Gut und gerne vierzig Meter lang ist eine Extrusionsanlage von Profine.
Denn um Kunststoffprofile zu extrudieren, sind immer mehrere Werkzeuge erforderlich: Angefangen vom Düsenteil, das die Kontur des Profils und des Innenlebens vorgibt, über die Ka- librierung der Außenflächen und die Kühlstrecke im Vakuumtank mit Stützelementen bis zum Abzug und Zuschnitt.
Dazwischen sitzt eine separate Einheit für die Post-Coextrusion, die die Dich- tungen aus einem anderen Material an die Profile anspritzt.
Eine Herausforderung für die Werkzeugbauer ist der wach- sende Termindruck.
„Bei den angeforderten kurzen Durchlauf- zeiten können wir uns keine Fehler leisten“, erläutert CAx-PLM- Engineer Frank Helbing.
Zwar modelliert man bei Profine die Werkzeuge seit 2005 in 3D, aber mit dem alten 3D-CAD-System I-Deas konnten nicht alle Details bis zum letzten Kühlkanal und Anzug effektiv abgebildet werden.
Viele Einzelheiten wurden auf der Basis der Maßangaben und Textinformationen in der Zeichnung erst bei der Erzeugung der NC-Programme definiert.
Das kostete nicht nur Programmierzeit, sondern führte gerade bei der Fremdvergabe von Fertigungsaufträgen immer wieder zu Fehlern und Missverständnissen.
Die NC-Programmierer ar- beiteten zudem mit vier verschiedenen CAM-Systemen, um die unterschiedlichen Fertigungsverfahren (Fräsen, Bohren, Gewin- deschneiden, Schleifen, Draht- und Senkerodieren etc.) abzude- cken.
Aufbereitung und Über- gabe der Konstruktionsdaten an die verschiedenen Insellö- sungen waren zeitaufwändig nicht nur weil sie in das Step- oder Iges-Format konvertiert werden mussten.
Meist waren auch noch konstruktive An- passungen oder Hilfskons- truktionen erforderlich, um die einzelnen Bearbeitungs- schritte programmieren zu können.
Bei nachträglichen Änderungen an den Konstruktionsdaten mussten die darauf aufbauenden NC-Programme oft ganz oder teilweise neu erstellt werden.
Hinzu kam, dass die bestehenden Anwendungen den künftigen Anforderungen an die Bearbeitung in punkto Fünf- Achs-Simultanbearbeitung nicht gewachsen waren.
„Wir standen also vor der Herausforderung, unsere Systemlandschaft zu kon- solidieren und unsere Prozesse zu optimieren, um die Durchlauf- zeiten weiter reduzieren zu können“, erinnert sich Helbing, der das entsprechende Projekt im Werkzeugbau leitete.
21.000 Teile neu angelegt Helbing untersuchte deswegen im Rahmen eines Benchmarks verschiedene Systemlösungen und -kombinationen und ent- schied sich am Ende für das integrierte CAD/CAM-System NX von Siemens PLM Software.
Ausschlaggebend für die Systemwahl war nicht nur die Durchgängigkeit von CAD und CAM und die gute Unterstützung der in Frage kommenden Fertigungsverfahren einschließlich der Fünf-Achs-Simultanbearbeitung, sondern auch die Möglichkeit, den großen Bestand an Altdaten in der neuen Umgebung weiter verwenden zu können.
Der 3D-Datenbestand von Profine umfasst Tausende von Bau- gruppen, die sich aus bis zu 1.500 Komponenten zusammensetzen www.scope-online.de Dezember 2011 42 Konstruktion + Entwicklung hh Mit Fensterprofilen den Energiebedarf in Wohnungen zu senken, ist ein Metier von Profine.
Hochwertige Extrusions-Werkzeuge spielen dabei die Hauptrolle.
Oft haben die Werkzeugbauer jedoch nur wenige Wochen Zeit, um die komplexen Werkzeuge zu konstruieren und zu fertigen.
Durch die Einführung von NX als durchgängige CAD/CAM-Lösung konnte das Unternehmen nicht nur den Konstruktionsaufwand, sondern auch die NC-Pro- grammierzeiten deutlich reduzieren.
Treue Treue im im DetailDetail Die Produktentwicklungssuite Unternehmen aus allen Industriezweigen setzen zunehmend auf Simulationssoftware, um Produkte auf Funktion, Herstellbarkeit und Wartungsfreundlichkeit zu prüfen sowie deren Qualität und Ästhetik zu verbessern.
NX aus dem Hause Siemens ist die integrierte Lösung für Computer-Aided Design (CAD), Manufacturing (CAM) und Engineering (CAE).
Die im Oktober diesen Jahres vorgestellte Version 8 wurde umfangreich erweitert.
NX CAM bietet eine schnelle Lösung für die spanende Bearbeitung.
Erreicht wird das durch neue Funktionen und Methoden wie volumenbasiertes 2,5-Achsen-Fräsen zum schnelleren Programmieren, automatische Restmaterial-Erkennung entlang mehrstufiger Bearbeitungsprozesse und automatisierte Bauteil-Programmierung in unterschiedlichen Aufspannungen.
Hier wurden die CAD/CAM- Prozesskette, feature-basierte NC-Programmierung und integrierte Simulation von Werkzeugmaschinen um automatisierte, kontextspezifische Funktionen erweitert.