Anlagenmanagement

Überwachung aus der Ferne

Condition Monitoring ist mittlerweile mehr als nur ein Trendthema. Denn wenn Maschinen und Anlagen ihren Zustand selbsttätig überwachen und bei Unregelmäßigkeiten eine Meldung an den Service abgeben, erhöht sich die Verfügbarkeit und der Anwender kann ungeplanten Ausfällen vorbeugen. Ein neues Tool bietet diese und andere Monitoring-Funktionen jetzt auch für ein vorausschauendes Anlagenmanagement in der Drucklufttechnik.

Dass die Innovationen der Drucklufttechnik in hohem Maße auf die Fortschritte der Elektronik zurückzuführen sind, gilt für die Kompressoren ebenso wie für die Aufbereitungstechnik. Boge geht diesen Weg konsequent und hat mit Logair ein Tool entwickelt, das modernste Technologien der Elektronik und der Datenkommunikation für das Anlagenmanagement von Kompressorstationen nutzt. Es sammelt und speichert bis zu 64 Prozesswerte der Boge-Kompressorsteuerungen in einem robusten Datenlogger. Die Werte werden überwacht – dafür kann der Anwender Grenzwerte angeben – und visualisiert. Zusätzlich stehen jeweils vier, beziehungsweise acht digitale und analoge Eingänge zur Verfügung, über die sich zum Beispiel Fremdkompressoren und Aufbereitungsanlagen in das System einbinden lassen.

Die Überwachung ist die erste Funktion des Moduls. Eine weitere ist die Visualisierung. Die Webansicht, die der Nutzer entweder direkt vor Ort an einem angeschlossenen PC oder per GSM-Netz über einen PC oder per Mobiltelefon aufrufen kann, zeigt alle gemessenen Betriebsdaten wie Temperaturen, Drücke, Betriebs- und Leerlaufstunden sowie die Kompressorwartungsfrist auf einen Blick. Ebenso sind alle Daten über das Internet weltweit verfügbar. Man benötigt nur einen PC mit Webbrowser; eine spezielle Software ist nicht notwendig. Die gespeicherten Werte können auch als Liniendiagramm visualisiert werden und bieten damit eine genaue Dokumentation der Messwerte. Mit der Möglichkeit zu zoomen und zu scrollen, sind die wichtigen Daten immer im Blick. Der Anwender kann sich den Status jedes angeschlossenen Kompressors anzeigen lassen und die gewonnenen Daten genau analysieren.

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SMS vom Kompressor

Die dritte Funktion, die das neue Tool übernimmt, ist die eines Störmelders. Sobald die individuell definierten Grenzwerte der Betriebsparameter unter- oder überschritten werden, gibt das Modul über das Mobilfunknetz eine Meldung aus, die die autorisierte Person oder das Servicepersonal wahlweise als SMS, E-Mail, Voice-Mail oder Fax empfängt. Selbstverständlich erhält der Anwender in der Meldung einen klaren Hinweis darauf, welcher Parameter den eingegebenen Grenzwert überschreitet. Auf diese Weise kann die Maschine geprüft werden, bevor ein Stillstand auftritt oder größere Schäden zu verzeichnen sind: Das spart Kosten und vermindert Stillstandszeiten – ein effizientes Tool der vorbeugenden Instandhaltung.

Hat der Anwender für seine Boge-Kompressoren einen Full-Service-Vertrag abgeschlossen, wird die Nachricht über die Unregelmäßigkeit direkt an einen Service-Techniker des Unternehmens gesendet. Dieser inspiziert dann die Druckluftanlage und sucht nach der Ursache der Störung. Falls kein Full-Service-Vertrag besteht, übermittelt das System dem Anwender die Anzahl der Betriebsstunden bis zur nächsten Wartung und schafft damit eine weitere Voraussetzung für eine sichere Druckluftversorgung. Da alle Meldungen mit Datum und Uhrzeit übertragen werden, lassen sie eine lückenlose Dokumentation zu. Das ist die vierte Funktion des Logair-Tools. Die Daten lassen sich freilich nicht nur speichern und ausdrucken, sondern auch aktiv abrufen – direkt am Gerät per PC oder über das Mobilfunknetz. Damit hat der Anwender die Möglichkeit, die gespeicherten Betriebsparameter zu analysieren und auch aus der Ferne Aufschluss über die Fahrweise oder über Optimierungspotenziale der Druckluftanlage zu erlangen.

Boge bietet zwei Ausführungen dieses praxisgerechten Anlagenmanagements an. In der Variante Logair S stehen vier digitale und vier analoge Eingänge zur Verfügung. Die Datenfernabfrage erfolgt per Mobiltelefon, die Meldungen werden als SMS, E-Mail, Voice-Mail oder Fax versendet. Der Logair M Modbus hingegen besitzt acht digitale und analoge Anschlüsse und sammelt die Daten von den einzelnen Steuerungen über das Modbus-Protokoll. Die Meldungen erfolgen wie beim Logair S, die Anwender können aber zusätzlich über ihren normalen Webbrowser und ohne eine weitere Software weltweit auf Web-Visualisierungen zugreifen.

Ein Tool, vier Funktionen

Mit dem neuen Tool steht dem Anwender ein kompaktes, universell einsetzbares Kommunikations-Modul zur Verfügung, das gleich vier Aufgaben des Druckanlagenmanagements in einem einzigen Gerät vereint – Störmeldung, Datenfernabfrage, Datenspeicher und Web-Visualisierung. Das Modul vereinfacht den Service, erhöht die Transparenz und verbessert zugleich die Verfügbarkeit. Dabei muss ein deutlich geringerer Aufwand getrieben werden, als es bei üblichen komplexen Datenfernüberwachungs-Systemen der Fall ist. Auch besonders entlegene oder schlecht zugängliche Kompressoren, dezentrale Aufbereitungskomponenten oder Kondensatableiter lassen sich im Sinne des Condition Monitoring mit Logair einfach und zuverlässig überwachen. So beugt der Anwender Störfällen und Stillständen vor und schafft mit geringem Aufwand eine wesentliche Voraussetzung für eine effiziente und zuverlässige Druckluftversorgung. st

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