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ProduktdatenmanagementStimmige Daten für alle

Produktdatenmanagement

Wie stellt der rein kundenspezifisch arbeitende Werkzeug-, Modell- und Formenbau sicher, dass Produktentwicklung und Auftragssteuerung mit einheitlichen Daten arbeiten? Die Ausgangsbasis dafür könnte kaum anspruchsvoller sein.

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ERP-SystemeRealistische Vorhersage

Aktuell meldet der Anlagen- und Maschinenbau einen Rückgang der Auftragseingänge von knapp 50 Prozent. In so einer Situation sind die Unternehmen gezwungen, die Profitabilität ihrer Fertigungs- prozesse drastisch zu erhöhen. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau sind Qualität, Verfügbarkeit und Termintreue häufig entscheidender als niedrigere Preise. Sind sie doch wesentliche Kriterien für Kunden- zufriedenheit und Kundenbindung.

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ERP-Systeme: Realistische  Vorhersage

April, April, der macht was er will. Mit dieser alten Bauernweisheit reagieren die Meteorologen oft, wenn ihre Wetterprognose in diesem Monat nicht ganz so stimmig war. Aber auch in den anderen elf Monaten sind manche Wetterfrösche um solche Weisheiten nicht verlegen. Wenn alle nur so „ins Blaue hinein“ prognostizieren würden, wo kämen wir dahin? Das dachte sich wohl auch Voith Turbo BHS Getriebe in Crailsheim und realisierte in Zusammenarbeit mit Psipenta Software Systems einen völlig neuen Ansatz der Kapazitäts-Grobplanung.

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Da herkömmliche, statische ERP-Systeme nur schwer auf Marktveränderungen reagieren können, haben die Berliner Software-Entwickler zur Regelung dynamischer Fertigungsprozesse ihre ERP-Suite Psi-Penta um das Funktionspaket Adaptive Manufacturing Control (AMC) erweitert, in dessen Mittelpunkt Liefertermin und Prozessgeschwindigkeit stehen. Aufgabe des Funktionspaketes ist es, durch eine optimale Integration und Synchronisation aller Unternehmensabläufe kürzere Durchlaufzeiten mit einem erhöhten Produktionsdurchsatz zu erreichen. Dabei muss die Stabilität der Prozesse gewährleistet bleiben – selbst bei Störungen im Produktionsablauf. Im ERP verankerte Regler reagieren automatisch auf veränderte Rahmenbedingungen und richten das System selbständig an den quantifizierten Zielen aus. Diese Adaption der Produktionsnetze und Dispositionsparameter sorgen dafür, dass stets in allen Abteilungen an den richtigen Belegungseinheiten und Abläufen gearbeitet wird.

So genannte Selbstregelnde Mechanismen (SRM) untersuchen die Grunddatenparameter der Materialien und Kapazitäten. Die richtige Kombination aus Bevorratungsstrategie, eingestellter Durchlaufzeit sowie die Kenntnis exakter Wiederbeschaffungszeiten ist die Basis für kürzere und wiederholbare Lieferzeiten. Daraus berechnen die SRM automatisch Prognosen und leiten von ihnen über statistische Verfahren Stellgrößen für die Parameter ab. Schließlich liefern sie Entscheidungsvorschläge für die Dispositionsart.

Von der Prognose zur Stellgröße

Eine Durchsetzung der Termine über alle Auftragsnetze hinweg unterstützt Psi-Penta durch die Lieferterminermittlung nach Capable-to-Promise (CTP). Schon zum Projektstart stellt das Modul eine rückstandsfreie Planung sicher, wobei es Materialverfügbarkeit und ein begrenztes Kapazitätsangebot über alle Stufen gleichermaßen berücksichtigt. Der komplette Auftragsdurchlauf für ein Produkt wird geprüft und der am schnellsten realisierbare Liefertermin ermittelt. Besteht ein Kundenauftrag aus mehreren Teilen, soll aber komplett geliefert werden, lassen sich alle Vorgangspositionen am späteren Liefertermin ausrichten. Der Dynamische Produktionsausgleich (DPA) schließlich regelt und synchronisiert alle für die Produktion nötigen Prozesse mit dem Ziel, vorgegebene Liefertermine einzuhalten. Das intelligente System passt Auftragsnetze permanent an aktuelle Situationen an, indem es Vorgänge priorisiert. Rückstände eliminiert es durch automatische, reglerbasierte Adaptionen in den Auftragsnetzen. Nicht auflösbare Rückstände werden markiert und lassen sich durch manuelle Eingriffe kreativ lösen. Schon in der Angebotsphase lassen sich also realistische Liefertermine ermitteln. Falls zur Zielerreichung erforderlich, ändert das System automatisch die Bevorratungsmodelle und -verfahren oder passt sie an.

Im Falle des Crailsheimer Einzelfertigers von Turbogetrieben sieht das ganze praktisch so aus: Im Auftragsfall wird eine vergleichbare Auftragsstruktur aus der Vergangenheit gewählt – ein sogenannter Typenvertreter – und in einer Simulationsplattform des AMC-Moduls eingelastet. Wichtige Angebote sind damit ohne Aufwand sofort im System abgebildet und können hinsichtlich der realisierbaren Liefertermine bewertet werden. Die so angelegten Kundenaufträge erzwingen den Aufbau kompletter kapazitiver Netze, die mit den bereits angelegten Aufträgen abgeglichen werden. Werden Komponenten des neuen Auftrags für die Feinplanung freigegeben, erfolgt automatisch der Abgleich der Simulations- und ERP-Plattformen. Der Einsatz von Psi-Penta Adaptive erhöhte so den Kapazitäts-Forecast von drei auf neun Monate, so dass die Crailshaimer heute in der Lage sind, verschiedene Szenarien in der Wertschöpfungskette zu simulieren und die erst längerfristig wirkenden Folgen der Veränderungen vorherzusagen. Volker Vorburg/ee

HMI, Halle 17, Stand B50

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