www.scope-online.de Kalt, halbwarm oder warm? Beim Massivumformen – ob im kalten, halbwarmen oder warmen Zustand ausge- führt – wird das Bauteil mit Werkzeugen durch hohe Kräfte spanlos umgeformt.
Das Material wird dadurch feinkristalli- ner, eventuell vorhandene Poren werden geschlossen und Einschlüsse gemeinsam mit den Kristallen des Gefüges in Fließ- richtung des Materials gestreckt.
Nach dem Massivumformen weist das Teil dann eine Faserstruktur auf, die die Belastbar- keit des Werkstoffs in Faserrichtung er- höht.
Dieser Faserverlauf kann gezielt in Richtung der Hauptbeanspruchungsver- läufe im Bauteil orientiert werden.
Je nach Umformtemperatur wird das Gefüge zudem kalt verfestigt oder fein- körnig rekristallisiert.
Bei geeigneter Prozessführung bildet die Warmumfor- mung zugleich den ersten Schritt einer thermomechanischen Behandlung mit positiven Auswirkungen auf die Fein- körnigkeit des Gefüges und die me- chanischen Eigenschaften.
Durch wei- tere Prozessschritte wie etwa die nach dem Warmumformen übliche Reinigung (Strahlbehandlung) können zusätzlich Druckeigenspannungen in der Oberflä- che erzeugt werden.
Das bewirkt eine Steigerung der Biegewechselfestigkeit.
Vielfach wirken sich die Vorteile des Massivumformprozesses auch noch im weiteren Verlauf der Prozesskette aus, zum Beispiel durch deutlich verringerte Bearbeitungskosten bei Zahnrädern mit einbaufertig geschmiedeter Verzahnung.
Für Entwicklungsaufgaben verfügen viele Massivumformer heute über leis- tungsfähige Softwaretools.
Im Vor- dergrund steht dabei nach wie vor der Leichtbau.
Wichtiges Hilfsmittel hierfür sind ausgefeilte FEM-Programme zur To- pologie-Optimierung.
Die so erhaltene Geometrie wird danach für die weitere Bearbeitung in ein CAD-Modell über- führt, das als Ausgangspunkt für die in einem zweiten Schritt erfolgende Gestal- toptimierung des Bauteils dient.
Auf dem CAD-Modell setzen dann wie- derum CAM-Programme auf, mit deren Hilfe die Umformprozesse simuliert und optimiert werden können.
Im gleichen Stadium werden auch Werkzeuge und An- lagenparameter definiert.
Je nach Anfor- derungen und Stückzahlen werden heu- te selbst komplett verkettete und auto- matisierte Prozessketten rechnergestützt konzipiert.
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ms Mai 2011 80 Zulieferer hh Massivumformung Kennziffer Industrieverband Massivumformung, Hagen, Tel.
02331/9588-0, Fax 51046, www.imu.wsm-net.de Schnell verschleißen beim Aluminium- und Warmumformen die Dich- tungen und Schmutzabstreifer von Gasdruck- federn.
Werden die Teile aber nicht regelmäßig getauscht, kommt es zum Druckverlust, zum Ausfall der Feder und damit zum Stillstand der Anlage.
Um das zu verhindern, hat der Normali- en-Anbieter Fibro einen Faltenbalg entwickelt, der die Kolbenstangen von Gasdruckfedern vor Schmutzpartikeln, Öl und aggressiven Emulsi- onen schützt.
Erste Anwendungen zeigen, „dass sich damit die verkürzten Wartungsintervalle um das Zwanzigfache verlängern lassen“, so das Unternehmen.
Anders als konventionelle Bälge, wird dieser Fal- tenbalg störkonturfrei innen auf der Zylinderrohrseite der Gasdruckfeder befes- tigt.
Die geschützten Federn lassen sich also ohne Einschränkungen im Werkzeug einbauen.
Der Faltenbalg ist für Temperaturen zwischen 0 und 90° C getestet und weist eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Säuren und Laugen auf.
ms Faltenbalg Fibro, Haßmersheim, Tel.
06266/73-0, Fax 73-237, www.fi bro-gsa.com Kennziffer Kennziffer www