Leitungen und Stecksysteme

Lapp zeigt fertig konfektionierte Kabelsysteme

Die Innovationsspirale bei Kabelsystemen dreht sich weiter: Für den Anschluss elektrischer Antriebe werden zunehmend fertig konfektionierte Kabelsysteme nachgefragt, statt einzelner Kabel und Stecker. Als Reaktion auf diesen Trend stellte die Lapp Gruppe auf der Hannover Messe ein neues Verfahren vor, das solche so genannten Servokonfektionen mit besonders guter EMV-Abschirmung und mit weltweit gleichbleibender hoher Qualität ermöglicht – dank einer maschinellen, teilautomatisierten Kabelkonfektionierung.

Die Epic-Steckverbinder von Lapp sind bestens für die Herausforderungen in der Antriebstechnik geeignet.

Ölflex Connect Servo heißt die neue Generation von Servokonfektionen, die in Hannover gezeigt wurde. Neu entwickelte und aufeinander abgestimmte Komponenten (Leitungen und Stecksysteme) werden in einem eigens dafür entwickelten Montageprozess verarbeitet. Die Lapp Gruppe stellt komplementäre Gesamtsysteme vor, die ideal für „Plug and Produce“ Anwendungen geeignet sind, was im Zuge von Industrie 4.0 immer wichtiger wird. Für die flexible Produktion in der smarten Fabrik wollen Kunden nicht mehr Kabel als Meterware kaufen, sondern fertig konfektionierte Systeme von Leitungen und Steckverbindern, teilweise auch schon eingebaut in ein integrationsfähiges Baugruppensystem wie Schleppketten. Sie werden eingesteckt und sind sofort betriebsbereit. Auch das Umkonfigurieren einer Produktionslinie wird damit zum Kinderspiel.

Um die technischen Vorteile und zudem eine höhere Prozessstabilität in der Fertigung zu realisieren, hat Lapp eigens neue Servoleitungen und ein neues Konzept zur Bestückung und Montage der Steckverbinder entwickelt. Die Firma Intercontec war von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingebunden und entwickelte nach Vorgaben von Lapp passende Steckverbinder. Lapp ist laut Technik-Vorstand Georg Stawowy der einzige Hersteller, der diese Fertigungstiefe bei Servokonfektionen auf drei Kontinenten abbilden kann. Das kommt vor allem Kunden mit globaler Produktion zugute. Sowohl die Herstellung der Kabel als auch die Montage erfolgen im eigenen Betrieb – mit immer gleichbleibend hoher Qualität. Ein besonderes Merkmal der Servokonfektionen ist die 360-Grad-Schirmabdeckung mit radialer Schirmauflage im Stecker gegen elektromagnetische Störungen. Dazu wird in dem neuen Fertigungsverfahren die Ummantelung des Kabels entfernt, die Schirmung leicht aufgespreizt und rundherum ein Kontakt zum neuen Stecksystem hergestellt. Die Stuttgarter bieten die neuen Konfektionen in drei Performanceklassen für unterschiedliche Einsatzzwecke an. Sukzessive werden die neuen Konfektionen als Variante für alle gängigen Standards entwickelt. Zunächst kommt eine Variante mit Stecker nach Siemens-Standard auf den Markt. Sieben weitere Steckertypen folgen. Die neue teilautomatisierte Produktion für Servoleitungen wird ab Juni 2015 im Werk in Stuttgart eingeführt, in weiteren Schritten will Lapp Produktionsstätten in Asien und Nordamerika aufbauen.

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Die neuen Ölflex Connect Servo Konfektionen sind technisch besser als herkömmliche Lösungen, und zudem weltweit verfügbar.

Ein weiterer Trend geht zu Hybridkabeln. Sie treiben gleichzeitig Motoren an und übertragen Daten – früher waren dafür separate Kabel nötig. Gerade bei komplexen Bewegungen und umfangreichen Steuerungsaufgaben in der Antriebstechnik und in der Robotik setzen sich Einkabel-Lösungen zunehmend durch. Diese sogenannten Hybridkabel übertragen Signale und Daten gleichzeitig in einer Leitung. Dadurch erzielen die Anwender eine größere Packungsdichte bei der Verlegung in Energieführungsketten, auch die Montage wird einfacher. Außerdem sind diese Kabel robust und haben verbesserte Eigenschaften bei der elektromagnetischen Verträglichkeit. Solche Hybridleitungen benötigen passende Steckverbindungen, die gleichermaßen die Bedürfnisse nach hohen Datenübertragungsraten und Energieübertragung erfüllen, dabei auch noch Raum für Medien wie Druckluft, Hydraulik oder Gas lassen, und natürlich den erschwerten Anforderungen der Industrie gewachsen sind. Forschungsprojekte etwa zu Industrie 4.0 zeigen, dass diese Anforderungen in Zukunft weiter steigen werden, da die Bewegungs- und Positionieraufgaben innerhalb einer Anlage oder Maschine zunehmend von Elektroantrieben, also geregelten Elektromotoren, übernommen werden.

Für diese Herausforderungen bestens geeignet ist der Rechtecksteckverbinder Epic Ultra des Herstellers. Wegen seines einfachen Aufbaus bietet er innen genügend Platz für eine Konfektion mit modularen Einsätzen, die der Anwender selbst konfigurieren kann, zum Beispiel mit Powermodulen, Signalmodulen, Datenmodulen für geschirmte Durchführung, Modulen für Lichtwellenleiter und selbst Pneumatikmodulen. Der Stecker erlaubt auch Platz sparende Installationen als „Daisy Chain“, er kann also Motoren mit Energie und Daten versorgen, die hintereinander in Reihe geschaltet sind. Ein weiterer in der Antriebstechnik beliebter Steckertyp ist Epic H-Q. Er vereint die Merkmale eines Rechtecksteckers mit denen eines Rundsteckers. So hat der kompakte Stecker einen Bügelverschluss und bietet die Möglichkeit, sowohl Signal- als auch Powereinsätze im gleichen Gehäuse unterzubringen.

In der Robotik, wo Anwender immer speziellere, auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnittene Antriebskabel mit dem dazu passenden Steckverbinder benötigen, kommen entweder der modulare Epic Ultra oder Rundstecker mit kleinem Bauraum zum Einsatz. Wo Energie, Signale und Daten ganz klassisch separate Leitungen benötigen, sind in der Antriebstechnik zumeist Rundsteckverbinder mit einem M23-Anschlussgewinde erste Wahl. Für alle diese Einsatzzwecke bietet der Hersteller eine große Palette an Lösungen, die bei großer Robustheit eine hohe Leistungsübertragung und Kontaktdichte auf engstem Raum ermöglichen. Hybridkabel und vorgefertigte Konfektionen reduzieren im Fabrikeinsatz Fehlerquellen und verkürzen die Installationszeiten. Deswegen werden sie von der Industrie immer häufiger verlangt. Auf diesen Trend hat sich die Lapp Gruppe eingestellt mit Steckverbindern, Kabeln und weiteren Komponenten aus eigener Produktion – und setzt nach eigener Angabe mit Ölflex Servo Connect nun sogar weltweit neue Maßstäbe in Sachen Leistungsfähigkeit und Qualität. jg

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