Hardware

Simpel und intelligent

Mit der so genannten intelligenten Navigation will 3Dconnexion den Umgang mit der 3D-Maus intuitiver machen. SolidWorks-Anwender können sie bereits seit rund einem Jahr testen – und äußern sich durchaus zufrieden. Der Trick dabei: Der Rotationspunkt, um den sich das betrachtete Objekte per Maus drehen lässt, wird situationsabhängig entweder in den Mittelpunkt des Objekts oder auf dessen Oberfläche gelegt. So bleibt stets das im Blickfeld, was man sehen will.
Mit der ‚intelligenten Navigation‘ kann der Anwender softwareunterstützt leichter und intuitiver in der Konstruktionsumgebung navigieren. (Bilder: 3Dconnexion)

Wenn innerhalb einer Stunde 400 Menschen auf eine E-Mail-Umfrage antworten und selbst ein Kommentarfeld ausfüllen, dann hat man entweder etwas richtig falsch oder richtig gut gemacht. Letzteres scheint für die Logitech-Tochter 3Dconnexion zu gelten, für die Antonio Pascucci und sein Kollege Robert Stadie eine Umfrage unter 3.000 SolidWorks-Anwendern mit 3D-Maus durchführten. Sie wollten herausfinden, wie zufrieden die CAD-User mit der so genannten ‚intelligenten Navigation‘ sind, die 3Dconnexion seit rund einem Jahr als 3D-Maus-Update beziehungsweise als Plug-in für SolidWorks anbietet. „Die 3D-Maus war nur halb so gut, bis dieses Feature hinzukam“, schreibt ein Anwender, andere betonen vor allem die intuitive Benutzung oder die gesteigerte Produktivität.

In der Tat erleichtert die ‚intelligente Navigation‘ die intuitive Bedienung. „Was jeder bei einer 2D-Maus sehr schnell erfasst – üblicherweise arbeite ich hier mit Verschieben und Zoomen – ist bei einer 3D-Maus aufgrund der nun möglichen Rotationen deutlich schwieriger“, erläutert Antonio Pascucci, Vice President Products bei 3Dconnexion. Deswegen habe man sich bei der Entwicklung des neuen Features auf den Rotationspunkt (Rotation Point) konzentriert, den man bewusst mit dem Punkt zusammenlege, den der Anwender fokussiere (Point of Interest). Vereinfacht lassen sich zwei Szenarien beschreiben:

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Das Objekt befindet sich eher im Hintergrund und füllt den Bildschirm nur zu einem kleinen Teil aus. Dann liegt der Rotationspunkt, um den sich das Objekt bei Bedienung der Maus dreht, in dessen geometrischen Mittelpunkt.

Je näher man nun das Objekt heranholt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man sich für ein bestimmtes Detail interessiert. Eine Drehung um den geometrischen Mittelpunkt würde nun aber dazu führen, dass das betrachtete Detail schnell am Bildschirmrand verschwindet. Deswegen wird nun der Rotationspunkt auf die im Fokus liegende Oberfläche gelegt, so dass das betrachtete Detail im Vordergrund bleibt.

Letzteres konnte der CAD-Anwender zwar zuvor auch schon manuell festlegen, doch die intelligente Navigation erleichtert ihm die Arbeit, weil sie automatisch zwischen den beiden geschilderten Szenarien umschaltet. Der Rotationspunkt folgt also automatisch dem Point of Interest, so dass der Anwender nun mit der 3D-Maus wesentlich leichter navigieren kann. „Wir geben ihm eine Hilfestellung – und zwar genau in dem Augenblick, in dem er sie benötigt“, betont Pascucci.

Software-Innovation löst Hardwareentwicklung ab

Technisch wird dies über die Analyse des Bildschirminhalts und die Integration in die CAD-Software erreicht – für jedes CAD-System ist eine entsprechende Anpassung beziehungsweise ein Plug-in erforderlich. „Grundsätzlich erfassen wir, wo sich ein Objekt befindet und wie groß es im Verhältnis zur Anzeige ist“, erklärt Robert Stadie, Product Manager bei 3Dconnexion. „Sobald das Objekt herangezoomt wird, greift ein spezieller Algorithmus, der dann sinngemäß den Schnittpunkt von Blickrichtung und Oberfläche des Objekts ermittelt – den neuen Rotationspunkt.“ Dazu nutzt die Treiber-Software auch die Geometrie-Daten des CAD-Modells, allerdings nur die jeweilige Außengeometrie. Außer Acht bleiben auch weitere Eigenschaften wie etwa die Massenverteilung, da sie bei der Arbeit im CAD-System zumeist keine Rolle spielt.

Verfügbar ist die intelligente Navigation nach Angaben von 3Dconnexion über ein kostenloses 3DxWare-Software-Update für die gesamte 3D-Maus-Produktlinie. Unterstützt werden bislang SolidWorks 2005 bis 2010 sowie Autodesks Animations-Software 3ds Max 2009 bis 2011 unter den Windows-Betriebssystemen ab XP.

Features wie die intelligente Navigation zeigen gleichzeitig auf, dass Verbesserungen zukünftig eher auf der Seite der Software zu erwarten sind, in diesem Fall der 3D-Maus-Treiber. „2D- und 3D-Maus sind genauso wie der Touchscreen bereits im letzten Jahrhundert entwickelt worden“, berichtet Antonio Pascucci (siehe dazu auch den Kasten auf der folgenden Seite). Auch Ergänzungen, beispielsweise die Ausstattung mit einem Scroll-Rad oder individuell belegbare Tasten gebe es bereits. „Das Problem dabei ist nur, dass unter Umständen die Bedienungsfreundlichkeit darunter leidet – je komplexer das Produkt ist, desto mehr muss ich den Umgang damit trainieren.“

Zudem erwarten die Benutzer heute Hard- und Software, die sich möglichst intuitiv bedienen lässt. Auch ohne die Lektüre dicker Bedienungsanleitungen will man möglichst schnell loslegen – das gilt vor allem für Mensch-Maschine-Schnittstellen wie eine 3D-Maus. Die 3Dconnexion-Entwickler leiteten daraus zwei Aufgaben ab:

Geräte sollen intuitiv zu bedienen sein – der Anwender muss direkt den Kontakt zur digitalen Welt aufnehmen können.

Das Eingabegerät muss dem Anwender zum richtigen Zeitpunkt eine Hilfestellung geben (Smart Intelligence).

Beides scheint den Mitarbeitern der Logitech-Tochter mit der intelligenten Navigation gelungen zu sein. Denn der Anwender kann jetzt deutlich schneller in der Konstruktionsumgebung navigieren, und insbesondere auch bei großen Zusammenbauten lässt sich die 3D-Maus nun leichter nutzen.

Michael Corban, CAD-CAM Report

3Dconnexion GmbH, München Tel. 089/8974542-0, http://www.3dconnexion.de

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