Energiekettensysteme

Sturmerprobt

Das chinesische Unternehmen SWS ist einer der zehn größten Schiffbauer weltweit. In einem riesigen Industrieareal sind derzeit drei Shipyard-Krane im Einsatz, die in ihren Dimensionen 30-stöckigen Hochhäusern entsprechen. Die Energie- und Datenzuführung erfolgt über Energieketten- systeme aus Kunststoff.

Das Condition Monitoring-System von Igus überwacht die Verschiebekräfte der Energieketten online.

Die vorherrschenden Umgebungsbedingungen an der Mündung des Yangtze sind peitschender Wind, Regen und Salzwasser. Hinzu kommt die erhöhte Korrosionsgefahr während der zweimonatigen Regensaison. Trotzdem laufen die bereits 2001 installierten Energiekettensysteme von Igus mit Füllgewichten von 30 kg/m und einem Verfahrweg von über 180 Meter immer noch störungsfrei. Selbst während eines Taifuns im vorletzten Jahr kam es nicht zum Betriebsstillstand. Zhang Quan, Leiter der Entwicklungsabteilung von SWS: “Seit seiner Auslieferung läuft das Energieführungssystem problemlos und erforderte nur minimale Wartung. Wir haben dadurch enorm an Arbeitskraft und Material gespart.“ Darüber hinaus werden vermehrt biegefeste Chainflex-Leitungen von Igus eingesetzt, denn normale Schiffskabel werden jedoch schnell rissig und bruchanfällig.

Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Shipyard-Kran mit einer Energiekette, den biegefesten Chainflex-Leitungen und einem weiteren Systembaustein ausgerüstet. Bei dieser Großanlage nämlich wurde auch ein „Push Pull Force Detection“ (PPDS)-System für ein Condition Monitoring installiert.

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Es überwacht die Verschiebekräfte der Energieketten online, um Schäden im System sowie Ausfälle durch vorbeugende Wartung oder Ferneingriffe zu vermeiden. Viermal pro Sekunde werden durch das rund um die Uhr im Einsatz befindliche System Daten des laufenden Kettensystems mit den Einstellwerten verglichen. Ermittelte Fehlfunktionen können automatisch per SMS oder Email an einen vorprogrammierten Rechner übermittelt werden, damit umgehend reagiert werden kann. Die Daten in Systemspeicher können zur Unfallanalyse bis zu drei Monate zurückverfolgt werden. Igus übernahm den Aufbau und die Abnahme der Energiekettensysteme und überprüft diese regelmäßig. Um Kapazitäten und Kosten einer eigenen Lagerhaltung zu sparen, werden bei SWS nahezu keine Igus-Ersatzteile zurückgehalten. Diese finden sich in allen Größen in einem 3.000 Quadratmeter großen Lager in der Freihandelszone von Waigaoquiao, nur 20 Kilometer vom Einsatzort der Krane entfernt. Zhang Quan: „Wenn wir etwas benötigen, genügt ein Anruf oder eine E-Mail.“

Rollen-Energiekette für 800 Tonnen-Kran

Die Energie- und Datenzuführung der Shipyard-Krane mit Hubleistung von 600, beziehungsweise 800 Tonnen und des 32 Tonnen-Materialkrans erfolgt über reibungsarme Rollen-Energieketten in Führungsrinnen aus Stahl. Diese Ketten sind für hohe Kabellasten und lange Verfahrwege, auch bei hohen Geschwindigkeiten, konzipiert. Bei Ship-to-Shore-Krananwendungen wurden bereits Verfahrwege bis 500 Meter realisiert, Geschwindigkeiten bis sechs Meter pro Sekunde sind im Einsatz.

Im Vergleich zu einer gleitenden Energiekette beträgt die Verringerung der Schubkraft rund 75 Prozent. Bei Shipyard-Kranen dieser Größenordnung sind die Kranträger mit einer Vorspannung, beziehungsweise Überhöhung der Träger konstruiert. Unter Last senkt sich der Träger, so dass die Vorspannung eliminiert wird. Diese Auf- und Abbewegung gleicht das Energiekettensystem aus. Die in den Energieketten geschützten Chainflex-Leitungen sind extrem biegefest. Dank ihres hoch verschleißfesten TPE-Außenmantels bestehen sie auch unter den extremen Bedingungen in einer Schiffsbaufabrik. Die Leitungen sind beständig gegen UV-Strahlung, gegen Korrosion durch Kühl-, Schmiermittel und Bioöl und widerstehen Temperaturen von -35°C bis +100°C.
André Kluth, Igus/Dr. Peter Stipp

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