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Schweissen & Schneiden 2017Eisele zeigt die Möglichkeiten der Liquidline-Steckanschlüsse

Schweissen & Schneiden 2017: Eisele zeigt die Möglichkeiten der Liquidline-Steckanschlüsse

Mit der Eisele Liquidline bietet das Unternehmen eines der umfassendsten Programme an Verschraubungen und Kühlwasseranschlüssen am Markt.

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Hebezeuge, KraneWände versetzen

Für das Bewegen schwerer Lasten braucht es nicht nur viel Fingerspitzengefühl, sondern auch das richtige Equipment. Ohne Fluidtechnik geht da gar nichts. Das gilt für das Verschieben von Brücken oder Schiffen ebenso wie für das Versetzen ganzer Gebäudewände. Wie das gelingt, demonstrierte Konecranes jüngst am Beispiel einer 460 Tonnen schweren Theaterfassade.
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Hebezeuge: Wände versetzen

Eine Inszenierung der besonderen Art erlebte das Theater Meiningen in Thüringen Anfang Oktober 2010: Die 460 Tonnen schwere Giebelwand ihres historischen Festpiel-Gebäudes wurde abgetrennt und um mehrere Meter versetzt. Die außergewöhnliche Aktion ist Teil der Generalsanierung der Kulturstätte. Um die unter Denkmalschutz stehende Giebelwand zu bewegen, wurde eine Spezialtechnik des Unternehmens Konecranes eingesetzt – das Fluid-Transport-System. Dieses Präzisionsverfahren funktioniert nahezu „reibungslos“ und mit minimalem Kraftaufwand, was für das Verschieben der empfindlichen Außenfassade extrem wichtig war.

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Schwere Lasten zu bewegen ist eine Spezialität des hessischen Unternehmens. Ob komplette Hafenkrane, Brücken, Kreuzfahrtschiffe oder gar Gebäude – der Einsatzbereich des Fluid-Transport-Systems (Fluidts) ist vielfältig, wie das aktuelle Beispiel Südthüringer Theater in Meiningen zeigt. Um Raum für eine Hinterbühne zu schaffen, sollte die Giebelwand vom Gebäude abgetrennt und um fünf Meter nach hinten positioniert werden. „Der Einsatz des Fluidtransport-Systems ist für uns deutlich kostengünstiger und sicherer, als die historische Wand Stein für Stein abzutragen und originalgetreu wieder aufzubauen“, erläutert Detlef Nicolmann, Technischer Leiter des Meininger Theaters. Erarbeitet wurde das Konzept zur Verschiebung der Wand gemeinsam von Konecranes und der Baufirma Bennert aus Hopfgarten, einem der größten Unternehmen für Denkmalsanierung und Restaurierung in Europa. Mehrere Monate plante man bei Bennert – unterstützt von Kone-cranes – die technische Umsetzung: Acht Lastmodule mit einer Tragfähigkeit von jeweils maximal 250 Tonnen wurden in einer Grube unter der abgetrennten Wand angebracht. Sie trugen die 20 Meter hohe und 17 Meter breite klassizistische Giebelwand, die zur Stabilisierung von einer Stahlkonstruktion eingefasst war – insgesamt 520 Tonnen. Der Arbeitsdruck in den Hydraulikzylindern liegt bei 100 bar.

Maximal 1 Prozent Reibungswert

„Dank dem Stickstoff in der Hydraulik der Lastmodule ‚schwebte‘ die historische Wand zweieinhalb Stunden lang gut zwei Zentimeter über dem Boden – weg vom restlichen Gebäude. Das war optisch eindrucksvoll, auch für mich, obwohl ich in über 20 Jahren schon viele Objekte für Konecranes versetzt habe“, betont Projektleiter Reinhard Bausch. Mit einem Reibungswert von maximal einem Prozent verlief die Translozierung, so heißt die Verschiebung denkmalgeschützter Gebäudeteile, praktisch „reibungslos“. Neigungs- und Wegsensoren überwachten synchrones Anheben, Statik, gleichmäßiges Gleiten und Ablegen der Mauer – bei einer Geschwindigkeit von circa 3,5 Zentimetern pro Minute auf den vier installierten Gleitbahnen. Das Ereignis wurde zu einem Fest: Mehrere Hundert Zuschauer samt Hofkapelle verfolgten die technische Leistung – inklusive Feuerwerk zum Abschluss. Die Verbindung der Wand mit dem Theatergebäude ist bereits abgeschlossen. Für Detlef Nicolmann vom Meininger Theater geht ein Traum in Erfüllung: Die historische Spielstätte erhält dank der verschobenen Giebelwand endlich eine Hinterbühne. Damit sind Kulissenwechsel, Bühnenbildaufbau oder auch Proben parallel möglich. Die Generalsanierung mit einem Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro soll Ende 2011 fertig sein.

„Eine komplette Wand zu versetzen, ist die Ausnahme“, erläutert Reinhard Bausch. Das Fluid-Transport-System ist vor allem für große und schwere Objekte bis hin zu 10.000 Tonnen im Einsatz. Konecranes setzt damit Krane in Häfen um, verschiebt Brücken, Gebäude, Tunnelvortriebsmaschinen oder transportiert Schiffe aus der Werft ins Wasser. Und noch zwei aktuelle Beispiele: Im Oktober 2010 verrückte das Unternehmen die 4.000 Tonnen schwere Kolkbrücke bei Dessau um 30 Meter, womit eine Lücke der Eisenbahnstrecke zwischen Dessau und Rosslau geschlossen wurde. Und für die Neptun Werft in Rostock realisierte es im September 2010 ein gigantisches Schiffsprojekt, als die Fluid-Transport-Spezialisten ein 9.800 Tonnen schweres Schiff mit 68 Lastmodulen 145 Meter weit transportierten. Reinhard Bausch und sein Team haben bereits die nächsten konkreten Projekte vor Augen. „Wir bereiten uns auf Einsätze zur Verschiebung weiterer Brücken und Schiffe vor.“ st

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