Interview mit Jörg Scheer

„Erfüllung des Bedarfs“

Das Unternehmen Weidmüller unterstützt seine Kunden in 80 Ländern im Bereich Industrial Connectivity. Oft entstehen dabei serienreife Produkte aus kundenspezifischen Anforderungen. Jörg Scheer, Leiter der Division Device Manufacturer bei der Weidmüller Gruppe, berichtet SCOPE über die wachsende Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit Kunden.

Jörg Scheer ist Leiter der Division Device Manufacturer bei der Weidmüller Gruppe.

SCOPE: Herr Scheer, warum ist es im Bereich der Anschlusstechnik so wichtig, gemeinsam mit Kunden Lösungen zu entwickeln?

Jörg Scheer: Ein neues Produkt bzw. eine Innovation entsteht, wenn aus einem Bedarf, den wir kennen, Lösungen zu seiner Erfüllung entwickelt werden. Wenn ein Unternehmen offen mit seinen Kunden zusammenarbeitet, erhöht das die Chance für diese Form der erfolgreichen Produktentwicklung. Denn bei der Entwicklung von Produktlösungen ist das Wissen um die konkrete Anforderung das zentrale Erfolgskriterium – und das weiß niemand besser als der Kunde selbst. Der Bereich Anschlusstechnik bildet dabei keine Ausnahme: Oft kommen hier Anforderungen zusammen, für die man fachspezifisches Know-how braucht. Hier kommt es auf Funktionalität an, denn als wichtiges Bindeglied erlaubt die Anschlusstechnik den modularen Aufbau von Geräten, Maschinen und Anlagen in unterschiedlichsten Anwenderindustrien.

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SCOPE: Welcher Trend steckt dahinter?

Scheer: Mit dem Boom der Schwellenländer gibt es auf einmal über 2 Milliarden neue Konsumenten auf den Weltmärkten. Gleichzeitig nimmt die allgemeine Mobilität weiter zu und die Ressourcen werden knapp. Die Komplexität der Verkehrsnetze wächst und die Anforderungen an die Sicherheit und Anlagenverfügbarkeit steigen. Dies beschleunigt den Schritt in die nächste Entwicklungsstufe der industriellen Automatisierung. Dabei wird ein durchgängig hohes Niveau an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit gefordert – hier spielen Steckverbinder und die Anschlusstechnik eine entscheidende Rolle. Sie kommen in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern zum Einsatz – in der Produktion und im Schaltschrank, aber auch in Lösungen für die Energieübertragung, Signalschaltung und die Kommunikation zwischen Systemkomponenten.

SCOPE: Inwieweit spielt die Effizienz bei der Entwicklung eine Rolle?

Scheer: Egal wie schnell ein Unternehmen eine neue Lösung oder ein neues Produkt entwickelt, verschwendet es Ressourcen, wenn das entwickelte Produkt nicht von den Kunden angenommen bzw. gebraucht wird. Unternehmen wie Weidmüller müssen daher heute großen Wert auf einen engen Kontakt zum Kunden legen und wissen, was dieser braucht, um seine Wünsche effizient erfüllen zu können. Nur so lassen sich Produkte entwickeln, die den Kunden einen echten Mehrwert bieten und deren Herausforderungen lösen. Die Kunden verstehen, Lösungen gemeinsam mit ihnen entwickeln und dadurch einen Mehrwert für sie zu schaffen, steht deshalb im Mittelpunkt der Aktivitäten von Weidmüller. Das spiegelt sich in den Innovationen und schließlich auch in der Effizienz bei der Entwicklung und im Umsatz wider.

SCOPE: Was ist heute in der Zusammenarbeit mit Kunden wichtig und wie gestalten Sie diese bei Weidmüller aktiv aus?

Scheer: Gelebte Kundennähe erfordert den ständigen Austausch. Der hohe Kommunikationsgrad bedeutet, dass sich die Mitarbeiter intensiv mit den Wünschen der Kunden beschäftigen. Je mehr Ansprechpartner es im Vertrieb gibt, desto besser. Denn die Zeiten, in denen es nur einen Ansprechpartner im gesamten Unternehmen gab, sind vorbei. Weidmüller stellt seinen Kunden beispielsweise bestens qualifizierte Industry Development Manager an die Seite, die in den jeweiligen Industriebranchen zuhause sind. Sie führen Diskussionen auf „Augenhöhe“, um so eine passgenaue Lösung gemeinsam mit den Kunden zu erarbeiten. Denn je mehr wir uns mit den Anforderungen des Kunden beschäftigen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Lösung für seine Herausforderung entwickeln.

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