Mit ihnen ist die Zwiebel geschnitten, bevor Tränen fließen kön- nen: Richtig gute, geschmiedete Qualitätsmesser durchlaufen vierzig Fertigungsschritte.
Und eine verblüffend hohe Zahl Mes- servarianten und Zubehör für die Deutsche Nationalmannschaft der Köche oder auch für Mutti am Herd produziert das Unterneh- men Wüsthof Dreizack in Solingen.
Die Variantenvielfalt ist zum einen den verschiedenen Anforderungen der unterschiedlichen Nutzer und Nutzungen, im gewissen Maße aber auch Modetrends geschuldet.
Wer in diesem Umfeld mit einer rein deutschen Pro- duktion auf dem Weltmarkt bestehen will, benötigt eine gute, schnell reagierende Planung in Vertrieb und Produktion.
„Deshalb mussten wir unsere IT-Strategie vor einigen Jahren grundlegend neu ausrichten, bzw.
erst einmal entwickeln“, be- gründet IT-Leiter Thorsten Vogt die Proalpha Einführung.
„Von einer eher rudimentären Datenverarbeitung hat Wüsthof quasi einen Zwei-Generationen-Sprung direkt zu einem umfassenden und integrierten System mit einigen speziellen Anpassungen geschafft.“ Ausgangspunkt der Überlegungen war, einen bes- seren Überblick über das gesamte Unternehmen mit seinen Funktionen zu erreichen sowie Vertrieb und Produktion besser zu verzahnen.
Typischerweise ist die Produktion anonym organi- siert, es gibt keinen direkten Bezug zwischen Produktions- und Kundenauftrag.
Da die Durchlaufzeit der Aufträge aufgrund der Vielzahl von Ferti- gungsschritten zumeist mehrere Wochen beträgt und häufig ein „Bauteil“ in mehre- re Endprodukte eingeht – und dementspre- chend mehrere Artikelnummern haben kann – werden konsolidierte Bedarfe aus mehreren Kundenaufträgen erzeugt.
Die tatsächliche Produktionsmenge resultiert aus verschiedenen Dispositionsparame- tern wie Sicherheits- und Auftragsbeständen.
Allerdings rea- lisiert Wüsthof auch eine Art „Kleinkundenschutz“: Um auch Kunden mit sporadischen Bestellungen und geringen Mengen zuverlässig und mit kurzen Lieferzeiten zu bedienen, kann aus der anonymen Produktion ein direkter Kundenbezug hergestellt werden.
Dem liegt eine manuelle Entscheidung zugrunde.
Intensive Automatisierung Eine rein auf Lagerbeständen fußende Steuerung ist kaum zu realisieren, weil Einflüsse wie der Anlauf der Konjunktur nur schwer vorhersagbar sind.
Um solche Effekte abzufedern, findet einmal wöchentlich eine Planungsrunde mit Geschäftsleitung, Produktion und Arbeitsvorbereitung statt.
Intensive Marktbe- obachtung und das Bewerten von Markttrends beeinflussen die Produktionsplanung maßgeblich.
Hier werden Prioritäten festgelegt und das wird in Proalpha umgesetzt.
Von den vielen handwerklichen Fertigungsschritten geht der Trend stark zur intensiven Automatisierung in komplexen, ver- ketteten Fertigungsstraßen mit Robotern.
Das ist nicht nur eine Kostenfrage – gute Messerschleifer beispielsweise sind immer schwerer zu rekrutieren.
Trotzdem werden solche Arbeitsplätze, www.scope-online.de Februar 2011 20 Digitale Fabrik hh Gut geplant ist halb gewonnen - Zwischen hochkomplexer Automatisierung und penibler Handarbeit, zwischen Kleinst- und Großserie liegen die Anforderungen an die Produktion der Messerfertigung.
Um effizienter zu arbeiten, hat sich daher das mittelständische Unternehmen Wüsthof Dreizack für die Einführung der ERP-Lösung Proalpha entschieden.
Scharf organisiert organisiert Der Anbieter Die Proalpha Gruppe ist ein international agierender Business-Service-Provider.
Mit einem ganzheitlichen Leistungsspektrum bietet das ERP-Unternehmen nicht nur die Business-So- lution, sondern gleichzeitig umfassende Business-Services.
Das ERP-Unternehmen mit Fokus auf mittelständische Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen konnte sich im Geschäftsjahr 2009/2010 trotz Wirtschaftskrise erneut positiv in Umsatz und Ertrag entwi- ckeln.
So stieg der Umsatz um 2,4 Prozent auf 49,3 Millionen Euro.