Hardware

„Auch CAD-Anwender brauchen Farbe“

Mit dem KIP C7800 CAD hat der japanische Drucksystemhersteller Katsuragawa Electric die zweite Geräte-Generation für den Farbdruck auf Tonerbasis vorgestellt. Als Hybridsystem liefert der Großformatdrucker aber auch Schwarz/Weiß-Drucke. Die Leistung sowohl in Farbe als auch Schwarz/Weiß liegt bei beachtlichen 5 m2 pro Minute. Der CAD-CAM REPORT sprach mit Geschäftsführer Andrés Kaiser und Sales Support Manager Olaf Lindner von der deutschen Niederlassung KIP Deutschland über Vorteile und Einsatzgebiete des neuen Drucksystems.
Beim KIP C7800 CAD handelt es sich um ein tonerbasiertes Hybridsystem für Farb- und Schwarz/Weiß-Druck. Ein neuartiges Transportband ermöglicht die automatische Medienkalibrierung unabhängig von Papiersorte und -format. (Bilder: KIP)

CCR: Herr Kaiser, Herr Lindner, die klassischen gedruckten Zeichnungen waren und sind Schwarz/Weiß. Warum benötigt der CAD-Anwender ein Farbsystem?

Kaiser: Technische Dokumente sind heute farbig, weil sie am Bildschirm in Farbe entstehen - Farbe ist oftmals die Voraussetzung, um den Entwurf intuitiv zu erfassen. Zudem sind Pläne oftmals Verkaufsunterlagen, die zunehmend auch 3D-Ansichten enthalten. Es liegt also nahe, Pläne ebenfalls farbig zu drucken - vorausgesetzt, der Farbdruck lässt sich effizient und kostengünstig umsetzen. Das genau war für uns der Grund, nach der Einführung unseres ersten Farbsystems auf Tonerbasis, des KIP Color 80, nun den Nachfolger vorzustellen. Ein KIP C7800 CAD liefert in etwa die gleiche Leistung wie fünf Tintenstrahl-Großformatdrucker.

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Lindner: Der große Nachteil eines Tintenstrahl-Systems ist, dass ich mehr Tinte auftragen muss, um die Druckqualität zu steigern. Das erhöht die Trocknungszeit und senkt die erreichbare Geschwindigkeit. Das ist einer der Gründe, warum immer noch rund 60 Prozent aller CAD-Drucke in Schwarz/Weiß erfolgen, auch wenn dieser Anteil abnimmt. Bislang war das Farbdrucken einfach zu komplex, der Aufwand in den meisten Fällen zu hoch. Genau an dieser Stelle setzen wir mit dem KIP C7800 CAD an: Jetzt kann der Anwender wahlweise in Farbe oder in Schwarz/Weiß drucken, bei annähernd gleich hoher Geschwindigkeit von rund fünf Quadratmetern pro Minute. Damit müssen Ingenieurbüros, Konstrukteure oder Maschinenbauer nicht mehr auf den Vorteil der Farbe verzichten, können gleichwohl aber klassische Zeichnungen Schwarz/Weiß drucken.

CCR: Das heißt, vor allem die Geschwindigkeit setzt ein Drucksystem auf Tonerbasis voraus?

Kaiser: Genau, zudem sind die Ausdrucke dokumentenecht sowie wisch- und UV-fest. Entscheidend ist die Geschwindigkeit, weil wir auf diese Weise ein sehr produktives DIN-A0-Drucksystem anbieten können, dass gleichzeitig flexibel und profitabel ist. Wir gehen davon aus, dass sich analog zur Entwicklung im DIN-A3- und -A4-Bereich tonerbasierte Farbsysteme nach und nach durchsetzen und reine Schwarz/Weiß-Geräte ersetzen. Gegenüber der Vorgänger-Generation konnten wir den Preis des neuen Gerätes schon annähernd halbieren.

CCR: Im Großformatdruck findet man bislang überwiegend Tintenstrahler. Wo liegt die Schwierigkeit, ein tonerbasiertes System zu entwickeln, und wie haben Sie das gelöst?

Lindner: Hier sind vor allem zwei Punkte zu nennen. Zum einen fixieren wir den Toner per Druck und Wärme, was natürlich das Papier - das an sich schon hochsensibel gegenüber Luftfeuchtigkeit und Hitze ist - extremen Belastungen aussetzt. Dies feinfühlig zu steuern, ist sehr aufwändig und erfordert einiges Know-how. Zum anderen war es sehr schwierig, die vier Druckwerke im KIP Color 80 mechanisch aufeinander abzustimmen. Hier haben wir mit dem KIP C7800 CAD einen entscheidenden Schritt nach vorn getan: In der neuen Maschine wird das Medium nun von einem Transportband wesentlich stabiler über die einzelnen Druckwerke geführt. Zudem kann der Druckkopf nun Informationen in zwei Ebenen verarbeiten - zuvor war das nur in einer Ebene möglich. Konnten wir zuvor nur mit einer Auflösung von 600 mal 600 dpi drucken, erreichen wir nun 600 mal 2400 dpi - eine für den CAD-Druck sehr wichtige Voraussetzung, wenn beispielsweise Diagonalen und Krümmungen abzubilden sind. Denn bei dieser Auflösung generiert das neue tonerbasierte LED-System eine brillante und originalgetreue Wiedergabe feinster Linien, Bögen und kleiner Bilder. Darüber hinaus ist natürlich auch unsere High-Definition-Print-Technologie HDP plus Voraussetzung für die guten Ergebnisse im CAD-Bereich.

CCR: Könnten Sie das näher erläutern?

Lindner: HDP plus beschreibt den eigentlichen Druckvorgang. Wir arbeiten hier mit einem speziellen Toner und einem Druckwerk, das ohne eine besondere Entwickler-Einheit auskommt. Bei den Schwarz/Weiß-Geräten hat das zur Folge, dass wir den Toner immer wiederverwenden können - weil wir ihn kontaktfrei abnehmen und damit frei von Verunreinigungen halten können. Das Verfahren arbeitet sehr tonereffizient und bietet einen sehr hohen Schwärzungsgrad sowie eine sehr feine Zeichnung. Weil die Entwickler-Einheit als Baugruppe entfällt, baut das Druckwerk zudem sehr schmal.

CCR: Was bedeutet das beim Farbsystem?

Lindner: Bei Farblaserdruckern im Kleinformat ist man ja den Weg gegangen, um eine Trommel herum die vier Farbwerke anzuordnen. Bei der Breite im Großformatdruck geht das nicht, weil allein schon die Trommel zu teuer würde. Wir lösen das über unser HDP-plus-Verfahren und können mit dem Verkleinern der eigentlichen Druckwerke die Qualität hoch halten. Beim Farbdruck entsteht übrigens prinzipbedingt Resttoner, jedoch konnten wir die anfallende Menge weiter reduzieren. Interessant ist für uns: Auch sechs Jahre nach Einführung des KIP Color 80 hat noch kein Wettbewerber zu uns aufgeschlossen.

CCR: Ist ein Hybridsystem für Farbe und Schwarz/Weiß nicht deutlich wartungsintensiver als ein reiner Schwarz/Weiß-Drucker und damit teurer bei den Druckkosten?

Kaiser: Die Farbeinheiten im KIP C7800 CAD lassen sich beim Schwarz/Weiß-Druck wegfahren - und stehen dann auch still. Das spart Wartungs- und Druckkosten! Generell erwarten wir zudem eine lange Lebensdauer. Wir gehen von einer Million Laufmeter aus - entsprechend im Durchschnitt fünf bis sechs Jahren Einsatz. Eingerechnet aller Kosten für Toner, Service und Verschleiß liegt der Klickpreis für einen Quadratmeter Farbdruck bei fünf Prozent Deckungsgrad bei 29 Cent - Farbausgaben mit dem neuen Gerät werden damit so rentabel wie herkömmliche Monochromprints. Und bei Schwarz/Weiß-Drucken liegen wir bei einem Klickpreis von nur 19 Cent. Das System wird rund 60.000 Euro kosten, ermöglicht aber bei entsprechender Auflage eine schnelle Amortisation - immerhin ersetzt es fünf Tintenstrahler!

CCR: Welche Medien lassen sich verarbeiten?

Kaiser: Mithilfe der drei vollautomatischen Einzugsrollen und unserer neuen KIP-Quick-Switch-Technologie für den schnellen Rollenzugriff kann der KIP C7800 CAD mehrere Medien in verschiedenen Breiten - von 297 bis maximal 914 Millimeter Breite - ohne Produktionsunterbrechung nutzen; die maximale Drucklänge beträgt 40 Meter. Das System kann somit Papiere unterschiedlicher Stärke, Backlit und Folien - selbstklebend sowie glänzend - bedrucken. Hinzu kommt ein 20-Blatt-Einzelblatteinzug.

Lindner: Hier kommt übrigens ein weiterer Vorteil des bereits erwähnten Transportbandes für die Medien zum Tragen: Dieses Band erlaubt die vollautomatische Medienkalibrierung - unabhängig von Papiersorte und -format. Das dauert nur rund drei Minuten und läuft intern während der Warmlaufphase ab. Übrigens: Die Farbintelligenz im IPS-Controller kommt aus Aachen!

CCR: Über welche Softwareausstattung verfügt das Gerät?

Kaiser: Die Bedienung erfolgt über den integrierten Farbtouchscreen, serienmäßig sind zudem zertifizierte AutoCAD-Treiber für die Versionen 2004 bis 2012 sowie diverse Windows-Treiber verfügbar. Der Hybriddrucker lässt sich somit in jedes bestehende Netzwerk integrieren und kann zudem auch webbasierte Druckaufträge verarbeiten. Druckaufträge lassen sich auch von mobilen Geräten aus abschicken; verarbeitet werden zahlreiche Formate - neben TIFF, JPEG, PNG und anderen auch HPGL(/2) und Postscript (EPS/PS). Die neue KIP Cost Review Application ermöglicht übrigens ein exaktes Druckkostenmanagement: Farb- und Schwarz/Weiß-Drucke können getrennt bearbeitet und berechnet werden.

CCR: Herr Kaiser, Herr Lindner, vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Michael Corban, CAD-CAM REPORT

KIP Deutschland GmbH, Mönchengladbach, Tel. 02166/3999-80, http://www.kip-deutschland.de

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