Hardware

Drucker am Netz wird Brücke zur Kommunikation

Mit der Web-Anbindung seiner Großformatdrucker erleichtert Hewlett-Packard nicht nur den Druck von Großformatdokumenten, sondern vereinfacht auch die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Über den ePrint&Share-Service bietet das Unternehmen dafür sogar eine eigene Cloud-Lösung an, die zudem den Fernzugriff auf mit dem Web verbundene Großformatdrucker erlaubt. Der Vorteil: Auch papiergebundene Arbeitsprozesse lassen sich so in ein PLM-Konzept einbinden. Und auch wenn das die Computerhersteller nicht gerne hören: Intuitiver als auf Papier lassen sich Ideen und Anmerkungen kaum kommunizieren.

Schon seit Herbst letzten Jahres verfügbar, ist der HP Designjet T2300 eMFP per Firmware-Upgrade nun auch ein ePrinter wie die neu vorgestellten ePrinter-Geräte. Der Vorteil des T2300: Die integrierte Scaneinheit erlaubt es, auch Daten 'zurückzuschicken', die sich per Web weltweit abrufen lassen. (Bilder: HP)

Geschlossene Prozessketten spielen in modernen PLM-Konzepten eine entscheidende Rolle, insbesondere bei Änderungsprozessen. So muss sichergestellt sein, dass nicht nur die Daten zu dem jeweils geänderten Bauteil angepasst, sondern auch alle Abhängigkeiten innerhalb der Konstruktion sowie in Folgeprozessen wie der Beschaffung berücksichtigt werden. Üblicherweise lässt sich das über elektronisch verknüpfte Dateien erreichen. Papier hat hier keine Chance, möchte man meinen. Allerdings haben gedruckte Dokumente, insbesondere Zeichnungen, einen entscheidenden Vorteil: Man kann in ihnen per Stift auf einfachste Weise Ideen skizzieren und Bemerkungen eintragen - so intuitiv wie bei keinem anderen Medium. "Papier verliert im digitalen Workflow nicht an Bedeutung", stellt auch Matthias Malm fest, bei Hewlett-Packard (HP) in Böblingen Bereichsleiter für das Large Format Printing Business (den Bereich Großformatdruck).

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Um auch Papierdokumente in PLM-Konzepte zu integrieren, setzt HP konsequenterweise auf Web-Technologien. "Bereits heute werden 80 Prozent aller Dateien für den Großformatdruck zuvor via E-Mail oder FTP-Protokoll verschickt", fährt Malm fort. "Das ist einfach, kommt der steigenden Mobilität der Anwender entgegen und erleichtert deren Zusammenarbeit." Im nächsten Schritt verbinden die HP-Ingenieure deswegen die sogenannten 'ePrinter' nun direkt mit dem Internet. "Kooperationen über Landesgrenzen und sogar Kontinente hinweg werden immer wichtiger", begründet dies der HP-Mitarbeiter. "Auf diese Weise können wir unsere Anwender hinsichtlich der genannten drei Aspekte - Einfachheit, Mobilität und Zusammenarbeit - noch besser unterstützen." Neu auf dem Markt sind dazu zwei Modelle der für technische Anwendungen gedachten T-Serie:

Speziell für kleine und mobile Konstruktionsteams ist der HP Designjet T790 ePrinter gedacht.

Für große Arbeitsgruppen wurde der HP Designjet T1300 ePrinter konzipiert.

Auch mit dem bereits Ende letzten Jahres vorgestellten Multifunktionsdrucker HP Designjet T2300 eMFP (siehe CAD-CAM REPORT 11/12-2010, S. 62) lässt sich nach einem Firmware-Upgrade diese Web-Anbindung nun nutzen. Will heißen: Angeschlossen an das Internet, können die Anwender mit den drei Geräten ohne zwischengeschalteten PC direkt auf beispielsweise per Cloud Computing verfügbare PLT-, TIFF-, JPEG- und PDF-Dateien zugreifen und diese drucken. Speziell die integrierte Scan-Einheit des T2300 erlaubt es zudem, Zeichnungen auch wieder einzuscannen, um die Daten anschließend wieder hochzuladen - wodurch auch Teammitglieder an anderen Standorten darauf Zugriff haben.

Änderungen leicht gemacht

Gerade Unternehmen, die über Fertigungsstandorte in verschiedenen Ländern verfügen, könnten vom Web-Anschluss der Drucker profitieren. Häufig existiert hier das Problem, dass bei Bauteiländerungen auch sichergestellt sein muss, dass jeweils die aktuellste Zeichnung verwendet wird. Denkbar ist in diesem Fall, dass die Fertigungsvorbereitung die modifizierten Zeichnungen von der Zentrale aus direkt an den Großformatdrucker am jeweiligen Standort schickt und ausdruckt. Vor Ort müssen die Mitarbeiter dann nur noch die fertig gedruckte Zeichnung entnehmen.

Kommt dabei der T2300 mit seiner Scan-Einheit zum Einsatz, lassen sich auch Änderungsvorschläge im Rahmen des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses vereinfachen - und oben genannten Vorteile des Mediums Papier nutzen. Denn nun reicht es aus, dass beispielsweise ein Mitarbeiter vor Ort seine Vorschläge in die Zeichnung ¿schreibt` und diese dann einscannt. Umgehend können dann auch Fertigungsvorbereitung und Konstruktion den Vorschlag einsehen und gegebenenfalls umsetzen. Auf diese Weise lässt sich also auch 'Papier' in Prozesse des Änderungs-Managements einbinden.

Cloud-Lösung gleich mit an Bord

Wer für solche Szenarien das Internet nutzen will, kann neben der eigenen Cloud auch den ePrint&Share-Service der Böblinger nutzen. Dabei handelt es sich um eine Applikation für den Druck über das Web, mit der sich Inhalte automatisch online verwalten lassen. "Geschützt vor einem Fremdzugriff liegen die Daten dann auf einem HP-Server", erläutert Matthias Malm. "Zudem kann über einen Logfile jederzeit nachvollzogen werden, wer Zugriff auf eine Datei hatte." Ein weiteres Plus: Selbst sehr große Dateien lassen sich auf diese Weise weltweit ohne großen Aufwand bereitstellen und die Datensicherung übernimmt HP als Cloud-Anbieter. Mehr als 10.000 registrierte Anwender nutzen den Service nach Angaben des Unternehmens bereits.

Am Drucker selbst erhält der Anwender über das Touchscreen-Bedienfeld Zugriff auf Webinhalte. Aus der Ferne - von einem Computer oder demnächst iOS-Smartphones aus - kann man mit der ePrint&Share-Lösung auf einen mit dem Web verbundenen Designjet-Drucker zugreifen. Interessant für Konstruktionsteams ist vor allem das ePrint&Share-Plug-in für Autocad, mit dem Autocad-Anwender direkt aus der vertrauten Oberfläche heraus den Service aufrufen und per Mausklick druckfertige Dateien erzeugen können. Somit bleibt mehr Zeit, sich auf die kreativen Aspekte der Arbeit zu konzentrieren - die Arbeit wird produktiver. Teil des Lieferumfangs des T2300 eMFP ist zudem auch eine Lizenz der Software Autocad Raster Design. Damit lassen sich Entwürfe, Pläne und Blaupausen nicht nur scannen, sondern für die Weiterbearbeitung auch digitalisieren und vektorisieren.

"Wir vereinfachen den Druck von Großformatdaten enorm, weil wir unsere Kunden in die Lage versetzen, ihre Daten jederzeit im Web zu speichern, zu drucken und von überall abzurufen", betont Malm. "Gleichzeitig erfüllen wir einen Traum der jeweils eigenen IT-Abteilung: das treiberlose Drucken!" Denn neben PLT- lassen sich ja direkt auch TIFF-, JPEG- und PDF-Dateien ausdrucken, und zwar ohne PC und damit ohne die jeweils erzeugende Software. Über den USB-Port lassen sich folglich auch Dateien direkt drucken, die auf einem USB-Stick abgelegt sind.

Hewlett-Packard GmbH, Böblingen, Tel. 07031/14-0, http://www.hp.com/de, http://www.lfp-konfigurator.de

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