SCOPE: Herr Gerrits, ob Adidas, Ed Hardy oder Diesel – bei Mo- debekleidung haben Marken eine enorme Bedeutung – aber welche Rolle spielen Marken bei Arbeits- und Schutzkleidung? Gerrits: Markenbildung ist auch in diesem Segment extrem wichtig, denn mittlerweile gelten für B2B-Anbieter Regeln, die B2C-Anbieter schon seit langem beherzigen.
Unabhängig davon, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, welche Produkte es anbietet oder welche Zielgruppen im Fokus stehen: Wer sich in der Öffentlichkeit mit einem positiv geschärften Profil Bekanntheit verschafft, erhöht seinen Marktwert.
Be- triebsleitern und Einkäufern fehlt es oft an Transparenz, warum das eine oder das andere Produkt für sie geeigneter sein könnte.
Und an Zeit, um die Leistungen einzelner Wettbewerber detail- liert miteinander zu vergleichen.
Daher erscheinen ihnen die Angebote zunehmend austauschbarer, auch wenn man selbst als Anbieter sehr wohl weiß, was das eigene Unternehmen von den Konkurrenten unterscheidet.
Wer es schafft, seine Ein- zigartigkeit auf den Punkt zu bringen, sich also als Marke zu etablieren, bietet seinen Kunden und solchen, die es werden können, Orientierung.
Die Marke unterscheidet ein Produkt von anderen vergleichbaren.
Sie schafft Identität und eine starke emotional gelenkte Loyalität.
Eine starke Marke wirkt nachhaltig und ist somit ein strategisches Instrument für den Geschäftserfolg.
SCOPE: Mewa hat 2009 die Auszeichnung „Marke des Jahrhunderts“ für das Seg- ment „Textil-Management“ verliehen bekommen.
Wie legt man eine solche Markenidentität fest? Gerrits: Wie die Identität einer Person durch seine Charak- tereigenschaften geprägt wird, entsteht die Identität einer Marke aus den Leitlinien, nach denen ein Unternehmen handelt.
Was treibt ein Unternehmen zu Bestleistungen an? Welche Werte bilden die Basis des eigenen unternehmerischen Handelns? Woher kommt die Energie, dem Kunden hochwer- tige Produkte anzubieten? Wie hebt sich das eigene Angebot vor den anderen positiv ab? Das sind die wichtigen Fragen der Markenbildung, die es zu beantworten gilt.
Wir haben die Antworten in einem Markenbuch festgeschrieben und unsere Markeneigenschaften in einem stimmigen Außenauftritt um- gesetzt.
Von der Anzeige bis zu unseren Fahrzeugen gilt: Sie können auf den ersten Blick uns zugeordnet werden, denn eine Marke braucht eine hohe Wiedererkennbarkeit.
Das wurde fortgeführt in unseren Texten, zum Beispiel in Broschüren.
Und nicht zuletzt tragen unsere Mitarbeiter das Markenprofil nach außen: Durch ihr Verhalten prägen sie ganz entscheidend unser Bild in der Öffentlichkeit.
www.scope-online.de Mai 2011 12 Wortwechsel hh Eine Marke kann man sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.
Das weiß Oliver Gerrits, Leiter Marketing und Produktentwicklung bei Mewa, dem Spezialisten für Betriebs- textilien.
Im Gespräch mit SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt er, was nötig ist, um die Auszeichnung „Marke des Jahrhunderts“ zu erhalten.
„Auf den Punkt bringen“ Punkt bringen“ Textil-Managment Von 41 Standorten aus ist Mewa europaweit tätig und organisiert für ihre Kunden die Versorgung mit Be- triebstextilien wie Berufs- und Schutzkleidung, textilen Putztüchern, Ölauffang- und Fußmatten sowie Arti- keln für Arbeitsschutz und technischen Bedarf.
3.900 Mitarbeiter betreuen rund 154.000 Kunden aus Indus- trie, Handel, Handwerk und Gastronomie.
Im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 448 Millionen Euro erzielt.
Ge- gründet 1908, ist das Unternehmen heute der führende Anbieter im Segment Textil-Management und erhielt von Markenexperten die Auszeichnung „Marke des Jahrhunderts“.
2011 wählte eine Jury unter der Leitung des Berliner Wirtschaftsprofessor Bernd Venohr Mewa in die Riege der deutschen Weltmarktführer.