Druckluftanlage

Maschinenübergreifendes System

Druckluft zuverlässiger und wirtschaftlicher zu nutzen ist ein wirksamer Ansatzpunkt, wenn es darum geht, Energiekosten zu reduzieren. Ein Musterbeispiel dafür ist der Baur Versand im oberfränkischen Burgkunstadt. In den letzten Jahren erneuerte das Unternehmen die Druckluftstation komplett und brachte sie auf einen neuen, energiesparenderen Stand. Auch Wärmerückgewinnung spielt dabei eine große Rolle. Die Kostenvorteile sind erheblich.
Bei Baur spielt Druckluft eine große Rolle, damit die Pakete dorthin kommen, wo sie hin sollen.

Jede Fördertechnik braucht Druckluft zum Steuern und Regeln – auch beim Baur Versand, einem der Top-Ten-Internethändler in Deutschland. Jeden Tag verlassen Tausende von Paketen die Hauptumschlagsbasis des Unternehmens in Altenkunstadt und werden auf den Weg zum Kunden gebracht. Dafür muss man sie zielgenau über insgesamt 35 Kilometer Fließband befördern. Druckluft sorgt dafür, dass die Pakete den richtigen Weg in Richtung Lastwagen nehmen. Im Durchschnitt werden dafür 22 bis 24 Kubikmeter Druckluft pro Minute benötigt, in Spitzenlastzeiten lassen sich allerdings bis zu 50 Kubikmeter bereitstellen. Seit Neuestem sorgt eine hochmoderne und feinabgestimmte Druckluftanlage von Kaeser-Kompressoren dafür, dass alles reibungslos und dennoch so kostengünstig wie möglich erfolgt.

Dazu wurde die alte Anlage unter Energiespargesichtspunkten komplett ausgetauscht. Wichtig war es, das System der Drucklufterzeugung als Ganzes und nicht nur die Komponenten einzeln zu betrachten. Natürlich ist ein möglichst energieeffizient arbeitender Kompressor oder Trockner schon ein entschiedener Vorteil, wenn es um die Reduktion der Energiekosten geht. Arbeiten beide aber nicht harmonisch zusammen und sind sie nicht aufeinander abgestimmt, kann trotzdem viel Geld verloren gehen.

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Um die optimale Zusammenstellung zu ermitteln, führten die Experten zuerst ein Druckluftaudit durch. Denn die wenigsten Betreiber kennen ihren tatsächlichen Druckluftbedarf. Dafür gibt es heute hocheffiziente webbasierte Analysetools wie zum Beispiel die ADA2 und das daran anschließende KESS-Programm (Kaeser Energiespar-System-Service). Mit dessen Hilfe lassen sich Planungsschritte für den Betreiber der Druckluftstation ermitteln und die Investitionskosten den möglichen Energieeinsparungen gegenüberstellen. In der Vergangenheit stellte es sich bei derartigen Audits häufig heraus, dass ein Großteil der Energieeinsparung dadurch möglich ist, indem man die Kompressoren mit Hilfe eines übergeordneten Steuerungssystems besser koordiniert. Erster Ansatzpunkt für ein energieeffizientes System sind daher die maschinenübergreifenden Steuerungen, die aus den Einzelspielern einer Druckluftstation ein erfolgreiches Team machen. Die neuen Steuerungen, wie der Sigma Air Manager 2 (SAM 2) des Coburger Druckluftspezialisten, bieten dabei eine Fülle an Möglichkeiten. Steht der Bedarf fest, sind die korrekte Kompressoren-Auslegung und die anschließende möglichst wirtschaftliche Druckluftaufbereitung wichtige Punkte der energie- und kosteneffizienten Drucklufterzeugung. Hochmoderne Kompressoren, die von Haus aus bereits mit den energieeffizientesten Techniken wie internen Steuerungen oder Energiesparmotoren ausgerüstet sind, bilden die Basis. Hinzu kommen Drucklufttrockner, die in jeder Baugröße dank neuer Verfahren wie der Latent-Speichermethode, interner Steuerungen und durchdachter Konstruktion auf kleinstmöglichem Raum, wiederum zur Ersparnis beitragen. Moderne Druckluftfilter vervollständigen das System, um die benötigte Druckluftqualität zuverlässig zu erzeugen.

Geheimtipp Wärmerückgewinnung

Bei Baur spielte neben der optimalen Kombination der Einzelkomponenten aber vor allem ein anderer Punkt eine wichtige Rolle: die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung. Kompressoren erzeugen bei der Herstellung von Druckluft viel Wärme, die sich für andere Einsatzzwecke nutzen lässt. Bei der alten Anlage verpuffte die Energie ungenutzt. Bei der neuen sorgt ein modernes System zur Wärmerückgewinnung dafür, dass nicht nur die Kosten für die Drucklufterzeugung sich anders rechnen, sondern dass sich auch der Schadstoffausstoß deutlich reduzieren lässt. Entscheidend dafür ist, dass die neue Anlage rund ein Drittel weniger Energie verbraucht. Mithilfe eines Wärmetauschers lässt sich mit der Kompressoren-Abwärme Wasser erhitzen. Dieses wird im Winter in den Heizungskreislauf geführt und im Sommer direkt als Warmwasser verwendet. Rund 29.000 Kilowattstunden an Energie kann das Unternehmen so zusätzlich nutzen und rund 110 Tonnen CO2 einsparen.

Für Baur hat sich die Erneuerung schon jetzt gelohnt, da sich die Investitionskosten innerhalb von kürzester Zeit amortisieren. Das Fazit: Durch technische Neuentwicklungen lassen sich die Energiekosten eines Unternehmens deutlich senken. Bei Betreibern, die über ältere Komponenten verfügen oder wo die Einzelkomponenten noch nicht ideal zusammenspielen, sind sogar Einsparungen im hohen zweistelligen Bereich möglich. jg

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