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Wipotec: Gewogen und für gut befunden

Blockchain-Technologie„Es gibt fast keine Branche, in der Blockchain nicht relevant werden kann“

Dr. Rolf Werner

Visionen und Technologien standen im Fokus des diesjährigen Fujitsu Forums Anfang November in München. Dr. Rolf Werner, Head of Central Europe und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Fujitsu, weiß, dass die Digitalisierung in all ihren Facetten sowohl Unternehmen aller Branchen und Größen als auch die öffentliche Hand bewegt.

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Maschinen- und AnlagenbauWipotec: Gewogen und für gut befunden

Wipotec produziert OEM-Wägezellen für fast alle namhaften Maschinenbauer. Bei vielen Kunden laufen die Transportbänder rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Oft sind deshalb nur schmale Wartungsfenster für den Einbau neuer Anlagen oder die Installation von Ersatzteilen vorgesehen. Das erfordert ein pünktliches Teilemanagement, bei dem Proalpha das Rückgrat sei, wie Geschäftsführer Theo Düppre betont.

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OEM-Wägezellen

Mit dem Erfinden des „Monoblocks” vor über 25 Jahren begann der Siegeszug von Wipotec aus Kaiserslautern an die Weltspitze des Hochgeschwindigkeits-Wiegens. Diese Kernkomponente moderner Wägezellen soll bei kürzesten Einschwingzeiten höchste Genauigkeit erlauben – auch unter rauen Umgebungsbedingungen. Mit den von Wipotec und der Tochter OCS Checkweighers hergestellten Maschinen lässt sich so das Gewicht von winzigen chemischen Proben mit einem Millionstel Gramm ebenso exakt bestimmen wie von 120 Kilogramm schweren Postpaketen. Weitere Geschäftsfelder ergänzen inzwischen diese Kernkompetenz: darunter Röntgensysteme zum Erkennen von Fremdkörpern in Lebensmittelverpackungen und Systeme zum Zurückverfolgen von Medikamenten. Bereits seit 2004 steuert der Hidden Champion aus der Westpfalz seine Prozesse mit dem zentralen ERP-Komplettsystem Proalpha. Vom Vertrieb über den Einkauf, die Produktion und die Material- und Lagerwirtschaft bis hin zur betriebswirtschaftlichen Analyse werden so alle Unternehmensbereiche abgedeckt. Dabei ist das ERP-System mit den sich ändernden Anforderungen stetig mitgewachsen. Sei es durch das rasante Stückzahlenwachstum von zuletzt 30 Prozent im Jahr 2015, durch internationale Expansion und weitere Produktdiversifikation.

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Je nach Komplexitätsgrad liegen die Lieferzeiten der Wipotec-Anlagen heute bei 6 bis 20 Wochen. Dadurch ist ein erheblicher Planungs- und Koordinationsaufwand erforderlich, um am Ende fristgerecht liefern zu können. „Da die Termintreue ein wesentlicher Faktor für die Kundenzufriedenheit ist, steht das Einhalten der vereinbarten Fristen bei uns ganz oben auf der Liste”, betont IT-Koordinator Frank Serr.

Bei vielen Wipotec-Kunden – etwa den Arzneimittelherstellern oder den großen Paketdienstleistern in den USA – laufen die Transportbänder rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Oft sind deshalb nur ganz schmale Wartungsfenster für den Einbau neuer Anlagen oder die Installation von Ersatzteilen vorgesehen. „Und genau dann müssen unsere Systeme pünktlich vor Ort sein”, unterstreicht Theo Düppre. „Danach hat sich auch die Arbeitsorganisation bei Wipotec zu richten, und Proalpha ist dafür das Rückgrat, um die engen Termine einhalten zu können.”

Serienproduktion und Projektgeschäft in einem einzigen System

Über 25.000 Stücklisten mit 70.000 aktiven und 75.000 inaktiven Teilen werden heute bei Wipotec mit Proalpha verwaltet. Jede Woche kommen im System 50 bis 100 Teile hinzu. Denn neben den Serienprodukten, die auf einem bestehenden Komponentenbaukasten basieren, gibt es bei Wipotec viele Einzelentwicklungen. Diese unterschiedlichen Geschäftsmodelle erfordern verschiedene Planverfahren und differenzierte Produktionsabläufe.

Mit dem Proalpha Modul Advanced Planning and Scheduling (APS) lassen sich die unterschiedlichen Produktionsarten ideal miteinander kombinieren und in einem einzigen System abbilden. Bei der Serienproduktion wird der gesamte Logistik- und Herstellungsprozess so optimiert, dass Kosten und Durchlaufzeiten möglichst gering sind. Im Projektgeschäft ist Proalpha andererseits flexibel genug, um auch besonders ausgefallene Kundenwünsche in kurzer Zeit zu realisieren: von der Konstruktion über Engineering und Bau bis hin zur Inbetriebnahme der neuen Anlage. Bei individuellen Kundenprojekten wie den Komplettlösungen im Wägebereich, den Röntgenscannern oder den Track-&-Trace-Systemen setzt Wipotec beim Planen und Fertigen auf wachsende Stücklisten. Dabei startet die Produktion von bestimmten Bauteilen bereits, während die Gesamtanlage noch gar nicht fertig konstruiert ist. Alle Modifikationen im Konstruktions- und Projektverlauf werden dabei im ERP-System dokumentiert.

Anfang 2016 kamen mit dem Wechsel zur Proalpha-Version 6.1 weitere ERP-Module hinzu. Etwa das Projektmanagement, um den Sondermaschinenbau noch besser koordinieren zu können.

Zur Kommunikation mit dem elektronischen Zollverfahren ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem) setzt Wipotec eine Software der Firma Format ein. Diese ist über eine bidirektionale Schnittstelle an das ERP-System angebunden. Die genehmigten Zollpapiere, die darüber zurückkommen, können so automatisch im Dokumentenmanagementsystem (DMS) von Proalpha archiviert werden. Hier findet auch eine automatische Belegablage statt. Dazu werden bereits im Wareneingang sämtliche Lieferscheine und Eingangsrechnungen gescannt und automatisch weiterverarbeitet.

„Ohne Proalpha hätte sich das Unternehmen sicher ganz anders entwickelt. Unsere Firma würde heute ohne ein solches Komplettsystem nicht funktionieren”, ist IT-Koordinator Serr überzeugt. Doch die Entwicklung geht immer weiter. Schon in naher Zukunft sollen weitere Abläufe optimiert werden. Beispielsweise mit dem Produktkonfigurator von Proalpha.

„Unser Ziel ist es, bereits im Vertrieb alle Kundenanfragen in Standard-, Options- und Engineering-Maschinen zu unterteilen und dann automatisch im ERP-System die erforderlichen Prozesse anzustoßen”, so Düppre. Bei einem Standardprodukt wird dann direkt die erforderliche Stückliste aufgerufen und die Produktion sofort gestartet. Bei Engineering-Maschinen dagegen wird frühzeitig die Konstruktionsabteilung ins Boot geholt. Daraus resultieren erhebliche Zeitvorteile, die fertigen Anlagen landen früher beim Kunden.

Effizienzgewinne soll künftig auch der Einsatz des Moduls CA-Link bringen. Denn bisher müssen die Konstrukteure die Daten aus ihrem CAD-System manuell in Proalpha übertragen. Das kostet Zeit und birgt ein hohes Fehlerrisiko. Mit CA-Link läuft dieser Vorgang in Zukunft automatisiert ab. Zusätzlich können die Konstrukteure aus ihrem gewohnten CAD—Umfeld direkt auf relevante Daten im ERP-System zugreifen und zum Beispiel Lieferzeiten und Einkaufspreise von Materialien einsehen. Das schafft Transparenz für alle Bereiche und mehr Freiräume für die Konstrukteure. cs

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