www.scope-online.de April 2011 12 Das Porträt hh Gestern und morgen Das Wichtigste zuerst: Robert Boschs Geburtstag jährt sich zum 150.
Mal.
Das von ihm gegründete Unternehmen begeht sein 125 jähriges Jubiläum.
Und wenn man so vielseitig ist, dann können sich durchaus auch mal die Jubiläen häufen: Vor 90 Jahren wurden die Weichen für ein umfassendes Servicenetz, die Bosch Dienste, gestellt und vor 75 lieferte das schwäbische Unternehmen die Einspritztechnik für den weltweit ersten Dieselantrieb in einem Pkw.
Der junge Robert Bosch war von den damaligen Möglichkeiten der noch in den Kinderschuhen steckenden Elek- trotechnik begeistert.
Er nutzte gerne die neuesten technischen Errungen- schaften seiner Zeit.
So fuhr er bereits 1890 mit einem modernen englischen Fahrrad zu seinen Kunden in Stuttgart, als in Deutschland noch Hochräder üb- lich waren.
Schon 1889 mietete er einen Telefonanschluss, um seine Geschäfte voranzutreiben.
Diese Art der Kommu- nikation war damals noch längst nicht selbstverständlich und sehr teuer.
Das starke Interesse für moderne Technik war auch die Triebfeder für sein unter- nehmerisches Schaffen.
„Mein Geschäft, ursprünglich sehr klein, entwickelte sich nach langen, mühevollen Kämpfen allmählich immer rascher“, sagte er ein- mal über die frühen Jahre seiner im Jahr 1886 gegründeten „Werkstätte“.
Diese wurde zur Keimzelle der – man kann es durchaus sagen - rasanten internatio- nalen Unternehmensentwicklung.
Mit dem Bau der Niederspannungs-Magnet- zündung für Kraftfahrzeugmotoren im Jahr 1897 begann die lange Liste der Innovationen aus seinem Hause.
Deren Nachfolgesystem, die 1902 eingeführ- te Hochspannungs-Magnetzündung, brachte den entscheidenden kommer- ziellen Durchbruch auf dem Weg zum erfolgreichen und führenden Automo- bilzulieferer.
In den Jahren 1910 bis 1925 hatte sich die Zahl der produzierten Kraftfahrzeuge allein in Deutschland von 14 000 auf über 70 000 Stück pro Jahr erhöht.
Mit der rasch zunehmenden Motorisierung stieg auch der Bedarf an Reparaturmög- lichkeiten.
Neben Zündsystemen hatten die Stuttgarter ab 1913 nach und nach weitere elektrische Komponenten wie Lichtmaschine, Anlasser, Scheinwerfer und Horn auf den Markt gebracht, die bald weltweit im Automobilbau einge- setzt wurden.
So gab es um 1920 bereits unternehmenseigene Verkaufshäuser mit sogenannten Einbauhallen – zunächst in den Ballungsgebieten Deutschlands und dann auch zum Beispiel in Budapest, Genf, Mailand, Prag oder Wien.
Noch war dieses Netz für einen flächendeckenden Service jedoch zu dünn.
Das änderte sich 1921 mit der ersten offiziellen Werkstatt in Hamburg und dem anschlie- ßenden kontinuierlichen Ausbau des Werkstattnetzes.
Der Name Bosch-Dienst mit einem eigenen Warenzeichen, der sogenannten „Bosch-Dienst-Laterne“, wurde 1926 bei der Gewerbeaufsicht angemeldet.
Die Mechaniker erhielten Eine Mitarbeiterin von Bosch Solar Energy überprüft eine Solarzelle zwischen zwei Pro- duktionsschritten.