Das Mineral Kieselerde kennen die meisten Leser wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit Pillen für Haut, Haare und Nägel.
Der größte Teil wird jedoch industriell als Zusatzstoffe für Gummi (rund 70 Prozent), Farben und Lacke verwendet.
Vorher ist jedoch eine aufwendige Bearbeitung notwendig.
Dazu gehört, dass die Kieselerde-Agglomerate, die in einem vorangehenden neuen Prozessschritt durch Wärmebehandlung entstanden sind, wieder zerschlagen werden.
Dies erfolgt üblicher Weise über eine mechanische Zerkleinerung in so genannten Prallmühlen.
Diese Mühlen arbeiten sehr abrasiv.
Das heißt, nach wenigen Tausend Betriebsstunden sind die Anlagen verschlissen, und der Abrieb verunreinigt zudem die hergestellten Produkte.
Nicht so beim Unternehmen Hoffmann Mineral.
„Der Clou un- serer Lösung ist“, erklärt Dr.
Karlheinz Schmidt, Geschäftsleiter Produktion und Technik, „dass diese Mühle mit Druckluft arbei- tet.
Das ist weitaus schonender, sowohl für unsere Produkte, als auch für die Maschinen.“ In der Luftstrahlmühle werden die Kieselerde-Agglomerate durch Injektion und Aufprallwirkung schonend zerkleinert.
Das Produkt fällt von oben in einen groß- en Behälter, von unten wird komprimierte Luft aus vier Düsen eingeleitet.
Dadurch entsteht in der Maschine ein Fließbett: Im Fallen trifft Produkt auf Produkt, allein durch Reibungsen- ergie entsteht eine „sehr schöne Mahlung“, wie Schmidt sagt.
Die Hälfte des Erzeugnisses ist kleiner als zwei bis drei Mikrometer kein Korn hat einen Durchmesser über 40 Mikrometer.
Aufgrund dieses Verfahrens heißt die Mühle „Fließbett-Gegenstrahlmüh- le“.
Hoffmann Mineral arbei- tet zusätzlich mit einem Sichter, in dem die gemahlenen Körner klassiert werden die zu grob sind, fallen zurück in die Mühle, die Feinen ergeben das fertige Produkt.
Hoffmann Mineral hat in diese neue Kieselerde-Veredelungs- anlage investiert, da gerade Kunden aus der Automobil-Indus- trie nach einem Füllstoff für schlagzähe Polyamid-Mischungen fragten, um Glasfasern in Kunststoffen ersetzen zu können.
5.000 m³/h ölfrei verdichten Die jetzt in einem kontinuierlichen Verfahren hergestellten neuen Produkte Silfit und Aktifit sind hochwertiger, aber auch größer und härter – und genau dafür wurde die neue Luft- strahlmühle benötigt.
Mechanische Mühlen sind im Vergleich zwar sparsamer, mit ihnen kann ein derart hochwertiges Pro- dukt aber nicht hergestellt werden.
„Also haben wir uns am Markt ganz genau umgesehen, um die effizienteste Lösung für die Drucklufterzeugung in der Luftstrahlmühle zu finden“, sagt der Manager.
Gefordert war ein Kompressor oder ein Gebläse, mit dem ein Betriebs-Überdruck von etwa 0,6 bis 1 bar bereitgestellt und ein Volumenstrom von 5.000 Normkubikmetern in der Stunde ölfrei verdichtet werden konnte.
Die Luft in der Mühle kommt www.scope-online.de Dezember 2011 20 Fluidtechnik hh Die Verarbeitung von Kieselerde-Agglomeraten zu Füllstoffen für Gummi, Farben oder Lacke erfolgt meist über eine mecha- nische Zerkleinerung in Mühlen.
Das Problem: Die Anlagen verschleißen und der Abrieb verunreinigt die hergestellten Produkte.
Eine effizientere Lösung ist das Mahlen mit Druckluft aus einem ölfreien Schraubenverdichter.
Die Zerkleinerung erfolgt allein durch die Aufprallwirkung der Agglomerate untereinander.
Mit Luft mahlen mahlen Produkte aus dem Tagebau Hoffmann Mineral stellt jährlich 55.000 Tonnen Kieselerde aus verschiedenen Tagebaubetrieben her, die zu Füllstoffen für Kautschuk, Farben oder Lacken veredelt werden.
Das Unternehmen wurde 1903 gegrün- det, ist bis heute inhabergeführt und gehört zur Unternehmensgruppe Hoffmann.
Rund 450 Mitarbeiter in drei Gesellschaften erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von etwa 100 Millionen Euro.