Kennziffer Mai 2011 20 Hefte ein neues Layout und werden erheblich farbenfroher.
Die Operation gelingt und zeigt Wirkung.
SCOPE kann sich nach wie vor eine mit sechs Köpfen stark besetzte, unabhängige Redak- tion „leisten“, die kritisch und werbefrei berichtet.
In diese Zeit fallen auch erste zarte Ansätze zur Einführung eines elek- tronischen Redaktionssystems.
Weil der damalige Markt dazu aber (noch) nichts Nützliches anbietet, programmiert einer der Redakteure nach Feierabend selbst eine praktikable Software- Lösung.
Sie bewährt sich und hat über viele Jahre Bestand.
„Schöne“ neue Welt Ähnelte die Neupositionierung der 80er-Jahre eher einem Früh- jahrsputz, so erlebt SCOPE 1994 eine revolutionäre Umwälzung.
In diesem Jahr, in dem auch der Verlag neu firmiert (nun als Verlag Hoppenstedt GmbH), sind es nicht nur massive Verände- rungen in der Industrie und im Wettbewerbsfeld von SCOPE, die durchgreifende strukturelle Maßnahmen erzwingen vielmehr ist inzwischen ein neuer, ernst zunehmender Medien-Konkur- rent aufgetaucht: Das World Wide Web.
Der Verlag reagiert.
Er positioniert seine gesamte Zeitschriften- Palette neu.
Die SCOPE-Redaktion wird personell aufgestockt und verjüngt.
Nächtelang feilt ein frisches Kreativteam im ehemaligen Penthouse (inzwischen zum Tagungsraum umfunk- tioniert) des gekachelten Hoppen- stedt-Turms gemeinsam mit Verle- gern und Medienexperten an einem neuen, zukunftsfähigen Konzept für SCOPE – und fällt richtungsweisende Entscheidungen: Auf der Basis der Adressen aus den Hoppenstedt-Da- tenbanken wird die Monatsauflage des Heftes auf 80.000 Exemplare verdoppelt (eine Schrecksekunde für den Wettbewerb) und als erstes deutsches Industrie-Magazin zeigt sich SCOPE mit einer eigenen Website im Internet.
Das Heft er- hält ein modernes, an Faktoren der Wahrnehmungspsychologie angelehntes Layout sowie erstmals eine populäre Titelseite mit Bildmotiv im Kiosk-Stil.
Den Mutigen gehört die Welt.
Die Rakete zündet – die SCOPE-Redaktion lässt die Sektkorken knallen! Und alle Rechnungen gehen auf – die Verleger strahlen über beide Wangen.
Unter dem Strich kann sich SCOPE nicht nur behaupten, sondern sogar als Vorreiter der Branche profilieren.
Ausgehend von der 1994er-Neukonzeption schafft der Verlag anschließend die strategischen und technischen Grundlagen für die Positionierung der Marke SCOPE als medienübergreifende Publikation für die deutsche Industrie.
Eine Online-Redaktion wird besetzt, ein cross-mediales Content-Management-Systems installiert und die Internet-Präsenz auf der Basis der Daten- banken der Hoppenstedt-Gruppe weiter ausgebaut.
Über viele Jahre hinweg veranstaltet die Redaktion zudem die SCOPE-Po- diumsdiskussion auf der Hannover Messe.
Auch die Hoppenstedt Firmengruppe verändert sich in dieser Zeit stark.
Sie wandelt sich zunehmend zu einem B-t-B-Informationsdienstleister mit Schwerpunkt auf elektronischen Medien (siehe dazu Kasten).
Cross-mediale Omnipräsenz Und heute? SCOPE tituliert inzwischen als Industriemagazin für Produktion und Technik und ist mit seiner stabilen Auflage von 80.000 Exemplaren noch immer der deutsche Industrietitel mit der höchsten Monatsauflage.
Zu seinen Stärken (auch als USPs bezeichnet) zählen neben der unverkäuflichen, werbefreien Titelseite die nach wie vor unabhängige redaktionelle Bericht- erstattung nach fachjournalistischen Kriterien.
Die Redaktion unterhält exzellente, über viel Jahrzehnte gewachsene Kontakte in die Industrie.
Themenspektrum und Darstellungsformen sind facettenreicher denn je.
SCOPE ist heute konsequent cross-medial angelegt, und die Redaktion hat sich zur Aufgabe gemacht, dem Leser ein Füllhorn an Fakten zu liefern, die er zur Gestaltung technisch-betrieb- licher Prozesse benötigt.
Gleichzeitig verfolgt sie das Ziel, mit der branchenübergreifenden Berichterstattung die Vielzahl der heute existierenden technischen Disziplinen zusammen zu führen.
Stets bietet sie sowohl Ingenieuren und Konstrukteuren als auch Betriebs- und Fertigungsleitern sowie Einkäufern und Firmenchefs die Möglichkeit, fachlich über den Tellerrand der eigenen Branche hinaus zu blicken.
Die SCOPE-Chefredakteure von damals bis heute 1961-1970: Carl Hertweck † (Ex-Matrose und Krawattenmuffel) 1970-1971: Franz Wiesinger † (Österreicher und Zeilenfuchser) 1971-1989: Günter Schlieper † (Verbalgigant und Ohrringträger) 1989-1993: Edgar Grundler (Brückenbauer und Netzwerker) 1994-2004: Dieter Capelle (Querdenker und Primus inter pares) seit 2005: Hajo Stotz (Last-Minute-Texter und Mountainbiker) Große Ziele vor Augen: SCOPE-Titelbild der ersten April-Ausgabe zur Hannover Messe 1961 Die SCOPE-Story hh