boge Basic- und Fokus-Serien, die mit Steuerungen ausgestattet sind, bieten den neuen Leckagemonitor als Standard. Anwender, die vorhandene Kompressoren mit diesem neuen Tool nachrüsten möchten, können dies mit geringem Aufwand tun: Dazu ist lediglich ein kostenloses Software-Update der Steuerung erforderlich. Damit steht den Druckluftnutzern nun ein Tool zur Ermittlung der Leckagekosten zur Verfügung, das eine zielgerichtete Planung der Instandhaltungsarbeiten ermöglicht und zum effizienten Betrieb des Druckluftnetzes beiträgt. Matthias Eichler, Boge/st

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