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Erneuerbare EnergienCEE Group kauft Juwi-Windpark Gollenberg

Windpark Gollenberg in Rheinland-Pfalz

Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft CEE Group setzt den Ausbau ihres Windkraft-Portfolios fort und erwirbt den aktuell im Bau befindlichen Windpark Gollenberg in Rheinland-Pfalz. Verkäufer ist die Juwi Energieprojekte GmbH, die als Generalübernehmer auch die Bauphase verantwortet.

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Anschlagmittel, Windenergie-LastaufnahmemittelGiganten auf See

Im Rahmen des Atomausstiegs fällt der Offshore-Windenergie- technik eine zentrale Rolle in der zukünftigen Grundversorgung zu. Die Aufstellung der inzwischen gigantischen Anlagen stellt jedoch hohe Anforderungen an Logistik und Montagetechnik. Einer der führenden Spezialisten für die Herstellung innovativer Lastaufnahmemittel und Hebezeuge für die Offshore-Technik ist Axzion GKS. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt eine der neusten Montagelösungen des Unternehmens vor.

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Erneuerbare Energien: Giganten auf See

Aufgrund der eingeleiteten Energiewende erwarten Fachleuten in den kommenden Jahren einen Aufschwung im Offshore-Windenergiemarkt. Geografisch begründet wird diese Entwicklung vorwiegend auf der See vor den nördlichen Küsten Europas stattfinden. Da hier aber stets mit schwierigen, mitunter gefährlichen Wind-, Wellen- und Strömungs-Verhältnissen zu rechnen ist, stehen maritime Transportlogistik und Offshore-Montagetechnik vor großen Herausforderungen. Zusätzlich erschwert wird die Situation in der Offshore-Montage durch den Trend zu immer größeren Anlagen. Dahinter steht der Wunsch nach einer effizienteren Energiegewinnung. Derzeit sind bereits Offshore-WEA mit Maximalleistungen von sieben MW und einem Rotordurchmesser von 164 Metern angekündigt; mancherorts spricht man sogar schon über Zehn-MW-Anlagen. Der technische, logistische und finanzielle Aufwand für die Errichtung von Offshore-Windparks ist jedoch gewaltig und hat Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit.

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Der Anteil der Logistikkosten liegt derzeit bei 15 bis 20 Prozent. Im Gegensatz zu den eher fixen Herstellkosten für Fundament, Turm, Gondel und Rotor lassen sich die Ausgaben für Logistik und Montage aber durch sinnvolle Planung und Ausstattung erheblich senken. Zugleich kann der Einsatz innovativer Lastaufnahmemittel zu einer Verkürzung der Aufbauzeiten führen. Mit diesem Ziel vor Augen engagiert sich die weltweit tätige Spanset-Gruppe in diesem Markt. Sie bietet Spezialprodukte und Dienstleistungen für Bauteile-Transport, Anlagenaufstellung und Wartung von Windkraftanlagen.

Experte für Offshore-Montagen
In der Spanset Gruppe ist Axzion GKS der Spezialist für Lastaufnahmemittel. Mit Niederlassungen in allen wichtigen Industrieländern und einem globalen Händlernetz ist das Unternehmen in der Lage, ein breites Dienstleistungenspektrum für Offshore-Vor-Ort-Einsätze abzudecken. Ob Drahtseile, Hebegurte, Ratschen, Spanngurte oder Lastaufnahmen – das Unternehmen fertigt alle Produkte selbst und liefert maßgeschneiderte Systeme, inklusive der Sonderlösungen für den Transport und Aufbau von WEA. Nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern verfügt das Unternehmen über viel Know-how für Transport und Errichtung von Windkraftanlagen. Erste Offshore-Erfahrungen wurden mit GE in der Irischen See gemacht, weitere wichtige Kunden sind Repower und Bard.
Zu den jüngsten Highlights des Unternehmens gehört eine mächtige Kipptraverse für die Offshore-Montage von Windkraftanlagen. Das Rotorhebezeug entstand im Auftrag von Bard Building und ist ausgelegt für den Einsatz auf Jack-Up-Errichterschiffen. Es dient zur Montage und Demontage kompletter Rotorsterne – also der Rotornabe mit drei montierten Rotorblättern – auf See. Zertifizierung und Abnahme erfolgten durch den Germanischen Lloyd; der Lasttest wurde in Begleitung des Germanischen Lloyd auf dem Prüfstand von GKS durchgeführt.

Die Montage des Rotorsterns erfolgt in mehreren Schritten. Der auf dem Errichterschiff liegende Rotorstern wird zunächst in horizontaler Position aufgenommen. Nach dem langsamen, vorsichtigen Anheben wird er in eine vertikale Position geschwenkt. Hat er seine Zielposition erreicht, erfolgt in schwindelerregender Höhe die Montage des vertikal hängenden Rotorstern an das Maschinenhaus der WEA.

Auch im Fall einer Demontage geht alles langsam und behutsam vor sich: Der vertikal am Maschinenhaus hängende Rotorstern wird angeschlagen, angehoben und zurück in die horizontale Position geschwenkt. Zu guter Letzt wird er als komplette Einheit in horizontale Position wieder auf das Jack-Up-Errichterschiff gelegt.

Kritische Momente bei der Montage eines solch gigantischen Offshore-Bauteils gibt es viele. Heikel ist in jedem Fall immer das Schwenken des Rotorstern. Es geschieht hier mit fest in die Kipptraverse verbauten Hydraulikzylindern. Elektrik und Hydraulikaggrgate sind ebenfalls fest verbaut an der Kipptraverse. Bedient und gesteuert wird sie per Funk.

Seit vielen Jahren fertigt Axzion GKS qualifizierte Lastaufnahmemittel für Unternehmen im Bereich Energie und Anlagenbau. Wichtige Kunden sind RWE, Siemens Energy und MAN-Turbo. Seit jeher stellen diese Unternehmen hohe Anforderungen an Fertigung und Nachweise. Auch Versicherungen und Kunden von Großanlagen bestehen stets auf einer zusätzlichen Überwachung durch eine neutrale Prüforganisation.

Die hohe Qualität seiner Produkte sichert der Lastaufnahmemittel-Spezialist unter anderem durch die Zusammenarbeit mit führenden Halbzeuge-Herstellern. Geprüfte Stähle in gestrahlter Qualität bezieht er beispielsweise von Salzgitter, Thyssen und Arcelor. Es findet eine qualifizierte Wareneingangskontrolle statt; Stahl kommt nur in die Fertigung, wenn ein 3.1- oder 3.2-Zeugnis nach DIN EN 10204 vorliegt.

Auch die Qualität der unter eigener Regie hergestellten Schweißnähte ist dem Unternehmen sehr wichtig. Alle Schweißer verfügen über die gültigen Schweißerprüfungen nach DIN EN 287 und werden laufend intern weitergebildet. Zudem kommen nur moderne Schweißgeräte zum Einsatz, die regelmäßig überprüft und erneuert werden. Schweißverfahren und -folge werden in einem WPS (Welding Procedure Specification) nach EN ISO 15609-1 festgelegt.

Im Offshore-Bereich ist die Dokumentation genauso wichtig wie das fertige Produkt. Die verwendeten Materialien müssen exakt nachgewiesen werden; ein nicht dokumentiertes Bauteil kann zur Ablehnung des kompletten Lastaufnahmemittels führen. Die Verarbeitung muss umfassend beschrieben sein; der Große Schweißeignungsnachweis als Dokument belegt die grundsätzliche Eignung des Unternehmens.

Werkstoff- und Verfahrens-Prüfungen bringen zusätzliche Sicherheit. Daher lässt das Unternehmen die geforderten Prüfungen durch ein neutrales Prüfinstitut durchführen. Für einen Offshore-Einsatz ist eine begleitende Prüfung durch namhafte Zertifizierer wie den Germanischen Lloyd, Lloyds Register oder auch Norske Veritas obligatorisch. Michael Stöcker

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