www.scope-online.de Mai 2011 52 Das Porträt hh Vom Blechkasten zum System Wer heute elektronische Komponenten in Schaltschränke einbaut, erwartet eine Vielzahl von genormten Lösungen, die ihm die Montage erleichtern sowie ein Maximum an Sicherheit bieten.
Das war nicht immer so.
Noch vor einigen Jahrzehnten gab es nur einfache „Blechkästen“, die in Sonderanfertigung hergestellt wurden.
Der erste Standard für die Serienfertigung wurde vor 50 Jahren von Rudolf Loh – dem Gründer von Rittal – erfunden und erfolgreich auf den Weg gebracht.
Am 1.
April 1961 wurde die Rudolf Loh KG, Elektrogerätebau von Rudolf Loh gegründet.
Gleichzeitig fiel der Start- schuss für das Unternehmen Rittal, das in diesem Jahr sein 50jähriges Jubiläum feiert.
Neben dem damals schon beste- henden Unternehmen Hailo-Werk, das mit Haushaltsgeräten im Konsumgüter- markt etabliert war, sollte ein zweites Standbein in der Investitionsgüterin- dustrie geschaffen werden.
Dabei rückte die Fertigung von Schaltschränken in den Blick.
Denn bis dahin hatte die elektrotechnische Industrie diese selbst gefertigt oder in externen „Blechwerk- stätten“ herstellen lassen.
Einzelanfer- tigungen waren teuer, ihre Lieferzeiten lang und die Qualität schwankte.
Auf dem Weg zur Großserie Die Idee des Vertreters eines nahege- legenen Elektrogroßhandels, Schalt- schränke in Großserie zu bauen und als Standardprodukt anzubieten, schien Rudolf Loh deshalb aussichtsreich.
Der erste konkrete Bedarfsfall ließ auch nicht lange auf sich warten.
Noch am gleichen Tag gab Loh die Serienferti- gung von je zwei flachen Wand- und Standgehäusen frei: Dies war die Ge- burtsstunde des Schaltschranks als Serienprodukt.
Weiterentwicklungen dieses „allerersten“ Typen, die Rittal in Großserie produzierte, hat das Un- ternehmen übrigens noch heute unter der Bezeichnung AE im Programm.
Der Slogan von damals „Den Schaltschrank, den Sie morgen brauchen, haben wir bereits gestern gebaut und heute schon abrufbereit am Lager stehen.“ schreibt sich das Unternehmen auch heute auf die Fahnen.
Die schnelle Verfügbarkeit von Produkten sei eines seiner Stärken.
Im Jahr 1969 vollzog das Unternehmen wichtige Schritte auf dem Weg zum Weltunternehmen.
Zum einen ist es das Jahr der Umfirmierung in die Rittal- Werke Rudolf Loh KG.
Zum anderen das einer weiteren signifikanten Erfindung: der Reihenschaltschrank.
Der erste mo- dulare RS-Schaltschrank in Gerüstbau- weise wurde vormontiert ausgeliefert.
Als Zubehör gab es Verbindungsrahmen, Lochschienen, Trenn- und Seitenwän- de sowie gelochte Winkelprofile.
Für den Anlagenbauer ergaben sich durch den RS viele Vorteile beim individu- Mit der neuen Version 6.0 der Planungssoftware Power Engineering lassen sich jetzt auch modulare 60 mm Sammelschienensysteme in Kompakt- gehäusen von Rittal konfigurieren.