www.scope-online.de Dezember 2011 10 Das Porträt hh Pinselglück Im mittelfränkischen Bechhofen liegt das Zentrum der deutschen Pinselindustrie.
Das Familienunternehmen Schellenberger hat die Geschichte der Gemeinde maßgeblich beeinflusst.
Im Jahr 1907 von Pinselmacher Johann Schellenberger gegründet, ist es zu einem führenden Hersteller technischer Bürsten und Pinsel herangewachsen.
SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann fasst die Historie zusammen.
Was wäre der viel gerühmte Pinselstrich ohne das geeignete Werkzeug? Schon immer war das Pinselmachen eine eben- so hohe Kunst wie die Verwendung desselben.
Das war schon so im Jahr 1904.
Damals wanderte der 21-jährige Johann Schellenberger nach Bechho- fen, um das Handwerk des Pinselma- chers zu erlernen.
Nach bestandener Meisterprüfung machte sich der junge Mann im Jahr 1907 selbstständig und heiratete bald darauf Maria Frank – sie war ebenfalls Pinselmacherin.
Im Hause der Schwiegereltern wurde es dem jungen Paar aber bald zu eng.
Mit hohen Einschränkungen schafften es die Schellenbergers jedoch, sich eine kleine Mietswohnung zu nehmen.
In Handarbeit entstanden dort zunächst Künstlerpinsel, und schon bald darauf erhielten die jungen Leute so umfang- reiche Aufträge, dass sie sogar Mitar- beiter benötigten.
Im Jahr 1917 erwarben sie dann güns- tig ein Haus.
Eine betriebseigene Schrei- nerei wurde errichtet, um künftige Bau- ten und Umbauten rationeller gestalten zu können.
Im Jahr 1927 läutete der Erwerb einer Schlosserei das technische Zeitalter im Pinselgewerbe ein.
Mit die- sem unternehmerischen Schritt hatte Johann Schellenberger Weitblick bewie- sen.
Denn nun konnten die für die Folge- zeit notwendigen Spezialmaschinen und betriebswichtigen Produktionsvorrich- tungen selbst gebaut werden.
Schon bald darauf verlangte der Markt nicht mehr nur nach handgefertigten Pinseln, son- dern auch nach maschinell hergestellten Produkten.
Und eben nicht mehr nur nach Pinseln.
Beispielsweise galt es Mög- lichkeiten zu finden, um Schweinebors- ten oder andere Materialien rationell in einen Metalldraht zu wickeln.
Die so er- zeugten Produkte dienten unter anderem als Flaschenputzer und Toilettenbürsten.
Der dadurch entstehende hohe Borsten- verbrauch wurde schließlich durch eine eigene Borstenzurichterei gedeckt.
1941 konnte ein neuer Fabrikkomplex, ausgestattet mit den neuesten Produkti- onsmaschinen bezogen werden.
Als Jo- hann Schellenberger im Jahr 1942 starb, übernahm sein Sohn Richard die Führung des Unternehmens – mit fachkundiger Unterstützung seiner Mutter Maria.
Die Mitbegründerin des Unternehmens galt als fleißige und umsichtige Seniorche- fin, die bei der Belegschaft sehr beliebt war.
Zu jener Zeit beschäftigte das Un- ternehmen 200 Mitarbeiter.
Nach dem Kriegsende konnte auch der zweite Sohn Erwin Schellenberger wieder im Unternehmen mitarbeiten es galt einen Neuanfang zu wagen.
Dieser Neuanfang verlief erfolgreich, und so konnte das Unternehmen bereits an die dritte Generation übergehen.
In dieser Schleif- kornbürste sind die Schleifkörper in die Kunstborsten ein- gearbeitet.
Sie ist besonders zum Rei- nigen oder Polieren empfindlicher Ober- flächen oder auch Holz und Kunststoff geeignet.