www.scope-online.de Mai 2011 112 Blick nach vorn hh „Akzeptanz ist das Zauberwort“ SCOPE: Herr Burmeister, 1981 behaup- tete der Boss eines aufstrebenden IT- Unternehmens: mehr als 640 kb Arbeits- speicher braucht kein Mensch in seinem PC.
Bill Gates hat sich geirrt – aber dennoch durchschlagenden Erfolg.
Wozu benötigt ein Unternehmen denn dann einen Zukunftsforscher? Burmeister: Zukunftsprognosen à la Gates, da hat die Zukunftsforschung seit ´81 gelernt, verheißen eine trügerische Sicherheit.
Zukünftige Entwicklungen sind durch Unsicherheiten geprägt.
Wir leuchten deshalb den Möglichkeitsraum mit in sich schlüssigen und konsistenten Zukunftsbildern aus.
Das Denken in Al- ternativen, dass haben viele Unterneh- men erkannt, hilft bei der Navigation in turbulenten Zeiten.
SCOPE: Die deutsche Industrie, speziell auch der Mittelstand, ist stolz auf ihre starke Innovationskraft.
Doch Märkte und Ansprüche ändern sich.
Was muss sich in Sachen Innovationskultur tun, da- mit wir an der Spitze mithalten können? Burmeister: Die ingenieurgetriebenen deutschen Unternehmen werden lernen, dass technische Neuerungen nur dann erfolgreich sind, wenn sie begleitet werden von sozialen und organisato- rischen Innovationen.
Akzeptanz ist das Zauberwort.
Die frühzeitige Einbindung von Kunden, Lieferanten oder auch der Öffentlichkeit ist dafür eine wesentliche Voraussetzung.
Wir brauchen weiter- hin gesellschaftlich akzeptierte Zielset- zungen und Visionen.
Die anstehende „Energiewende“ könnte der Einstieg in eine überfällige Innovationskultur sein, die u.a.
junge Menschen begeistert und die in beteiligungsorientierten Modell- projekten zeigt, eben nicht wie bei Stuttgart 21, wie zum Beispiel zukunfts- fähige Mobilitätslösungen in der Praxis funktionieren.
SCOPE: Den Deutschen wird eine zuneh- mende Technikfeindlichkeit nachgesagt.
Gibt es Faktoren, die ein Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte ne- ben Funktionalität und Design zukünftig berücksichtigen muss, um etwa wie beim iPhone erst gar keine Sinndiskussion aufkommen zu lassen? Burmeister: Ich kann es nicht mehr hören.
Deutschland ist nicht per se tech- nikfeindlich! Der Siegeszug von Internet, Mobilfunk und Web 2.0 zeigt doch, wie ra- sant und grundlegend sich ein radikaler Wandel unser Arbeits-, Kommunikations- und Interaktionsformen auch in Deutsch- land vollziehen kann.
Was lehrt uns das? Dreierlei, erstens müssen technische Lösungen und Produkte für den Kun- den einen erkennbaren Nutzen bieten, zweitens will der Kunde informiert und beteiligt werden und drittens will er den gesellschaftlichen Sinn erkennen.
Das Internet stand eben nicht für Microsoft oder Apple, sondern für einen gerechten Zugang zu Wissen und Teilhabe.
SCOPE: Die Stärke der deutschen Indus- trie ruht besonders auf „klassischen“ Branchen, wie Anlagen- und Maschinen- bau, Automotive, Elektro, Pharma und Chemie.
Werden diese Standbeine auch zukünftig ausreichen, um den Wohl- stand zu sichern? Zukunftsstrategien und Megatrends sind sein Metier.
Klaus Burmeister ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Z-Punkt und verant- wortet Innovations- und Foresight-Prozesse für namhafte Unternehmen.
Im Interview mit Chefredakteur Hajo Stotz spricht er anläßlich des SCOPE-Jubilä- ums über mittel- und langfristige Strategien für Unternehmen.
In die Zukunft blicken die Experten von Z-Punkt, dem Beratungsunternehmen für strategische Zukunfts- fragen und übersetzen Trend- und Zukunftsforschung in die Praxis des strategischen Managements.
Seit 1997 unterstützen sie Unternehmen mit Foresight Research und Foresight Consulting.
Mit dem Set von 20 Megatrends stellen die Experten ein Werk- zeug bereit, dass es erlaubt, langfristige Veränderungen zu erkennen und für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen.
Mit Hilfe einer Megatrendanalyse können beispielsweise zukünftige Kundenanforderungen oder Innovationsfelder im Bereich von Mobilität, Gesundheit oder Bauen und Wohnen analysiert werden.
Dabei bleibt das Unternehmen nicht stehen, sondern auf dieser Grundlage werden Ableitungen bis auf die Produktebene getroffen.
Zukunft des Mittelstands Kennziffer 179 Z-Punkt, Köln, Tel.
0221/355534-0, Fax 35553422, www.z-punkt.de Was zu tun ist, damit die Aussichten des Mittelstandes rosig bleiben, lesen Sie im vollständigen Interview unter www.scope-online.de mit Eingabe der Kennziffer.
Dort finden Sie auch einen Buchtipp.
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