www.scope-online.de Mai 2011 35 von RST kommt ein robuster Zahnstangenantrieb der Firma Fibro aus Weinsberg zum Einsatz.
Für die dynamische und präzise Bewegung in der X-Verfahr- richtung entlang des Flaschenbandes und der Z- Richtung für den Hub sorgen zwei hochdynamische CMP Servomotoren von SEW-Eurodrive.
Sie treiben das Linearportal in horizontaler und vertikaler Richtung an und werden durch die dezentrale An- triebs- und Positioniersteuerung Movipro-SDC von SEW angesteuert.
Warum hat sich das Unternehmen gerade für diese Steuerung entschieden und was leistet sie? Die Technologieplattform Movipro-SDC bietet dem Betreiber ein durchgängiges Anlagenkonzept: Sie ist modular, standardisiert und mit frei para- metrierbaren Softwarekomponenten ausgestattet.
Die Plattform vereinfacht die Integration vieler Funktionen und reduziert die Komplexität einer Maschine oder Anlage deutlich.
So kann beispiels- weise ein aufwändiger Schaltschrank entfallen, was der Kompaktheit der ganzen Maschine zugute kommt.
Diese dezentrale Antriebs- und Positionier- steuerung ist speziell für das exakte Positionieren in horizontalen und vertikalen Förderapplikationen von vier bis 15 Kilowatt Leistung ausgelegt.
„Und aus genau diesem Grund ist sie der ideale Kandidat für unsere neue fördertechnische Anlage“, erklärt SEW-Kundenbetreuer Pascal Nick vom Technischen Büro Regensburg.
„Hinzu kommt die hohe Flexibili- tät auch dies war ein wichtiger Aspekt bei unserer Suche nach einer Lösung.“ Bei der Movipro-SDC h Jahre SCOPE Jahre Antriebstechnik Vom Motor zum Antriebssystem Die ersten Elektromotoren wurden vor über 100 Jahren er- funden.
Einer der heute am häufigsten verwendeten Va- rianten ist der Drehstrom-Asynchronmotor.
Er ist robust, einfach zu bauen, wird weltweit in großen Stückzahlen produziert und kann über einen Schutzschalter direkt an das Drehstromnetz angeschlossen werden.
Es ist noch nicht einmal 50 Jahre her, dass mit der Entwicklung der Frequenzumrichter eine Lösung auf den Markt kam, die weit über die Möglichkeiten der bislang üblichen Stern/ Dreieck-Beschaltung hinaus ging und auf die der Maschi- nenbau schon lang gewartet hatte: Die verlustarme und vor allem stufenlose Regelung eines Motors.
Damit wurde aus dem Standard Drehstrom-Asynchronmotor ein dreh- zahlveränderliches Antriebssystem.
Nutzten die ersten Frequenzumrichter noch Tyristoren in ölgekühlter Leistungselektronik, so war die nächste Generation schon luftgekühlt und auch die Einbindung in eine übergeordnete Steuerung war keine Seltenheit mehr.
So richtig interessant wurde es dann in den 1990er Jahren, als die ersten digitalen Geräte mit Mikroprozes- soren auf den Markt kamen.
Die Anzahl der Funktionen nahm schlagartig zu und bislang herausragende Funk- tionen wie Start/Stop oder eine Reversierung wurden zum Standard.
Aber die Forderungen des Marktes stie- gen weiter: Angefangen von integrierten Rampen, über eine möglichst hohe Anzahl digitaler Steuereingänge bis hin zur Einbindung in Bussysteme.
War in den Anfängen noch die Steuerung möglichst vieler Funktionen über eine SPS das Highlight, so wurden die Frequenzumrich- ter nach und nach selbst mit so viel Intelligenz ausge- stattet, dass sie das Antriebssystem von sich aus optimal an die jeweilige Situation anpassen können.
Da der Anwender zudem immer kompaktere Lösungen verlangte, war der Weg zu einer integrierten Varian- te nicht weit.
Das Schlagwort, speziell für den Einsatz in dezentralen Anlagen, hieß Frequenzumrichtermotor.
Was nichts anderes war, als ein Umrichter huckepack auf dem Motor.
Der Nutzen für den Anwender: weniger Verdrahtung und weniger Platzbedarf.
Heute tritt diese enge Verbindung zwischen Motor und Frequenzumrichter unter einem ganz anderen Aspekt in den Vordergrund – der massiven Forderung nach einem effizienten Umgang mit der Energie.
So dürfen ab Mitte 2011 nur noch Asyn- chron-Drehstrommotoren in einem weiten Leistungsbe- reich mit dem neuen Effizienzstandard IE2 „in Verkehr gebracht werden“.
Und ab 2015 müssen Motoren von 7,5 bis 375 kW entweder schon IE3 erfüllen oder IE2 in Kom- bination mit einem Frequenzumrichter.
Ohne ihn geht dann gar nichts mehr.
st