www.scope-online.de Mai 2011 17 h tion von Handbüchern über Wirtschaft und Finanzen.
Der Unternehmer schafft damit die Grundlage für viele Jahrzehnte erfolgreiche Verlagsarbeit und zahlreiche Fachbücher, die zu den Standardwerken der deutschen Industrie- und Finanzwelt werden sollten.
So etwa auch der Saling Aktienführer, der 1951 erstmals erscheint.
Meeting im Penthouse Im Laufe der 50ger-Jahre tritt Roland Hoppenstedt jun.
in das wachsende Unternehmen ein.
Der Legende nach hatte er eigentlich ganz andere Berufspläne.
Es zog ihn eher in die Land- wirtschaft als in die verlegerischen Fußstapfen seines Vaters.
Doch er nimmt die Herausforderung an.
Und während die frisch gebackene Bundesrepublik von der Phase des Wiederaufbaus in die Jahre des Wirtschaftswunders hinüber boomt, wechselt das Unternehmen 1953 (nach mehreren Zwischenstationen ) seinen Standort in das traditionsreiche Verlagsviertel von Darmstadt, wo es bis heute ansässig ist.
Hier, im Penthouse des Hoppen- stedt-Turms in der Havelstraße 9 – einem siebenstöckigen Hochhaus mit eigenwilliger, pastellgelber Kachelfassade – emp- fängt Roland Hoppenstedt jun.
Anfang 1960 den englischen Verleger Ryan zu einem ersten Handshake.
Ryan weiht den Deutschen in seine europäische Zeit- schriften-Vision ein – und kann ihn dafür begeistern.
Die beiden Männer verstehen sich und fassen schnell die ersten Entschlüsse in Sachen SCOPE.
Einige Monate später, am Frei- tag, den 13.
Januar 1961, erscheint in der eigens gegründe- ten Hoppenstedt & Ryan Verlagsanstalt die Erstausgabe der Kennziffer-Zeitschrift SCOPE-Journal.
Das farbige Titelbild mit stilisierter Weltkugel und der damalige Untertitel verraten den publizistischen Plan: „Internationale Informationen für den Betrieb“ sollen zu lesen sein.
Ein hohes Ziel! Als Leser haben die Blattmacher „leitende Personen aus Industrie und Handel im Visier“ und die Berichterstattung soll „kritisch, nüchtern und hart“ erfolgen – so bestimmt es damals Carl Hertweck, der erste Chefredakteur von SCOPE.
Nie war die Zeit günstiger für eine Zeitschriften-Gründung als in diesen Tagen.
Seit der Einführung der D-Mark (1948) hatte die deutsche Wirtschaft rasant an Fahrt und Kraft gewonnen.
Neue Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden, viele alte Firmen rappeln sich wieder auf und vor allem: Ein industrieller Mittelstand entsteht.
Die neue deutsche Wirtschaft trägt freu- detrunken ihr Made in Germany als Qualitätssymbol in die Welt hinaus.
Und die Unternehmen brauchen verlässliche Informa- tionen für Investitionen – Schwarz auf Weiß.
Herrliche Zeiten: Die Geschäftswelt kommuniziert noch per Postbrief und Wählscheibentelefon – „Fasse Dich kurz!“ wirbt die Post damals angesichts völlig überlasteter Leitungen (und Fernsprechdamen).
Telex ist Luxus und die Fax-Technik steckt allenfalls in den Kinderschuhen.
Internet, E-Mail und Handy sind noch Fantasie (oder nicht mal das).
Fachzeitschriften und Messen bilden wichtige Dreh- und Angelpunkte des industriel- len Informationsaustauschs und der Geschäftsanbahnung.
Hop- penstedt und Hertweck sind sich einig: Beste Voraussetzungen Ironisches Augenzwinkern: Dieses Selbstbildnis gab sich die SCOPE-Redaktion um Chefredakteur Carl Hertweck (die hohe Stirn mit Hund) Mitte der 60er-Jahre.
Ein Königreich für einen Schreibtisch: Hoppenstedts Neuanfang 1946 – Blick in den improvisierten Arbeitsraum des Verlags im Heppenheimer Hotel.